Hypothekarzinsen gehören zu den wichtigsten externen Faktoren für den Immobilienmarkt. Doch wie genau beeinflussen sie den Wert einer Immobilie?
Der Mechanismus
Hypothekarzinsen bestimmen, wie viel Immobilie sich ein Käufer leisten kann. Bei tieferen Zinsen sinkt die monatliche Belastung, was die Zahlungsbereitschaft und damit die Preise steigert. Bei steigenden Zinsen ist es umgekehrt: Die Tragbarkeit sinkt, weniger Käufer können sich ein Objekt leisten, und die Preise geraten unter Druck.
Wie gross ist der Effekt?
Als Faustregel gilt: Ein Anstieg der Hypothekarzinsen um 1 Prozentpunkt kann die Immobilienpreise mittelfristig um rund 5 bis 10 Prozent senken. Der Effekt ist nicht sofort sichtbar, sondern wirkt über Monate bis Jahre. Umgekehrt steigen die Preise bei sinkenden Zinsen – die Phase von 2010 bis 2022 hat das eindrücklich gezeigt.
Tragbarkeit als Nadelöhr
In der Schweiz berechnen Banken die Tragbarkeit nicht mit dem aktuellen Zinssatz, sondern mit einem kalkulatorischen Zinssatz von typischerweise 4,5 bis 5 Prozent. Das dämpft den Effekt von Zinsschwankungen: Auch bei tiefen Marktzinsen wird die Finanzierung konservativ geprüft. Trotzdem beeinflusst das Zinsniveau die tatsächlichen Wohnkosten und damit die Zahlungsbereitschaft der Käufer.
Fazit: Zinsen sind ein externer Preisfaktor
Die Hypothekarzinsen beeinflussen den Immobilienwert indirekt, aber spürbar. Verkäufer können die Zinsen nicht beeinflussen, sollten aber das aktuelle Zinsumfeld bei der Preisgestaltung berücksichtigen.