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Salvatorische Klausel beim Kaufvertrag für eine Immobilie

Von Benjamin Steiner
Lesezeit: 2 Minuten

Erfahren Sie, was eine salvatorische Klausel in einem Kaufvertrag ist und was im Schweizer Recht in Bezug auf ungültige Vertragsbestimmungen gilt.

Das Wichtigste in Kürze
  • Eine salvatorische Klausel in einem Immobilienkaufvertrag schützt den Vertrag vor Nichtigkeit, wenn bestimmte Klauseln für ungültig erklärt werden.
  • Sie stellt sicher, dass die Absicht der Parteien trotz ungültiger Bestimmungen erhalten bleibt und der Vertrag weiterhin gültig ist.
  • Ungültige Bestimmungen werden durch Klauseln ersetzt, die dem ursprünglichen wirtschaftlichen Zweck am nächsten kommen, wodurch unnötige Neuverhandlungen vermieden werden.

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Was ist eine salvatorische Klausel in einem Vertrag? 

Eine salvatorische Klausel ist eine Vertragsbestimmung, die sicherstellt, dass der Vertrag oder Teile eines Vertrags gültig bleiben, auch wenn einzelne Bestimmungen oder Teile des Vertrags unwirksam oder undurchführbar sind. 

Eine salvatorische Klausel – 'salvatorisch' bedeutet 'bewahrend oder schützend' – dient dazu, den Vertrag oder Teile des Vertrags vor der Nichtigkeit zu schützen, indem sie vorschreibt, dass ungültige Klauseln durch Regelungen ersetzt werden, die dem ursprünglichen Zweck des Vertrags am nächsten kommen. 

 

Wann ist ein Vertrag unwirksam? 

Nach Art. 20 des Obligationenrechts (OR) ist ein Vertrag dann unwirksam, wenn er entweder gegen die guten Sitten verstösst oder der Inhalt widerrechtlich ist. Zu beachten ist, dass im Schweizer Recht grundsätzlich nur die Klauseln nichtig sind, die widerrechtlich oder sittenwidrig sind. Nur wenn anzunehmen ist, dass der Vertrag ohne die widerrechtlichen Klauseln gar nicht abgeschlossen worden wäre, wird der gesamte Vertrag für ungültig erklärt. 

II. Nichtigkeit

1 Ein Vertrag, der einen unmöglichen oder widerrechtlichen Inhalt hat oder gegen die guten Sitten verstösst, ist nichtig.

2 Betrifft aber der Mangel bloss einzelne Teile des Vertrages, so sind nur diese nichtig, sobald nicht anzunehmen ist, dass er ohne den nichtigen Teil überhaupt nicht geschlossen worden wäre.

 

Warum ist eine salvatorische Klausel in einem Kaufvertrag sinnvoll? 

Auch wenn das Schweizer Recht grundsätzlich keine Ungültigkeit des gesamten Vertrages vorsieht, wenn eine Klausel für widerrechtlich befunden wird, gibt es dennoch gute Gründe, eine salvatorische Klausel in einen Kaufvertrag für eine Immobilie aufzunehmen: 

Sicherstellung des Willens der Vertragsparteien: Wird ein Teil eines Vertrags für ungültig erklärt, bleibt die Gesamtheit des Vertrags davon unberührt. Das gilt allerdings nur, sofern anzunehmen ist, dass der Vertrag auch ohne die ungültigen Klauseln abgeschossen worden wäre. Das kann schwierig nachzuweisen sein. Mit einer salvatorischen Klausel drücken die Parteien ihren Willen aus, den Vertrag auch im Falle eines ungültigen Teiles abzuschliessen. 

Ersatz der ungültigen Bestimmung: Mit einer salvatorischen Klausel erklären die Parteien ihren Willen, dass die ungültige Bestimmung durch eine neue Bestimmung ersetzt werden soll, die dem Zweck der ungültigen Bestimmung so nahe wie möglich kommt. Damit stellen die Parteien sicher, dass der Vertrag nicht neu verhandelt werden muss, wenn sich eine Bestimmung als ungültig herausstellen sollte. 

 

Beispiel: Formulierung einer salvatorischen Klausel in einem Kaufvertrag für eine Immobilie

Eine salvatorische Klausel in einem Kaufvertrag für eine Immobilie könnte beispielsweise folgendermassen lauten: 

Sollte eine Bestimmung dieses Kaufvertrags für unwirksam oder undurchführbar erklärt werden, so berührt dies die Gültigkeit der übrigen Bestimmungen nicht. An die Stelle der unwirksamen oder undurchführbaren Bestimmung tritt diejenige wirksame Bestimmung, die dem wirtschaftlichen Zweck der unwirksamen Bestimmung am nächsten kommt. Gleiches soll im Falle einer Vertragslücke gelten. 

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Benjamin Steiner
Benjamin Steiner
Marketing Content Specialist

Benjamin hat einen Masterabschluss an der Universität Zürich und viele Jahre Erfahrung in der Erstellung und Redaktion von Texten. Für Neho und Strike recherchiert er aktuelle Ereignisse und Entwicklungen in der Immobilienbranche und erklärt sie unseren Blog-Lesern auf verständliche Weise.

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Häufige Fragen

Eine salvatorische Klausel stellt sicher, dass der Vertrag auch dann gültig bleibt, wenn einzelne Klauseln unwirksam oder nicht durchführbar sind. Ungültige Klauseln werden durch Bestimmungen ersetzt, die dem ursprünglichen Zweck des Vertrags möglichst nahe kommen. 

Eine salvatorische Klausel sollte in einem Immobilien-Kaufvertrag aufgenommen werden, um sicherzustellen, dass der gesamte Vertrag gültig bleibt, selbst wenn bestimmte Klauseln für rechtswidrig oder nicht durchführbar erklärt werden.

Ohne eine salvatorische Klausel könnte ein ungültiger Teil eines Vertrags zur Nichtigkeit des gesamten Vertrags führen, wenn unklar ist, ob der Vertrag ohne die ungültige Klausel überhaupt abgeschlossen worden wäre.

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