Hausversteigerung in Zürich: Ablauf, Chancen und Risiken für Käufer

Von Bastien Liebgott
Lesezeit: 3 Minuten
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Hausversteigerung Zürich: Wie Zwangsversteigerungen ablaufen, wo Sie Objekte finden, wie Sie mitbieten und welche Risiken beim Kauf auf der Gant bestehen.

Das Wichtigste in Kürze
  • Hausversteigerungen in Zürich werden durch das Betreibungsamt durchgeführt und im kantonalen Amtsblatt sowie im Schweizerischen Handelsamtsblatt publiziert.
  • Bei einer Hausversteigerung in Zürich kann jeder ohne Anmeldung mitbieten – Voraussetzung ist, dass die Steigerungsbedingungen akzeptiert und eine allfällige Kaution hinterlegt wird.
  • Eine Hausversteigerung in Zürich bietet Chancen auf einen günstigen Kaufpreis, birgt aber Risiken: Keine Gewährleistung, begrenzte Besichtigungsmöglichkeiten und oft komplexe Lastenverzeichnisse.

Was ist eine Hausversteigerung?

Eine Hausversteigerung – im juristischen Sprachgebrauch Zwangsversteigerung oder Gant – ist der öffentliche Verkauf einer Immobilie durch das Betreibungsamt, wenn der Eigentümer seine finanziellen Verpflichtungen nicht mehr erfüllen kann. In Zürich finden Hausversteigerungen regelmässig statt, typischerweise im Gantlokal an der Bullingerstrasse 60 oder an vergleichbaren Standorten der Stadtammannämter.

Die häufigsten Gründe für Hausversteigerungen sind unbezahlte Hypothekarzinsen (die Bank beantragt die Grundpfandverwertung), Konkurs des Eigentümers oder offene Betreibungen, die trotz Mahnungen nicht beglichen wurden. Für Käufer bieten Hausversteigerungen die Möglichkeit, Immobilien unter dem Marktwert zu erwerben – aber mit spezifischen Risiken, die man kennen muss.

Ablauf einer Hausversteigerung in Zürich

Der Ablauf einer Hausversteigerung in Zürich folgt einem klar definierten gesetzlichen Prozess. Zunächst stellt der Gläubiger (meist die Bank) beim Betreibungsamt ein Verwertungsbegehren. Das Betreibungsamt beauftragt einen Gutachter mit der Schätzung der Immobilie. Der Versteigerungstermin wird mindestens einen Monat im Voraus im kantonalen Amtsblatt und im Schweizerischen Handelsamtsblatt publiziert.

Vor der Versteigerung werden die Steigerungsbedingungen und das Lastenverzeichnis beim Betreibungsamt aufgelegt. Interessenten können diese Unterlagen einsehen und sich ein Bild von den Belastungen (Grundpfandrechte, Dienstbarkeiten, Vormerkungen) und den Bedingungen der Versteigerung machen. In manchen Fällen wird ein Besichtigungstermin angeboten – allerdings ist dies nicht garantiert.

Am Versteigerungstag geben die Bieter ihre Gebote im Gantlokal ab. Die Gebote steigen in festgelegten Schritten. Der Meistbietende erhält den Zuschlag, sofern das Gebot die gesetzlichen Mindestanforderungen erfüllt. Beim ersten Versteigerungstermin muss das Gebot mindestens den Betrag der vorgehenden Pfandrechte plus die Betreibungskosten decken; wird dieser Betrag nicht erreicht, kann ein zweiter Termin angesetzt werden, bei dem es kein Mindestgebot gibt.

Wo finden Sie Hausversteigerungen in Zürich?

Hausversteigerungen in Zürich werden an mehreren Stellen publiziert: im Amtsblatt des Kantons Zürich (online abrufbar), im Schweizerischen Handelsamtsblatt (SHAB) und auf den Websites der Betreibungsämter der Stadt und des Kantons Zürich. Online-Plattformen aggregieren Versteigerungsankündigungen aus der ganzen Schweiz und erleichtern die Suche.

Chancen und Risiken beim Kauf an der Gant

Die grösste Chance bei einer Hausversteigerung ist der Preis: Immobilien werden bei Zwangsversteigerungen teilweise 10 bis 30 Prozent unter dem Verkehrswert zugeschlagen – insbesondere wenn wenig Bieter anwesend sind oder das Objekt Besonderheiten aufweist, die private Käufer abschrecken.

Den Chancen stehen spezifische Risiken gegenüber. Es gibt keine Gewährleistung – das Objekt wird im Ist-Zustand verkauft, inklusive aller Mängel. Die Besichtigungsmöglichkeiten sind oft begrenzt oder gar nicht vorhanden. Das Lastenverzeichnis kann komplex sein – bestehende Dienstbarkeiten, Grundlasten und Vormerkungen bleiben auch nach der Versteigerung bestehen. Und die Finanzierung muss im Voraus gesichert sein – nach dem Zuschlag müssen Sie den Kaufpreis innert einer kurzen Frist bezahlen, typischerweise 20 Tage.

Tipps für den Kauf an der Hausversteigerung

Studieren Sie die Steigerungsbedingungen und das Lastenverzeichnis sorgfältig. Lassen Sie die Unterlagen von einem Rechtsanwalt prüfen, wenn Sie unsicher sind. Besichtigen Sie das Objekt, wenn ein Termin angeboten wird – und fahren Sie auch ohne offiziellen Termin am Objekt vorbei, um sich einen Eindruck von der Umgebung zu verschaffen. Klären Sie die Finanzierung vorab mit Ihrer Bank. Und setzen Sie sich ein klares Preislimit, das Sie bei der Versteigerung nicht überschreiten.

Fazit

Hausversteigerungen in Zürich bieten echte Chancen auf einen günstigen Immobilienkauf – sind aber kein Schnäppchenmarkt ohne Risiken. Wer sich sorgfältig vorbereitet, die Unterlagen studiert und die Finanzierung gesichert hat, kann bei einer Gant in Zürich ein gutes Geschäft machen. Gehen Sie mit klarer Strategie und einem festen Preislimit in die Versteigerung – und lassen Sie sich nicht vom Bieterwettbewerb zu einem überhöhten Preis verleiten.

Bastien Liebgott
Bastien Liebgott
Digital Manager

Nach seinem Abschluss in Informatik und einem Master in Webmarketing hat Bastien mehrere Jahre Erfahrung bei einer Webagentur als Content-Manager gesammelt. Er schloss sich dem Marketing-Team an, um die Website von Neho zu optimieren und die Sichtbarkeit der Agentur auf den Suchmaschinen zu verbessern.

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