Es klingt widersprüchlich: Eine 2.5-Zimmer-Wohnung kostet pro Quadratmeter oft mehr als eine gleich grosse 3.5-Zimmer-Wohnung. Tatsächlich ist der Zusammenhang zwischen Zimmerzahl, Fläche und Quadratmeterpreis komplexer, als man vermuten würde.
Der Grundmechanismus
Zwei Wohnungen mit gleicher Fläche, aber unterschiedlicher Zimmerzahl, richten sich an verschiedene Käufergruppen. Eine 2.5-Zimmer-Wohnung mit 75 Quadratmetern bietet grosse, offene Räume und spricht Paare oder Einzelpersonen an, die Wert auf Grosszügigkeit legen. Eine 3.5-Zimmer-Wohnung mit 75 Quadratmetern bietet ein zusätzliches Zimmer, aber kleinere Räume – und spricht eher kleine Familien oder Personen an, die ein separates Arbeitszimmer brauchen.
Warum zahlen Käufer mehr pro Quadratmeter für weniger Zimmer?
Der Effekt erklärt sich durch mehrere Faktoren:
- Ausbaukosten: Weniger Trennwände, weniger Türen, weniger Installationen – eine offene Raumgestaltung ist nicht günstiger im Bau, aber pro Quadratmeter effizienter nutzbar.
- Raumwirkung: Grosse, offene Räume wirken hochwertiger und erzielen bei Besichtigungen einen stärkeren Eindruck.
- Zielgruppe: Die Käuferschaft für 2.5-Zimmer-Wohnungen ist in vielen Lagen zahlungskräftiger (DINK-Paare, Investoren) als die für 3.5-Zimmer-Wohnungen.
- Angebot: In vielen Neubauten sind 2.5-Zimmer-Wohnungen seltener als 3.5-Zimmer-Wohnungen, was die Nachfrage relativ erhöht.
Gilt das immer?
Nein. In Familiengemeinden mit hoher Nachfrage nach 4.5- oder 5.5-Zimmer-Wohnungen kann der Effekt umgekehrt sein: Hier zahlen Familien einen Aufschlag für mehr Zimmer, weil das Angebot knapp ist. Der Zusammenhang hängt stark von der lokalen Nachfrage und dem Angebotsmix ab.
Fazit: Der Quadratmeterpreis allein sagt wenig aus
Beim Vergleich von Wohnungen mit unterschiedlicher Zimmerzahl ist der reine Quadratmeterpreis ein unvollständiges Mass. Entscheidend ist, welche Zielgruppe angesprochen wird und wie das lokale Angebot aussieht.