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Stockwerkeigentümergemeinschaft in der Schweiz: Aufbau, Rechte und Pflichten verständlich erklärt

Von Benjamin Steiner
Lesezeit: 9 Minuten

Wie funktioniert eine Stockwerkeigentümergemeinschaft in der Schweiz? Rechte, Pflichten, Versammlung, Reglement und Kostenverteilung verständlich erklärt.

Das Wichtigste in Kürze
  • Die Stockwerkeigentümergemeinschaft ist die rechtliche Klammer, die alle Eigentümer einer Liegenschaft mit Stockwerkeigentum verbindet – und sie entsteht automatisch mit der Begründung des Stockwerkeigentums.
  • Versammlung, Reglement und Verwaltung sind die drei zentralen Organe, mit denen eine Stockwerkeigentümergemeinschaft Entscheidungen trifft und den Alltag in der Liegenschaft regelt.
  • Wer eine Eigentumswohnung kauft oder verkauft, sollte die Funktionsweise der Stockwerkeigentümergemeinschaft genau kennen, denn sie beeinflusst Kosten, Wertentwicklung und Verkaufschancen erheblich.

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Wer in der Schweiz eine Eigentumswohnung besitzt, ist automatisch Teil einer Stockwerkeigentümergemeinschaft. Diese juristische Konstruktion regelt das Zusammenleben in einer Liegenschaft, in der mehrere Parteien je eigene Wohneinheiten besitzen, sich aber gleichzeitig Dach, Treppenhaus, Fassade, Heizung und Umschwung teilen. Für viele Eigentümer ist die Stockwerkeigentümergemeinschaft im Alltag wenig sichtbar – bis es zu einer Sanierung, einer Streitfrage oder einem Verkauf kommt. Spätestens dann zeigt sich, wie wichtig ein solides Verständnis dieser Eigentumsform ist.

Was ist eine Stockwerkeigentümergemeinschaft?

Eine Stockwerkeigentümergemeinschaft ist der Zusammenschluss aller Eigentümer einer Liegenschaft, an der Stockwerkeigentum begründet wurde. Sie entsteht von Gesetzes wegen, sobald mindestens zwei Wohnungen oder Gewerbeeinheiten an unterschiedliche Personen verkauft werden, und besteht so lange, wie das Stockwerkeigentum aufrechterhalten bleibt.

Rechtlich handelt es sich um eine Gemeinschaft eigener Art, geregelt im Schweizerischen Zivilgesetzbuch. Sie ist keine juristische Person wie eine Aktiengesellschaft, kann aber im eigenen Namen Verträge schliessen, klagen und beklagt werden, sofern es um die Verwaltung der gemeinschaftlichen Teile geht. Die Stockwerkeigentümergemeinschaft hält kein eigenes Vermögen im klassischen Sinn, verwaltet aber den Erneuerungsfonds und die laufenden Konten der Liegenschaft.

Sonderrecht und gemeinschaftliche Teile

Das Stockwerkeigentum kombiniert zwei Eigentumsformen: das Sonderrecht an der eigenen Wohnung und das Miteigentum an den gemeinschaftlichen Teilen. Im Sonderrecht bewegen sich Eigentümer in der Regel frei – innerhalb der eigenen vier Wände gilt weitgehend, was sie selbst entscheiden. Bei den gemeinschaftlichen Teilen hingegen entscheidet die Stockwerkeigentümergemeinschaft als Ganzes.

Zu den gemeinschaftlichen Teilen zählen typischerweise das Grundstück, die Fundamente, tragende Wände, das Dach, die Fassade, das Treppenhaus, der Lift, die Heizungsanlage und oft auch Gartenbereiche, Velounterstände oder die Waschküche. Diese Aufteilung ist nicht in jedem Fall identisch, sondern wird im Begründungsakt und im Reglement der jeweiligen Stockwerkeigentümergemeinschaft konkretisiert.

Wie entsteht eine Stockwerkeigentümergemeinschaft?

Die Gemeinschaft entsteht mit der Begründung des Stockwerkeigentums im Grundbuch. Dazu wird die Liegenschaft in sogenannte Wertquoten aufgeteilt. Jede Einheit erhält eine Quote in Tausendsteln, die das Verhältnis zur Gesamtliegenschaft ausdrückt. Diese Wertquote bestimmt später unter anderem das Stimmgewicht – sofern das Reglement nichts Abweichendes vorsieht – sowie den Anteil an den gemeinschaftlichen Kosten.

Sobald eine erste Wohnung an einen externen Käufer übergeht, ist die Stockwerkeigentümergemeinschaft formell konstituiert. In der Praxis bedeutet das: Der bisherige Alleineigentümer – oft ein Bauträger oder eine Erbengemeinschaft – verliert seine Alleinherrschaft, und es entsteht ein Gemeinschaftsverhältnis, das mit eigenen Regeln, Versammlungen und Beschlussverfahren funktioniert.

Die Organe einer Stockwerkeigentümergemeinschaft

Eine funktionierende Stockwerkeigentümergemeinschaft stützt sich auf drei zentrale Organe: die Versammlung der Stockwerkeigentümer, die Verwaltung und – als verbindliche Grundlage – das Reglement.

Die Versammlung der Stockwerkeigentümer

Die Versammlung ist das oberste Organ der Stockwerkeigentümergemeinschaft. Sie tritt in der Regel einmal jährlich zusammen, kann aber bei Bedarf auch ausserordentlich einberufen werden. An der Versammlung werden Budget und Jahresrechnung genehmigt, Beschlüsse zu Unterhalt und Sanierungen gefasst, der Erneuerungsfonds verwaltet, die Verwaltung gewählt oder abberufen und das Reglement bei Bedarf angepasst.

Beschlüsse werden je nach Tragweite mit unterschiedlichen Mehrheiten gefasst. Übliche Verwaltungshandlungen benötigen die einfache Mehrheit der anwesenden Stockwerkeigentümer. Nützliche bauliche Massnahmen erfordern in der Regel die Mehrheit aller Eigentümer und der Wertquoten. Luxuriöse Massnahmen oder die Aufhebung des Stockwerkeigentums benötigen Einstimmigkeit. Diese Abstufung ist einer der häufigsten Streitpunkte und sollte vor jeder grösseren Investition sauber geklärt werden.

Die Verwaltung

Die Verwaltung ist das ausführende Organ der Stockwerkeigentümergemeinschaft. Sie kann von einem einzelnen Eigentümer übernommen werden – das ist in kleinen Gemeinschaften mit zwei bis vier Einheiten nicht unüblich – oder an eine externe Liegenschaftsverwaltung delegiert werden.

Die Verwaltung führt die Beschlüsse der Versammlung aus, sorgt für den Unterhalt der gemeinschaftlichen Teile, stellt die Jahresrechnung, zieht Akontozahlungen ein und ist erste Anlaufstelle bei Schäden oder Konflikten. Sie wird von der Versammlung gewählt, üblicherweise für drei Jahre, und kann jederzeit aus wichtigen Gründen abberufen werden.

Für grössere Stockwerkeigentümergemeinschaften – etwa ab acht bis zehn Einheiten – ist eine professionelle Verwaltung praktisch immer empfehlenswert. Die Kosten dafür liegen in der Schweiz erfahrungsgemäss zwischen 300 und 600 Franken pro Einheit und Jahr und sind im Vergleich zum vermiedenen administrativen und juristischen Aufwand meist gut investiert.

Das Reglement

Das Reglement ist gewissermassen die «Verfassung» der Stockwerkeigentümergemeinschaft. Es legt fest, wie die Gemeinschaft organisiert ist, welche Mehrheiten für welche Beschlüsse gelten, wie der Erneuerungsfonds geäufnet wird, ob Haustiere erlaubt sind, ob kurzfristige Vermietungen (etwa über Plattformen wie Airbnb) zulässig sind und vieles mehr.

Ein gutes Reglement ist klar, präzise und an die konkrete Liegenschaft angepasst. Standardreglemente aus dem Internet greifen oft zu kurz – insbesondere bei Liegenschaften mit gemischter Nutzung, mit Gewerberäumen im Erdgeschoss oder mit komplexen Aussenanlagen. Wer eine Eigentumswohnung kauft, sollte das Reglement vor der Unterzeichnung des Kaufvertrags sorgfältig prüfen.

Kosten und Kostenverteilung in der Stockwerkeigentümergemeinschaft

Die Kosten einer Stockwerkeigentümergemeinschaft werden grundsätzlich nach Wertquoten verteilt. Das Reglement kann jedoch abweichende Schlüssel vorsehen, etwa wenn bestimmte Einrichtungen nur von einzelnen Eigentümern genutzt werden.

Typische Kostenarten

Zu den laufenden Kosten gehören Heizung und Warmwasser, Strom für die Gemeinschaftsbereiche, Wasser und Abwasser, Hauswartung, Versicherungen (insbesondere die Gebäudeversicherung), Verwaltungskosten, Liftunterhalt sowie kleinere Reparaturen. Hinzu kommen Beiträge in den Erneuerungsfonds, der für grössere Sanierungen reserviert ist.

Insgesamt sollten Stockwerkeigentümer in der Schweiz mit Nebenkosten und Rückstellungen von etwa 1 bis 1,5 Prozent des Wohnungswerts pro Jahr rechnen. Bei einer Wohnung im Wert von einer Million Franken bedeutet das jährliche Kosten von 10’000 bis 15’000 Franken, ohne Hypothekarzinsen und ohne wertvermehrende Investitionen.

Der Erneuerungsfonds

Der Erneuerungsfonds ist eines der wichtigsten Instrumente einer gut geführten Stockwerkeigentümergemeinschaft. Er dient der Finanzierung grösserer Sanierungen wie Dachsanierung, Fassadenrenovation, Heizungsersatz oder Liftaustausch. Diese Massnahmen können sechs- bis siebenstellige Beträge kosten und überfordern viele Gemeinschaften, wenn der Fonds zu schwach geäufnet ist.

Empfehlenswert ist eine jährliche Einlage von 0,3 bis 0,5 Prozent des Gebäudeversicherungswerts. Wer eine Wohnung kauft, sollte zwingend prüfen, wie hoch der Erneuerungsfonds im Verhältnis zum Alter und Zustand der Liegenschaft ist. Ein unterdotierter Fonds ist eines der klassischen Warnsignale beim Kauf von Stockwerkeigentum.

Rechte und Pflichten der einzelnen Stockwerkeigentümer

Jedes Mitglied einer Stockwerkeigentümergemeinschaft hat klar definierte Rechte und Pflichten. Zu den wichtigsten Rechten zählen das Stimmrecht in der Versammlung, das Recht auf Einsicht in die Unterlagen der Gemeinschaft, das Recht auf Nutzung der gemeinschaftlichen Teile und das Recht, in der eigenen Wohnung im Rahmen des Sonderrechts frei zu schalten und zu walten.

Die Pflichten umfassen die Beteiligung an den gemeinschaftlichen Kosten, die Rücksichtnahme auf die übrigen Eigentümer, die Einhaltung des Reglements und der Hausordnung sowie die Pflicht, die eigenen Sonderrechtsteile so zu unterhalten, dass keine Schäden an den gemeinschaftlichen Teilen oder an Nachbarwohnungen entstehen.

Was darf ich in meiner Wohnung verändern?

Innerhalb des Sonderrechts sind viele Veränderungen ohne Zustimmung der Stockwerkeigentümergemeinschaft möglich – etwa neue Bodenbeläge, neue Küche, neues Bad, sofern die Lage der Wasseranschlüsse nicht verändert wird. Sobald jedoch tragende Wände, Fenster, Storen, Balkone oder die Fassade betroffen sind, braucht es die Zustimmung der Gemeinschaft, weil diese Elemente in der Regel zu den gemeinschaftlichen Teilen gehören.

Auch die Vermietung der eigenen Wohnung ist grundsätzlich erlaubt, sofern das Reglement keine Einschränkungen vorsieht. Bei kurzfristigen Vermietungen über Buchungsplattformen kann die Gemeinschaft jedoch unter bestimmten Voraussetzungen Einschränkungen beschliessen.

Konflikte in der Stockwerkeigentümergemeinschaft

Konflikte sind in einer Stockwerkeigentümergemeinschaft nicht ungewöhnlich. Häufige Streitpunkte sind Lärm, Haustiere, bauliche Veränderungen, die Höhe der Akontozahlungen, die Verteilung von Kosten oder die Frage, ob eine Sanierung notwendig, nützlich oder luxuriös ist.

In den meisten Fällen lassen sich solche Themen an der Versammlung klären. Lässt sich keine Einigung erzielen, steht der Weg zum Gericht offen. Vor diesem Schritt empfiehlt sich jedoch oft eine Mediation, da Gerichtsverfahren in einer Stockwerkeigentümergemeinschaft nicht nur teuer sind, sondern auch die Atmosphäre in der Liegenschaft nachhaltig belasten können.

Anfechtung von Beschlüssen

Beschlüsse der Stockwerkeigentümergemeinschaft können von überstimmten Eigentümern innerhalb einer Frist von einem Monat ab Kenntnisnahme gerichtlich angefochten werden, wenn sie gegen das Gesetz oder das Reglement verstossen. Diese Frist ist eine Verwirkungsfrist – wer sie verpasst, kann den Beschluss in der Regel nicht mehr angreifen.

Verkauf einer Wohnung in der Stockwerkeigentümergemeinschaft

Wer eine Eigentumswohnung verkauft, verkauft nicht nur die Wohnung, sondern auch den Anteil an der Stockwerkeigentümergemeinschaft. Käufer prüfen heute deutlich genauer als noch vor wenigen Jahren, wie die Gemeinschaft aufgestellt ist. Banken verlangen vor der Hypothekarvergabe oft Unterlagen zur Gemeinschaft – insbesondere die letzten Protokolle, die Jahresrechnungen und den Stand des Erneuerungsfonds.

Ein professionell aufgestellter Verkaufsprozess berücksichtigt diese Aspekte von Anfang an. Es lohnt sich, vor der Vermarktung folgende Unterlagen vollständig bereitzuhalten:

  • Reglement und Begründungsakt der Stockwerkeigentümergemeinschaft
  • Protokolle der letzten drei bis fünf Versammlungen
  • Jahresrechnungen und Budget
  • Stand und Entwicklung des Erneuerungsfonds
  • Übersicht über geplante oder beschlossene Sanierungen
  • Aktuelle Gebäudeversicherungspolice
  • Verwaltungsvertrag

Eine gut dokumentierte Stockwerkeigentümergemeinschaft mit solidem Erneuerungsfonds, klarem Reglement und professioneller Verwaltung wirkt sich positiv auf den Verkaufspreis aus. Umgekehrt kann eine schlecht geführte Gemeinschaft den erzielbaren Preis spürbar drücken oder den Verkauf sogar verzögern.

Worauf Käufer einer Eigentumswohnung achten sollten

Wer in eine Stockwerkeigentümergemeinschaft eintritt, übernimmt eine bestehende Struktur mit allen ihren Stärken und Schwächen. Vor dem Kauf sollten Käufer deshalb gezielt prüfen, in welchem Zustand sich die Gemeinschaft befindet.

Aufschlussreich sind insbesondere die Protokolle der letzten Versammlungen: Sie zeigen, ob konstruktiv gearbeitet wird oder ob Konflikte dominieren. Ein zu kleiner Erneuerungsfonds, häufige Wechsel der Verwaltung, anstehende, aber unfinanzierte Grosssanierungen oder unklare Zuständigkeiten sind Warnsignale, die im Kaufpreis berücksichtigt werden sollten.

Fazit

Die Stockwerkeigentümergemeinschaft ist mehr als eine juristische Pflichtkonstruktion – sie ist ein lebendiges Gebilde, das den Wert, den Komfort und die Atmosphäre einer Liegenschaft entscheidend prägt. Wer die Funktionsweise versteht, kann Mitspracherechte gezielt nutzen, finanzielle Risiken früh erkennen und im Verkaufsfall einen höheren Preis erzielen.

Drei Faktoren entscheiden in der Praxis darüber, ob eine Stockwerkeigentümergemeinschaft funktioniert: ein klares und an die Liegenschaft angepasstes Reglement, eine professionelle und transparente Verwaltung sowie ein angemessen dotierter Erneuerungsfonds. Wer diese drei Punkte im Blick behält, hat als Eigentümer, Käufer oder Verkäufer eine solide Grundlage – und vermeidet die Überraschungen, die in schlecht geführten Gemeinschaften früher oder später auftauchen.

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Benjamin Steiner
Benjamin Steiner
Marketing Content Specialist

Benjamin hat einen Masterabschluss an der Universität Zürich und viele Jahre Erfahrung in der Erstellung und Redaktion von Texten. Für Neho und Strike recherchiert er aktuelle Ereignisse und Entwicklungen in der Immobilienbranche und erklärt sie unseren Blog-Lesern auf verständliche Weise.

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Häufige Fragen

Die Haftung hängt davon ab, wo der Schaden entstanden ist und was ihn verursacht hat. Schäden an gemeinschaftlichen Teilen – etwa am Dach, an der Fassade oder an der Heizung – werden grundsätzlich von der Stockwerkeigentümergemeinschaft gemeinsam getragen und nach Wertquoten verteilt, sofern keine konkrete Person für den Schaden verantwortlich ist. Schäden innerhalb einer einzelnen Wohnung, etwa ein Wasserschaden durch eine defekte Geschirrspülmaschine, gehen zulasten des betreffenden Sonderrechtsinhabers. Wird durch ein Verschulden eines einzelnen Eigentümers ein Schaden an gemeinschaftlichen Teilen oder an einer anderen Wohnung verursacht, haftet dieser persönlich. Die Gebäudeversicherung deckt viele dieser Risiken ab, weshalb eine ausreichende Versicherungsdeckung zu den zentralen Aufgaben jeder Stockwerkeigentümergemeinschaft gehört.

Eine Auflösung ist rechtlich möglich, in der Praxis aber selten und voraussetzungsreich. Die Aufhebung des Stockwerkeigentums bedarf der Zustimmung aller Eigentümer – ein einziger Widerspruch genügt, um das Vorhaben zu verhindern. Anders sieht es aus, wenn die Liegenschaft zerstört wird oder die Wiederherstellung wirtschaftlich nicht zumutbar ist; in solchen Ausnahmefällen kann die Auflösung auch ohne Einstimmigkeit erfolgen. Wird das Stockwerkeigentum aufgehoben, geht die Liegenschaft in Miteigentum oder Alleineigentum über, und die Gemeinschaft als solche endet. Wegen der hohen Hürden und der weitreichenden Konsequenzen ist eine Auflösung in den allermeisten Fällen kein realistischer Weg, um Konflikte in einer Stockwerkeigentümergemeinschaft zu lösen.

Eine Stockwerkeigentümergemeinschaft entsteht, sobald mindestens zwei Stockwerkeinheiten unterschiedlichen Eigentümern gehören. Es gibt keine obere Grenze – in der Schweiz finden sich Gemeinschaften mit zwei oder drei Einheiten ebenso wie grosse Überbauungen mit über hundert Wohnungen. Die Grösse hat erheblichen Einfluss auf die Organisation: In kleinen Gemeinschaften werden viele Aufgaben informell unter den Eigentümern aufgeteilt, während grössere Liegenschaften praktisch immer eine professionelle Verwaltung benötigen. Auch die Komplexität des Reglements und der Entscheidungsprozesse nimmt mit der Anzahl Mitglieder zu, weshalb es bei grösseren Stockwerkeigentümergemeinschaften besonders wichtig ist, klare Strukturen und Mehrheitsregeln zu etablieren.

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