Was ist beim Hausverkauf zu beachten? Die wichtigsten Punkte für Verkäufer in der Schweiz

Von Bastien Liebgott
Lesezeit: 3 Minuten
Immobilie bewerten

Was ist beim Hausverkauf zu beachten? Bewertung, Unterlagen, Steuern, Hypothek und Vertrag – die wichtigsten Punkte für einen erfolgreichen Verkauf.

Das Wichtigste in Kürze
  • Beim Hausverkauf ist als Erstes die professionelle Bewertung zu beachten – ein falsch angesetzter Preis kostet entweder Geld oder Zeit.
  • Was beim Hausverkauf oft übersehen wird: die Grundstückgewinnsteuer, die Hypothekenauflösung und die vollständige Dokumentation – jeder dieser Punkte kann den Verkauf verzögern oder verteuern.
  • Die wichtigsten Punkte beim Hausverkauf betreffen Bewertung, Unterlagen, Vermarktung, Steuern und die vertragliche Abwicklung beim Notar.

Was ist beim Hausverkauf zu beachten? Ein Überblick

Ein Haus zu verkaufen ist eine der grössten finanziellen Transaktionen im Leben – und gleichzeitig eine der komplexesten. Vom richtigen Preis über die vollständige Dokumentation bis zur steuerlichen Optimierung gibt es zahlreiche Punkte, die beim Hausverkauf beachtet werden müssen. Wer strukturiert vorgeht, vermeidet die typischen Fehler und erzielt in der Regel einen besseren Preis in kürzerer Zeit.

Punkt 1: Realistische Bewertung

Der Angebotspreis ist die wichtigste Entscheidung beim Hausverkauf. Ein zu hoher Preis führt dazu, dass das Objekt am Markt «versauert» – nach Wochen ohne ernsthafte Anfragen muss der Preis gesenkt werden, was Käufer als negatives Signal werten. Ein zu tiefer Preis verschenkt bares Geld. Lassen Sie Ihr Haus professionell bewerten – eine Online-Schätzung als Orientierung, gefolgt von einer Maklerbewertung oder einem Gutachten (CHF 1'500 bis 3'000) für den verbindlichen Wert.

Punkt 2: Vollständige Unterlagen

Fehlende Unterlagen sind einer der häufigsten Gründe für Verzögerungen beim Hausverkauf. Stellen Sie folgende Dokumente vor Vermarktungsstart zusammen: Grundbuchauszug (nicht älter als drei Monate), Katasterplan und Situationsplan, Baupläne und Baubeschreibung, GEAK (Gebäudeenergieausweis), Grundrisspläne (idealerweise professionell aufbereitet), Nachweise über Renovationen und Investitionen, Nebenkostenabrechnung der letzten Jahre und bei Stockwerkeigentum das Reglement, die Protokolle der Eigentümerversammlungen und die Jahresrechnung des Erneuerungsfonds.

Punkt 3: Hypothek klären

Bevor Sie Ihr Haus zum Verkauf anbieten, sollten Sie Ihre Hypothekensituation klären. Läuft eine Festhypothek noch, fällt bei einer vorzeitigen Auflösung eine Vorfälligkeitsentschädigung an – je nach Restlaufzeit und Zinsdifferenz kann das CHF 10'000 bis 50'000 und mehr kosten. Prüfen Sie mit Ihrer Bank, ob eine Übertragung der Hypothek auf den Käufer möglich ist oder ob die Auflösung zeitlich mit dem Verkauf koordiniert werden kann.

Punkt 4: Steuern berechnen

Beim Hausverkauf fällt die Grundstückgewinnsteuer an – sie richtet sich nach dem Gewinn (Verkaufspreis minus Anlagekosten) und der Haltedauer. Je länger die Haltedauer, desto tiefer der Steuersatz – in vielen Kantonen wird der Gewinn nach 20 bis 25 Jahren gar nicht mehr besteuert. Dokumentieren Sie alle wertvermehrenden Investitionen sorgfältig: Renovationen, Anbauten und energetische Sanierungen erhöhen die Anlagekosten und senken den steuerbaren Gewinn. Lassen Sie die Steuerbelastung vorab berechnen, um keine bösen Überraschungen zu erleben.

Punkt 5: Professionelle Vermarktung

Die Vermarktung entscheidet über die Reichweite und die Qualität der Anfragen. Professionelle Fotos, ein aussagekräftiges Exposé und die Publikation auf den relevanten Portalen (Homegate, ImmoScout24, Newhome) sind das Minimum. Ein erfahrener Makler übernimmt die gesamte Vermarktung, die Besichtigungen und die Verhandlungen – bei klassischen Maklern für 2 bis 3 Prozent des Verkaufspreises, bei Flatrate-Modellen deutlich günstiger.

Punkt 6: Vertragliche Abwicklung

Der Kaufvertrag muss in der Schweiz von einem Notar öffentlich beurkundet werden (Art. 216 OR). Im Vertrag werden Kaufpreis, Zahlungsbedingungen, Übergabetermin, Nutzen- und Gefahrenübergang sowie allfällige Gewährleistungsregelungen festgehalten. Prüfen Sie den Vertragsentwurf sorgfältig – insbesondere die Klauseln zum Gewährleistungsausschluss, der in der Praxis fast immer vereinbart wird, aber bei arglistig verschwiegenen Mängeln nicht greift.

Punkt 7: Übergabe sauber dokumentieren

Am Übergabetermin wird das Haus dem Käufer übergeben. Ein detailliertes Übergabeprotokoll dokumentiert den Zustand, die Zählerstände, die übergebenen Schlüssel und die im Haus verbleibenden Einrichtungen. Dieses Protokoll ist im Streitfall Ihr wichtigstes Beweismittel – nehmen Sie sich die Zeit, es sorgfältig zu erstellen.

Fazit

Beim Hausverkauf ist vor allem eins zu beachten: Vorbereitung. Eine realistische Bewertung, vollständige Unterlagen, eine geklärte Hypothekensituation und eine vorausschauende Steuerplanung sind die Grundlagen für einen erfolgreichen Verkauf. Wer diese Punkte frühzeitig angeht, verkauft schneller und erzielt einen besseren Preis.

Bastien Liebgott
Bastien Liebgott
Digital Manager

Nach seinem Abschluss in Informatik und einem Master in Webmarketing hat Bastien mehrere Jahre Erfahrung bei einer Webagentur als Content-Manager gesammelt. Er schloss sich dem Marketing-Team an, um die Website von Neho zu optimieren und die Sichtbarkeit der Agentur auf den Suchmaschinen zu verbessern.

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