Vorteile von Eigentum
Wertsteigerung
Einer der grössten finanziellen Vorteile von Wohneigentum ist die potenzielle Wertsteigerung. Der Schweizer Immobilienmarkt zeichnet sich seit vielen Jahren durch hohe Preise und eine stabile Entwicklung aus. Besonders in urbanen Regionen ist die Nachfrage nach Wohnraum gross, während das Angebot an Land begrenzt bleibt. Dies sorgt dafür, dass Immobilien langfristig an Wert gewinnen.
Inflationsschutz
Immobilien gelten traditionell als eine gute Absicherung gegen Inflation. Der Grundgedanke dahinter ist, dass bei steigender Inflation auch die Immobilienpreise zunehmen. Gleichzeitig verliert die Hypothekarschuld durch die Geldentwertung an Realwert. Allerdings wird dieser Vorteil von Immobilien als Schutz vor Inflation häufig diskutiert und ist alles andere als unumstritten.
Eigenkapitalaufbau
In der Schweiz ist die Amortisation der 2. Hypothek, also des Kreditanteils, der den Wert von zwei Dritteln der Immobilie übersteigt, bis zur Pensionierung gesetzlich vorgeschrieben. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, freiwillig Teile der 1. Hypothek zu amortisieren. Mit jeder Amortisation steigt der Eigenkapitalanteil des Eigentümers an der Immobilie. Je weiter man die Hypothek amortisiert hat, desto stärker profitiert man von einer potenziellen Wertsteigerung der Immobilie.
Schuldzinsabzüge
In der Schweiz bieten Schuldzinsabzüge einen wesentlichen finanziellen Vorteil für Immobilienbesitzer. Zusätzlich lässt sich die verbleibende Hypothekarschuld vom steuerbaren Vermögen abziehen. Diese beiden Abzugsmöglichkeiten reduzieren sowohl das steuerbare Einkommen als auch das steuerbare Vermögen und senken somit die Steuerbelastung für Immobilienbesitzer.
Nachteil von Eigentum
Unterhaltskosten
Die Gestaltungsfreiheit in einer eigenen Immobilie gehört zu den Hauptgründen für den Erwerb von Wohneigentum. Mit zunehmendem Alter des Gebäudes steigen allerdings die laufenden Unterhalts- und Renovationskosten. Um die Unterhaltskosten nicht zu unterschätzen, ist es daher wichtig, einige Jahre vorauszuplanen. Immerhin: Die Kosten für werterhaltende Investitionen können vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden.
Steuern für Immobilienbesitzer
Der Besitz von Wohneigentum bringt einige zusätzliche steuerliche Belastungen mit sich. Zu den wichtigsten steuerlichen Nachteilen zählen:
- Eigenmietwert:
Der Eigenmietwert entspricht einem fiktiven Einkommen, das der Eigentümer erzielen könnte, wenn er die selbstgenutzte Immobilie vermieten würde. Dieser Wert wird als Einkommen versteuert. Ob der Nachteil des Eigenmietwerts oder die Vorteile der Schuldzinsabzüge überwiegen, ist je nach persönlicher Situatuion und je nach Kanton unterschiedlich. - Liegenschaftssteuer:
In mehr als der Hälfte der Schweizer Kantone wird zusätzlich eine Liegenschaftssteuer erhoben. Diese Steuer ist proportional und beträgt einen Promillesatz des Immobilienwerts.
Opportunitätskosten
Ein häufig nicht berücksichtigter Nachteil von Wohneigentum sind die sogenannten Opportunitätskosten. Opportunitätskosten sind Vermögenserträge, die man erzielen könnte, wenn das gebundene Kapital in eine renditestärkere Anlageform investiert würde.
Private Wohnimmobilien erzielen in der Regel eine niedrigere jährliche Wertsteigerung als andere Anlageformen wie Aktien oder Fonds. Allerdings steht bei den meisten privaten Immobilienkäufern auch nicht die Rendite im Vordergrund, sondern das persönliche Ziel, in den eigenen vier Wänden zu leben. Wohneigentum ist damit eher eine Lebensentscheidung als eine rein finanzielle Anlageentscheidung.
