Gewichtete Wohnfläche – wie werden Balkone, Terrassen und Gärten angerechnet?

Von Bastien Liebgott
Lesezeit: 1 Minuten
Immobilie bewerten

Balkone, Terrassen und Gärten zählen bei der Bewertung nur anteilig. So wird die gewichtete Wohnfläche in der Schweiz berechnet.

Das Wichtigste in Kürze
  • Balkone werden typischerweise zu 25 bis 35 Prozent, Terrassen zu 30 bis 50 Prozent und Gärten zu 10 bis 25 Prozent der Innenfläche angerechnet.
  • Die gewichtete Wohnfläche ist die korrekte Vergleichsgrösse für Quadratmeterpreise und Bewertungen.
  • Die Gewichtung ist keine gesetzliche Norm, sondern Marktpraxis, die je nach Modell und Gutachter variieren kann.

Bei der Immobilienbewertung ist nicht nur die reine Wohnfläche entscheidend, sondern die gewichtete Wohnfläche. Aussenflächen wie Balkone, Terrassen und Gärten werden dabei anteilig berücksichtigt. Doch wie genau funktioniert das?

Was ist die gewichtete Wohnfläche?

Die gewichtete Wohnfläche ist die Summe aus der reinen Innenfläche und den anteilig angerechneten Aussenflächen. Sie dient als Grundlage für die Berechnung des Quadratmeterpreises und ist damit ein zentraler Wert in jeder Immobilienbewertung.

Typische Gewichtungsfaktoren

AussenraumTypische GewichtungErklärung
Balkon (offen)25–35 %Wetterexponiert, saisonal nutzbar
Loggia (gedeckt)40–50 %Geschützt, ganzjährig nutzbar
Terrasse (EG oder Dach)30–50 %Abhängig von Grösse, Lage und Privatsphäre
Garten (privat)10–25 %Grosse Fläche, aber als Wohnraum nur bedingt nutzbar
Wintergarten (unbeheizt)50–70 %Fast Innenraum, aber nicht ganzjährig bewohnbar

Diese Gewichtungsfaktoren sind keine gesetzliche Norm, sondern Marktpraxis. Sie können je nach Bewertungsmodell und Gutachter variieren.

Rechenbeispiel

Eine Wohnung mit 90 m² Innenfläche, 12 m² Balkon und 40 m² Garten:

  • Balkon: 12 × 0,30 = 3,6 m²
  • Garten: 40 × 0,15 = 6,0 m²
  • Gewichtete Wohnfläche: 90 + 3,6 + 6,0 = 99,6 m²

Bei einem Quadratmeterpreis von 7'500 Franken ergibt sich ein Gesamtwert von rund 747'000 Franken. Ohne die Aussenflächen wären es 675'000 Franken – der Aussenraum macht also rund 72'000 Franken aus.

Warum ist die Gewichtung wichtig?

Die gewichtete Fläche bestimmt, wie der Quadratmeterpreis einer Wohnung im Vergleich zu anderen Objekten einzuordnen ist. Wer die Aussenfläche voll anrechnet, kommt auf einen niedrigeren Quadratmeterpreis, der das Objekt günstiger erscheinen lässt. Wer sie ignoriert, überschätzt den Preis pro Quadratmeter. Für einen fairen Vergleich ist deshalb die korrekte Gewichtung entscheidend.

Fazit: Aussenfläche zählt, aber anteilig

Balkone, Terrassen und Gärten steigern den Wert einer Wohnung, werden bei der Bewertung aber nur anteilig angerechnet. Die gewichtete Wohnfläche ist der richtige Massstab für Preisvergleiche und Bewertungen.

Bastien Liebgott
Bastien Liebgott
Digital Manager

Nach seinem Abschluss in Informatik und einem Master in Webmarketing hat Bastien mehrere Jahre Erfahrung bei einer Webagentur als Content-Manager gesammelt. Er schloss sich dem Marketing-Team an, um die Website von Neho zu optimieren und die Sichtbarkeit der Agentur auf den Suchmaschinen zu verbessern.

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