SNB-Zinsentscheid vom 20. März 2025
Die SNB verzichtet auf eine grosse Überraschung und senkt den Leitzins wie erwartet um 25 Basispunkte auf 0,25 Prozent. Mit dem Zinsentscheid stelle die Nationalbank sicher, dass die monetären Bedingungen angesichts des schwachen Inflationsdrucks angemessen blieben. Die SNB werde die Lage weiterhin genau beobachten und die Geldpolitik wenn nötig anpassen, um sicherzustellen, dass die Inflation mittelfristig im Bereich der Preisstabilität bleibe.
SNB-Leitzins März 2025. Quelle: SNB.
Tiefer Inflationsdruck ermöglicht Zinsentscheid
Der Zinsentscheid vom März 2025 wurde ermöglicht, weil die Inflation im letzten Quartal – wie bereits beim letzten Zinsentscheid erwartet – weiter rückläufig war. So lag die Teuerung im Februar nur noch bei 0,3 %; im Januar und Dezember hatte sie 0,4 beziehungsweise 0,6 % betragen.
Der Rückgang von 0,7 % auf 0,3 % seit dem letzten Zinsentscheid ist laut der SNB vor allem auf die Strompreissenkung im Januar zurückzuführen. Die inländischen Dienstleistungen haben sich hingegen weiterhin verteuert.
Die neue bedingte Inflationsprognose der SNB hat sich im Vergleich zum letzten Zinsentscheid nur wenig verändert. Die Prognose liegt aktuell bei 0,4 % für 2025 sowie 0,8 % für 2026 und 2027. Die SNB betonte jedoch auch, dass die Inflations- und Wirtschaftsprognosen aufgrund der aktuellen handels- und geopolitischen Situation mit hoher Unsicherheit behaftet seien.
Zuletzt steigende langfristige Zinsen vor dem Zinsentscheid
Noch beim letzten SNB-Zinsentscheid berichteten wir, dass die langfristigen Hypothekarzinsen auf dem tiefsten Stand seit drei Jahren waren. Doch in der Zwischenzeit hat sich das Zinsumfeld verändert. Die Swapsätze, die die Grundlage für langfristige Hypothekenzinsen dienen, sind deutlich gestiegen. Haupttreiber dieses Anstiegs ist die Unsicherheit an den Finanzmärkten, insbesondere im Zusammenhang mit den schwer absehbaren Folgen von Trumps Handelspolitik. Anleger verlangen daher höhere Risikoprämien für langfristige Anlagen, was die Swapsätze in die Höhe drückt.
Diese Dynamik hat unmittelbare Auswirkungen auf den Hypothekarmarkt, da sich mit dem Anstieg der Swapsätze die Finanzierungskosten der Banken verteuern. Diese Kosten geben die Banken in Form höherer Zinsen an die Kunden weiter. Mit dem Anstieg der langfristigen Swapsätze seit dem letzten SNB-Zinsentscheid sind daher auch die Hypothekarzinsen für Festhypotheken angestiegen. Der Anstieg bleibt allerdings moderat und die Zinsen liegen weiterhin deutlich unter dem Zinshoch von 2022–2023.
Der Zinsentscheid der SNB vom 20. März dürfte sich nur leicht auf die Hypothekarzinsen auswirken. SARON-Hypotheken und kurzfristige Festhypotheken werden noch einmal leicht günstiger. Bei den langfristigen Festhypotheken wird der Effekt hingegen gering ausfallen, da die Zinssenkung bereits eingepreist ist.
Negativzinsen: Wahrscheinlich oder nicht?
Mit der Senkung des SNB-Leitzinses auf 0,25 % beim Zinsentscheid vom März 2025 ist die Debatte um negative Zinsen wieder einen Schritt atktueller geworden. Obwohl die Ära der Negativzinsen mit dem weltweiten Zinsanstieg nach 2022 vielerorts als beendet gilt, hat die Schweizerische Nationalbank (SNB) diesen Schritt nie kategorisch ausgeschlossen.
Die Wahrscheinlichkeit negativer Zinsen hängt jedoch von mehreren Faktoren ab. Einerseits befindet sich die Inflation in der Schweiz mit 0,3 % bereits klar innerhalb des SNB-Zielbands von unter 2 %, was den Druck für geldpolitische Lockerungen gering macht. Sollte jedoch ein deflationärer Schock auftreten und die Ankurbelung der Wirtschaft zum vorrangigen Ziel werden, könnte die SNB gezwungen sein, wieder auf das wenig beliebte Instrument zurückzugreifen.
Etwas geringerer Aufwertungsdruck auf den Franken
Der SNB entgegen kommt der zuletzt geringere Aufwertungsdruck auf den Franken. Noch beim Zinsentscheid vom Dezember hatte der Franken auf einem Rekordhoch gestanden. Grund dafür waren die Zinssenkungen in der Eurozone und den USA. Sie machten Anlagen in Euro und Dollar unattraktiver, sodass mehr Investoren auf den Franken wechselten.
Die jüngsten Entwicklungen in Europa wirken in die entgegengesetze Richtung. Die EU plant höhere Militärausgaben und Deutschland finanziert ein neues Schuldenpaket. Das wirkt inflationär und führt zu höheren Zinsen. Dadurch wird der Euro attraktiver und der Druck auf den Franken sinkt.
