Welche Statistiken gibt es zu Immobilienpreisen in der Schweiz?
Die Statistik der Immobilienpreise in der Schweiz wird von mehreren Anbietern erhoben und publiziert, die unterschiedliche Methoden und Datenquellen verwenden. Für Eigentümer und Käufer ist es wichtig zu verstehen, welche Statistik was misst – denn die Zahlen können je nach Quelle erheblich voneinander abweichen.
Die wichtigsten Indizes sind der SRED-Transaktionspreisindex des Bundesamts für Statistik, der auf tatsächlichen Verkaufspreisen basiert und als offizieller Referenzindex gilt. Die hedonischen Preisindizes von Wüest Partner und IAZI messen die Preisentwicklung qualitätsbereinigt – das heisst, sie berücksichtigen Veränderungen in der Zusammensetzung der gehandelten Objekte. Der UBS Swiss Real Estate Bubble Index misst das Blasenrisiko, indem er das Verhältnis von Kaufpreisen zu Mieten, Einkommen und Wirtschaftsleistung analysiert.
Aktuelle Daten 2026
Die Transaktionspreise für Einfamilienhäuser stiegen im ersten Halbjahr 2026 schweizweit um rund 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Prognosen für das Gesamtjahr liegen bei 3,1 Prozent für Einfamilienhäuser und 2,8 Prozent für Eigentumswohnungen. Bei einer Inflation von nur 0,1 Prozent entspricht das einem deutlichen realen Wertzuwachs.
Die Medianpreise der Statistik zeigen die regionalen Unterschiede: In der Stadt Zürich liegt der Median für ein Einfamilienhaus bei rund CHF 2,3 Millionen, in Zug bei CHF 2,1 Millionen, in Luzern bei CHF 1,4 Millionen. Am günstigsten sind Einfamilienhäuser im Jura (rund CHF 400'000 Median), in Neuenburg und im Wallis.
Langfristtrend: 25 Jahre Preisentwicklung
Die langfristige Statistik zeigt einen fast ununterbrochenen Aufwärtstrend seit dem Jahr 2000. Die Immobilienpreise haben sich in diesem Zeitraum je nach Region verdoppelt bis verdreifacht. Selbst die Finanzkrise 2008 führte in der Schweiz nur zu einer kurzen Stagnation, nicht zu einem Einbruch. Die einzige signifikante Korrektur der letzten 30 Jahre war der Immobiliencrash Anfang der 1990er-Jahre, als die Preise in einzelnen Regionen um 30 bis 40 Prozent einbrachen – eine Erfahrung, die das heutige regulatorische Umfeld (strenge Eigenkapitalanforderungen, Tragbarkeitsrechnung) massgeblich geprägt hat.
Wie liest man die Statistik richtig?
Die Immobilienpreisstatistik hat mehrere Tücken, die bei der Interpretation beachtet werden müssen. Durchschnitte und Mediane sagen wenig über ein konkretes Objekt aus – die Streuung innerhalb einer Region kann enorm sein. Transaktionspreise sind rückblickend – sie zeigen, was in der Vergangenheit bezahlt wurde, nicht was heute marktgerecht ist. Qualitätsbereinigte Indizes eliminieren den Effekt unterschiedlicher Objektqualitäten – ein Preisanstieg von 3 Prozent bedeutet also nicht, dass jedes Haus 3 Prozent mehr wert ist, sondern dass vergleichbare Objekte 3 Prozent teurer gehandelt werden.
Für die Bewertung Ihrer eigenen Immobilie ist die Statistik ein Ausgangspunkt, aber kein Ersatz für eine individuelle Bewertung. Die Lage, der Zustand, die Grösse und der Ausbaustandard Ihrer Liegenschaft bestimmen den konkreten Wert – nicht der Durchschnitt.
UBS Bubble Index: Wie hoch ist das Blasenrisiko?
Der UBS Swiss Real Estate Bubble Index lag im zweiten Quartal 2026 bei 0,72 Punkten – im Bereich «moderat». Werte unter 0,5 gelten als Normalbereich, ab 1,0 als erhöhtes Risiko und ab 1,5 als Blasenrisiko. Im Vergleich: Im Herbst 2022 lag der Index bei 1,53 Punkten – dem höchsten Stand seit dem Immobiliencrash der 1990er-Jahre. Die Zinswende 2023 und die strikte Regulierung haben den Markt seither abgekühlt.
Was bedeutet die Statistik für Eigentümer?
Für Eigentümer, die einen Verkauf planen, ist die aktuelle Statistik positiv: Steigende Preise, hohe Nachfrage und tiefe Zinsen schaffen ein günstiges Verkaufsumfeld. Für Eigentümer, die halten, zeigt die Langfriststatistik, dass Schweizer Immobilien eine stabile Vermögensanlage sind – mit einem historischen realen Wertzuwachs von rund 2 bis 3 Prozent pro Jahr.
Fazit
Die Statistik der Immobilienpreise in der Schweiz zeigt 2026 ein moderates Preiswachstum bei tiefem Blasenrisiko. Regionale Unterschiede sind gross, und die Zahlen der verschiedenen Indizes weichen methodisch bedingt voneinander ab. Nutzen Sie die Statistik als Orientierung, aber verlassen Sie sich bei konkreten Kauf- oder Verkaufsentscheidungen auf eine individuelle Bewertung Ihrer Liegenschaft.