Hypothek bei Versicherung oder Bank?
Der Kauf einer Immobilie ist eine der grössten finanziellen Entscheidungen im Leben. Ohne Fremdfinanzierung, d.h. einen Hypothekarkredit, ist der Kauf einer Immobilie meist nicht zu realisieren. Bei der Wahl der Finanzierung stehen zwei Typen von Kreditgebern zur Verfügung: Banken und Versicherungen. Aber welche Option ist die richtige für Sie? Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten, denn beide Finanzierungsformen haben ihre spezifischen Vor- und Nachteile. In diesem Artikel betrachten wir die Unterschiede zwischen einer Hypothek bei einer Versicherungsgesellschaft und einer Hypothek bei einer Bank genauer, um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern.
Was ist eine Hypothek und wann wird sie genutzt?
Eine Hypothek ist ein langfristiger Kredit, der typischerweise zum Erwerb, Bau oder zur Renovierung einer Immobilie aufgenommen wird. Die Besonderheit einer Hypothek liegt darin, dass die Immobilie selbst als Sicherheit für den Kredit dient. Das bedeutet, dass die Bank oder Versicherung, die den Kredit gewährt, ein Grundpfandrecht an der Immobilie erhält. Falls der Kreditnehmer den Kredit nicht mehr bedienen kann, hat der Kreditgeber das Recht, die Immobilie zu versteigern, um seine Forderungen zu decken.
Unterschiede zwischen einer Hypothek bei der Bank und bei einer Versicherung
Bei der Wahl eines Kreditgebers haben Sie in der Regel die Wahl zwischen Banken und Versicherungsgesellschaften. Diese bieten unterschiedliche Modelle und Konditionen an, die sich je nach individueller Situation als mehr oder weniger vorteilhaft erweisen können. In Folgenden finden Sie die wichtigsten Unterschiede:
- Zinssätze: Banken (insbesondere mit Online-Hypotheken) sind bei kürzeren Laufzeiten (bis 10 Jahre) oft günstiger. Versicherungen bieten für Laufzeiten über 10 Jahre meist bessere Konditionen.
- Terminhypotheken (Forward-Hypotheken): Versicherungen bieten teilweise Forward-Hypotheken ohne Aufschlag an. Normalerweise bezahlt man für eine Terminhypothek einen höheren Zinssatz.
- Online-Hypotheken: Werden fast nur von Banken angeboten. Online-Hypotheken bieten ein Minimum an Beratung, aber oftmals günstigere Zinsen.
- Hypothekarmodelle: Versicherungen bieten meist Festhypotheken und (vereinzelt) variable Hypotheken an. SARON-Hypotheken gibt es bei Versicherungen in der Regel nicht. Banken haben ein grösseres Spektrum an Angeboten (z. B. SARON-Hypotheken, Festhypotheken unterschiedlicher Laufzeiten etc.).
- Tragbarkeit & Belehnung: Versicherungen sind strenger als Banken bei der Berechnung der Tragbarkeit und der Belehnung. Banken sind oft etwas flexibler in Bezug auf die Bonität.
- Bewertung / Risiko: Versicherungen bewerten Liegenschaften meist konservativer als Banken. Dies kann zu geringeren Hypothekenbeträgen führen bzw. zu höheren Eigenkapitalanforderungen.
- Zusatzprodukte: Bei Banken besteht teils Pflicht zu weiteren Bankdienstleistungen, Bei Versicherungen werden oft vergünstigte Versicherungen (z. B. Lebensversicherungen) angeboten.
Wann sollte man sich für eine Versicherung entscheiden?
Eine Versicherung lohnt sich besonders für Hypothekarnehmer, die auf lange Laufzeiten (mehr als 10 Jahre) setzen und langfristig planbare Zinssätze bevorzugen. Wer eine Immobilie auch bei einer konservativen Belehnung und Tragbarkeit leisten kann, findet bei Versicherungen häufig günstige Konditionen für langfristige Fest- und Forward-Hypotheken. Darüber hinaus bieten Versicherungen oft vergünstigte Versicherungsprodukte wie Lebensversicherungen in Kombination mit der Hypothek an.
Wann ist eine Bank die bessere Wahl?
Bei kürzeren Laufzeiten bis 10 Jahre sowie für SARON-Hypotheken sind Banken die erste Wahl. Auch Online-Hypotheken von Banken können durch ihre günstigen Zinsen und die schnelle Antragsabwicklung punkten. Wenn man ausserdem eine höhere Belehnung und weniger strenge Bonitätsanforderungen sucht, wird man bei einer Bank in vielen Fällen eher fündig als bei einer Versicherung. Die Entscheidung fällt zudem meist schneller, wodurch sich Banken für Kunden eignen, die möglichst zeitnah eine verbindliche Zusage wünschen.
Hypothek: Versicherung oder Bank – Was ist besser?
Die Entscheidung zwischen einer Hypothek bei einer Versicherung oder einer Bank hängt von Ihren individuellen Bedürfnissen und Prioritäten ab. Ein unabhängiger Vergleich lohnt sich in jedem Fall, da Versicherungen bei langen Laufzeiten oft günstigere Zinssätze bieten, aber strenger bei Tragbarkeit und Belehnung sind. Banken punkten hingegen mit flexibleren Laufzeiten, schnelleren Entscheidungen sowie häufig günstigeren Kurzlaufzeiten-Angeboten. Letztendlich sollte man die eigene finanzielle Situation, das gewünschte Sicherheitsbedürfnis und den Zeithorizont abwägen, um die optimale Wahl zu treffen.
