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Haus verkaufen oder vermieten – Rendite und Kosten

Von Benjamin Steiner
Lesezeit: 4 Minuten

Erfahren Sie, welche Vorteile und Nachteile ein Verkauf und eine Vermietung mit sich bringen und welches die häufigsten Fehlannahmen im Zusammenhang mit der Vermietung sind.

Das Wichtigste in Kürze
  • Die Entscheidung, ein Haus zu verkaufen oder zu vermieten, hängt von persönlichen finanziellen Zielen, der Marktlage und dem tragbaren Aufwand ab. 
  • Die Vermietung eines Hauses liefert kontinuierliche Mieteinnahmen, während der Verkauf mit sofortiger Liquidität und geringerem Aufwand punktet. 
  • Die Berechnung der Rentabilität einer Immobilie sollte immer anhand der Eigenkapitalrendite geschehen. 

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Haus verkaufen oder vermieten – Vor- und Nachteile

Kriterium

Haus vermieten

Haus verkaufen

Einnahmen

Monatliche Mieteinnahmen 

Geld kann in renditestärkere Anlageformen investiert werden 

Aufwand

Instandhaltung, Verwaltung, Finanzierung 

Kein Aufwand nach Verkauf

Risiken

Leerstand, Mietstreitigkeiten, Schäden

Gering

Wertveränderung

Potenzielle Wertsteigerung, aber auch Risiko der Wertminderung

Kein Nutzen, aber auch kein Risiko

Marktabhängigkeit

Einnahmen und Kosten hängen von aktueller Zins- und Wirtschaftslage ab

Marktlage beeinflusst Preis und Nachfrage

Steuerliche Aspekte

Einkommenssteuer (Mieteinnahmen), Vermögenssteuer (Immobilienwert), je nach Kanton zusätzlich spezielle Liegenschaftssteuer

Grundstückgewinnsteuer, Handänderungssteuer (nicht in allen Kantonen)


Vorteile des Vermietens und Verkaufens

Die Vermietung einer Immobilie kann eine kontinuierliche Einnahmequelle bieten und ermöglicht es dem Eigentümer, von potenziellen Wertsteigerungen des Grundstücks zu profitieren. Dies kann attraktiv sein in Märkten, wo die Immobilienpreise steigen. Zusätzlich können steuerliche Vorteile wie Steuerabzüge und die Möglichkeit, Instandhaltungskosten abzusetzen, die finanzielle Belastung mindern.

Auf der anderen Seite bietet der Verkauf einer Immobilie sofortige Liquidität. Das Geld aus dem Verkauf kann dann in alternative Anlageformen investiert werden, die oft renditestärker sind als Immobilien. Mit dem Verkauf entfallen auch  die Verantwortlichkeiten, die Risiken und der Aufwand, der mit der Verwaltung einer Mietimmobilie verbunden ist. 

 

Was ist die Rendite eines Hauses und wie wird sie berechnet?

Die Rendite ist ein entscheidender Faktor bei der Bewertung einer Immobilieninvestition. Sie misst, wie profitabel eine Geldanlage über einen bestimmten Zeitraum im Verhältnis zum investierten Kapital ist. Man unterscheidet drei gängige Renditekennzahlen: 

  • Bruttorendite: Sie entspricht den jährlichen Mieteinnahmen vor Abzug aller Kosten geteilt durch den Kaufpreis oder Wert der Immobilie. 
  • Nettorendite: Von den Bruttomieteinnahmen werden zusätzlich alle vom Vermieter getragenen Kosten und eventuelle Leerstände abgezogen. 
  • Eigenkapitalrendite (Return on equity, ROE): Für Entscheidungen im Zusammenhang mit dem Verkauf oder der Vermietung einer Immobilie sollte immer der Reingewinn in Relation zum eingesetzten Eigenkapital gesetzt werden. Erst dadurch wird eine Immobilie mit alternativen Anlageformen vergleichbar. 

 

Wann lohnt sich eine Vermietung im Vergleich zum Verkauf? 

Ob es sich mehr lohnt, ein Haus zu verkaufen oder zu vermieten, hängt von der erzielbaren Rendite, der Risikobereitschaft und dem für den Eigentümer tragbaren Aufwand ab. Die erzielbare Rendite hängt von verschiedenen Faktoren ab, so unter anderem: 

  • Zustand der Immobilie: Renovierungsbedürftige und ältere Objekte haben höhere Betriebs- und Unterhaltskosten und sind gleichzeitig weniger attraktiv für Mieter. 
  • Lage: An guter Lage sind die Mietpreise höher und der Leerstand geringer, was die Vermietung attraktiver macht. 
  • Art der Immobilie: Die Vermietung eines Einfamilienhauses ist selten rentabel, da die erzielbaren Mieteinnahmen oft nicht ausreichen, um die Kosten zu decken und eine angemessene Rendite zu erzielen. Mehrfamilienhäuser bieten bessere Renditeaussichten, da die Unterhalts- und Betriebskosten im Verhältnis tiefer sind. 

 

Haus verkaufen oder vermieten: häufige Fehlannahmen

Ignorieren der Opportunitätskosten

Ein verbreiteter Irrtum ist das Übersehen von Opportunitätskosten. Das Kapital, das in eine Immobilie investiert ist, könnte anderswo, beispielsweise in Aktien oder Fonds, eine höhere Rendite erzielen. Die Differenz zwischen den beiden Anlageformen – also der Gewinn, der einem entgeht, weil man es nicht in eine andere Anlageform investiert hat – kann als Verlust bzw. als Kosten angesehen werden. Daher ist es zentral, trotz der höheren Komplexität der Berechnung immer die Eigenkapitalrendite herbeizuziehen und sich nicht von einer hohen Brutto- oder Nettorendite blenden zu lassen. 

Das Haus kann nicht verkauft werden, weil es in einem schlechten Zustand ist

Es ist eine weit verbreitete Fehlannahme, dass Häuser in schlechtem Zustand schwer verkäuflich sind. Tatsächlich können gerade solche Immobilien für Käufer besonders attraktiv sein, die nach einem günstigen Kaufobjekt suchen und bereit sind, Renovierungen selbst zu übernehmen. Häufig befinden sich ältere Immobilien in erstklassigen Lagen nahe Stadtzentren, was ihren Grundstückswert erhöht. Für einen Investor, der die Immobilie ohnehin umfassend sanieren oder sogar ein neues Haus auf dem Grundstück errichten möchte,  kann das Alter der Liegenschaft unter Umständen sogar ein Vorteil sein. Hinzu kommt, dass umfangreiche Renovierungen, die den Charakter eines Hauses stark verändern, potenzielle Käufer unter Umständen abschrecken. 

 

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Benjamin Steiner
Benjamin Steiner
Marketing Content Specialist

Benjamin hat einen Masterabschluss an der Universität Zürich und viele Jahre Erfahrung in der Erstellung und Redaktion von Texten. Für Neho und Strike recherchiert er aktuelle Ereignisse und Entwicklungen in der Immobilienbranche und erklärt sie unseren Blog-Lesern auf verständliche Weise.

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Häufige Fragen

Beim Abwägen zwischen Verkaufen und Vermieten sollten Sie die erwartete Rendite, Ihre Risikobereitschaft, den Zustand und die Lage der Immobilie sowie Ihre finanziellen Ziele und Kapazitäten für die Verwaltung einer vermieteten Immobilie berücksichtigen.

Die Rendite einer vermieteten Immobilie wird durch die Bruttorendite (jährliche Mieteinnahmen vor Kosten im Verhältnis zum Immobilienwert), die Nettorendite (Mieteinnahmen nach Abzug aller Kosten) und die Eigenkapitalrendite (Reingewinn im Verhältnis zum eingesetzten Eigenkapital) berechnet.

Ein häufiges Missverständnis ist das Ignorieren von Opportunitätskosten, indem man ignoriert, dass die in Immobilien gebundenen Mittel anderswo eine höhere Rendite erzielen könnten. Ein weiterer Irrtum ist die Annahme, dass Häuser in schlechtem Zustand nicht verkäuflich sind, obwohl solche Objekte oft für Eigentümer oder Projektentwickler attraktiv sind.

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