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Haus verkaufen nach Erbe – Ihr Leitfaden für den Verkauf eines geerbten Hauses

Von Benjamin Steiner
Lesezeit: 7 Minuten

Erfahren Sie, wie Sie ein geerbtes Haus verkaufen, welche steuerlichen und rechtlichen Aspekte zu beachten sind, und wie ein erfahrener Immobilienmakler Sie dabei unterstützen kann.

Das Wichtigste in Kürze
  1. Rechtliche und steuerliche Klärung: Vor dem Verkauf eines geerbten Hauses müssen die Eigentumsverhältnisse und der Verkehrswert genau geklärt werden. Dies umfasst auch die Erbengemeinschaften und mögliche Erbschafts- sowie Grundstückgewinnsteuern.
  2. Alternativen zum Verkauf: Vermietung oder Selbstnutzung des Hauses können sinnvolle Alternativen zum Verkauf sein, allerdings müssen dabei sowohl finanzielle als auch steuerliche Aspekte berücksichtigt werden.
  3. Fachliche Unterstützung einholen: Ein erfahrener Anwalt für Erbrecht kann in komplexen Erbfragen sowie bei der Abwicklung des Verkaufsprozesses eine entscheidende Rolle spielen, um rechtliche und steuerliche Fallstricke zu vermeiden.

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Wenn man ein Haus erbt, steht man oft vor einer schwierigen Entscheidung: Soll das geerbte Haus verkauft, vermietet oder selbst genutzt werden? In der Schweiz ist es nicht ungewöhnlich, dass Erben sich für den Verkauf des Hauses entscheiden, sei es aufgrund persönlicher Umstände, finanzieller Erwägungen oder der Tatsache, dass mehrere Erben beteiligt sind (Erbengemeinschaft). Doch der Verkauf eines geerbten Hauses ist kein einfacher Prozess, sondern erfordert eine sorgfältige Planung, rechtliche Abklärungen und ein Verständnis der steuerlichen Pflichten. Dieser Artikel bietet eine umfassende Anleitung, wie Sie ein geerbtes Haus verkaufen, welche Alternativen bestehen und welche steuerlichen sowie rechtlichen Aspekte zu beachten sind.

 

Die Grundlagen für den Verkauf eines geerbten Hauses

Wie gehe ich vor, wenn ich ein geerbtes Haus verkaufen möchte?

Der Verkauf eines geerbten Hauses beginnt mit der Klärung der Eigentumsverhältnisse. Zunächst muss festgestellt werden, ob der Erbgang bereits abgeschlossen ist und wer als Eigentümer des Hauses im Grundbuch eingetragen ist. Anschliessend stellt sich die Frage nach der Eigentumsform. Gibt es mehrere Erben, bilden sie von Gesetz wegen automatisch eine Erbengemeinschaft und ein geerbtes Haus befindet sich im Gesamteigentum. Das bedeutet, dass alle Entscheidungen zum geerbten Haus – einschliesslich eines allfälligen Verkaufs – von allen Erben gemeinsam gefällt werden müssen. 

Der nächste Schritt besteht darin, den Verkehrswert des Hauses zu ermitteln. Dies ist von zentraler Bedeutung, um einen fairen Verkaufspreis festzulegen und mögliche steuerliche Konsequenzen abzuschätzen. Es empfiehlt sich, hierfür einen einen erfahrenen Makler hinzuzuziehen. Sobald der Wert ermittelt ist, beginnt die eigentliche Verkaufsphase. Hierbei können verschiedene Vermarktungsstrategien angewendet werden, darunter die Schaltung von Anzeigen in Immobilienportalen oder die Zusammenarbeit mit einem Immobilienmakler. 

Ist die Vermietung eine Alternative zum Verkauf?

In manchen Fällen kann die Vermietung des geerbten Hauses eine sinnvolle Alternative zum Verkauf darstellen. Dies ist besonders dann der Fall, wenn Sie als Erbe das Haus langfristig als Kapitalanlage nutzen möchten. Die Vermietung bietet die Möglichkeit, regelmässige Einkünfte zu erzielen, erfordert jedoch auch eine aktive Verwaltung und Instandhaltung der Immobilie. Zudem sollten Sie die steuerlichen Auswirkungen der Vermietung prüfen, da Mieteinnahmen als Einkommen versteuert werden müssen.

Kann man das Haus selbst bewohnen und die Miterben auszahlen?

In Fällen, in denen mehrere Erben beteiligt sind, kann es vorkommen, dass einer der Erben das Haus selbst bewohnen möchte. In einem solchen Fall müssen die anderen Erben entsprechend ihres Erbanteils ausgezahlt werden. Dies setzt voraus, dass der bewohnende Erbe über die nötigen finanziellen Mittel verfügt, um die anderen Erben auch tatsächlich auszahlen zu können. Ausserdem müssen alle Erben der Übertragung des Hauses auf einen Erben zustimmen. 

Wie hoch ist die Erbschaftssteuer, die von den Erben zu zahlen ist?

Die Erbschaftssteuer ist in der Schweiz kantonal geregelt, was bedeutet, dass die Steuerhöhe je nach Kanton variieren kann. In fast allen Kantonen sind heute die direkten Nachkommen von der Erbschaftssteuer befreit. Für weiter entfernt Verwandte und Nichtverwandte beträgt die Schenkungssteuer je nach Verwandtschaftsgrad und Kanton gegen 40 %. Bei der Ermittlung der Erbschaftssteuer wird in der Regel der Verkehrswert im Zeitpunkt des Erbgangs herangezogen. Es ist daher ratsam, sich frühzeitig über die spezifischen Regelungen im jeweiligen Kanton zu informieren und gegebenenfalls einen Steuerberater hinzuzuziehen.

Welche weiteren Kosten sind zu berücksichtigen, wenn ich ein geerbtes Haus verkaufen möchte?

Neben der Erbschaftssteuer müssen beim Verkauf eines geerbten Hauses auch weitere Kosten berücksichtigt werden. Dazu zählen unter anderem:

  • Notarkosten und Grundbuchgebühren: Für die Beglaubigung des Verkaufs und die Änderung des Grundbucheintrags.
  • Maklergebühren: Falls ein Immobilienmakler mit dem Verkauf beauftragt wird.
  • Unterhalts- und Renovierungskosten: Falls das Haus vor dem Verkauf instandgesetzt oder renoviert werden muss, um einen besseren Verkaufspreis zu erzielen.
  • Vorfälligkeitsentschädigung: Wenn auf der Immobilie noch eine laufende Hypothek besteht, kann bei einer vorzeitigen Rückzahlung eine Strafzahlung anfallen.

Benötige ich einen Erbschein, um ein geerbtes Haus verkaufen zu können?

Ein Erbschein ist ein amtliches Dokument, das bestätigt, wer die rechtmässigen Erben sind und wie die Erbmasse verteilt wird. Der Erbschein dient als Nachweis gegenüber dem Grundbuchamt, wer der rechtmässige neue Eigentümer des geerbten Hauses ist. 

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Der Verkauf eines geerbten Hauses und Steuerpflichten

Die Bedeutung des Verkehrswerts beim Verkauf eines geerbten Hauses

Der Verkehrswert, auch als Marktwert bekannt, ist der geschätzte Wert einer Immobilie, der unter normalen Marktbedingungen erzielt werden kann. Der Verkehrswert spielt eine entscheidende Rolle bei der Festlegung des Verkaufspreises und bei der Berechnung der Erbschaftssteuer. 

Wie hoch ist die Grundstückgewinnsteuer bei Verkauf eines geerbten Hauses? 

Beim Erbgang selbst wird die Grundstückgewinnsteuer aufgeschoben. Das bedeutet, dass bei einem späteren Verkauf oder einer Erbteilung nicht der Verkehrswert zum Zeitpunkt des Erbgangs massgeblich ist, sondern der Kaufpreis, der vom Erblasser bei der letzten steuerbegründenden Handänderung gezahlt wurde. 

Erfahren Sie mehr zur Grundstückgewinnsteuer im Zusammenhang mit einem Erbgang in unserem Artikel zum Thema

Wie hoch ist die Erbschaftssteuer für ein geerbtes Haus?

Die Höhe der Erbschaftssteuer für ein geerbtes Haus hängt in erster Linie vom Kanton ab, in dem sich die Immobilie befindet, sowie vom Verwandtschaftsgrad zwischen dem Erblasser und den Erben. In fast allen Kantonen sind direkte Nachkommen (Kinder, Enkel) von der Erbschaftssteuer befreit. Auch Ehepartner und eingetragene Partner sind in der Regel von der Erbschaftssteuer befreit. In manchen Kantonen kann die Steuer jedoch bis zu 40 % des Verkehrswerts der Immobilie betragen, insbesondere wenn die Erben nicht mit dem Erblasser verwandt sind.

 

Wie kann ein Anwalt für Erbrecht helfen, wenn ich ein geerbtes Haus verkaufen möchte?

Ein Anwalt für Erbrecht kann eine zentrale Rolle spielen, wenn es darum geht, ein geerbtes Haus zu verkaufen. Der Verkauf einer Immobilie, die durch eine Erbschaft in Ihren Besitz gelangt ist, ist oft mit komplexen rechtlichen und steuerlichen Herausforderungen verbunden. Hier sind einige der wichtigsten Bereiche, in denen ein erfahrener Anwalt für Erbrecht unterstützen kann:

  1. Klärung der Erbfolge und Erbengemeinschaften: Oft erben mehrere Personen gemeinsam eine Immobilie. In solchen Fällen kann es schwierig sein, eine Einigung über den Verkauf oder die Aufteilung der Immobilie zu erzielen. Ein Anwalt kann helfen, die rechtlichen Ansprüche der einzelnen Erben zu klären, eine faire Lösung zu finden und gegebenenfalls eine Erbengemeinschaft zu liquidieren.
  2. Beratung zur Erbschafts- und Grundstückgewinnsteuer: Der Verkauf eines geerbten Hauses kann steuerliche Verpflichtungen mit sich bringen, wie die Erbschaftssteuer und die Grundstückgewinnsteuer. Ein Anwalt für Erbrecht kann die steuerlichen Implikationen genau erklären und Strategien vorschlagen, um die Steuerlast zu minimieren, etwa durch die Wahl des richtigen Zeitpunkts für den Verkauf.
  3. Überprüfung und Durchsetzung von Ansprüchen: Wenn es Unstimmigkeiten oder Streitigkeiten über das Erbe gibt, kann ein Anwalt helfen, die Ansprüche der Erben zu sichern und durchzusetzen. Dies umfasst auch die Vertretung vor Gericht, falls es zu rechtlichen Auseinandersetzungen kommt.
  4. Rechtliche Abwicklung des Verkaufsprozesses: Der Verkauf eines Hauses erfordert eine Reihe von rechtlichen Schritten, von der Übertragung des Eigentums bis zur Verhandlung und Abwicklung des Kaufvertrags. Ein Anwalt stellt sicher, dass der gesamte Verkaufsprozess rechtskonform und ohne unerwartete Komplikationen verläuft.
  5. Beratung bei Alternativen zum Verkauf: Manchmal kann es sinnvoll sein, das geerbte Haus zu vermieten oder selbst zu nutzen, anstatt es zu verkaufen. Ein Anwalt für Erbrecht kann die Vor- und Nachteile dieser Optionen erklären und dabei helfen, die beste Entscheidung im Einklang mit den persönlichen und finanziellen Zielen der Erben zu treffen.

Ein Anwalt für Erbrecht bietet nicht nur rechtlichen Beistand, sondern kann auch als wertvoller Berater dienen, um den Verkaufsprozess eines geerbten Hauses reibungslos und effizient zu gestalten. Die Investition in eine rechtliche Beratung kann langfristig Zeit, Geld und Nerven sparen und sicherstellen, dass alle rechtlichen und steuerlichen Aspekte korrekt berücksichtigt werden.

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Benjamin Steiner
Benjamin Steiner
Marketing Content Specialist

Benjamin hat einen Masterabschluss an der Universität Zürich und viele Jahre Erfahrung in der Erstellung und Redaktion von Texten. Für Neho und Strike recherchiert er aktuelle Ereignisse und Entwicklungen in der Immobilienbranche und erklärt sie unseren Blog-Lesern auf verständliche Weise.

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Häufige Fragen

In der Schweiz variiert die Erbschaftssteuer je nach Kanton und Verwandtschaftsgrad. Direkte Nachkommen und Ehepartner sind in den meisten Kantonen von der Erbschaftssteuer befreit.

Zusätzlich zur Erbschaftssteuer können Notar- und Grundbuchgebühren, Maklerkosten, sowie Renovierungs- oder Unterhaltskosten anfallen.

Wenn mehrere Personen das Haus erben, entsteht eine Erbengemeinschaft. Für den Verkauf des Hauses müssen alle Erben gemeinsam zustimmen. Alternativ kann ein Erbe die anderen auszahlen.

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