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Bewertung von Liegenschaften: Welche Methoden gibt es?

Von Benjamin Steiner
Lesezeit: 4 Minuten

Die Bewertung von Liegenschaften spielt in der Schweiz eine zentrale Rolle – sei es beim Kauf oder Verkauf einer Liegenschaft, für Finanzierungen oder steuerliche Zwecke. Abhängig von der Art der Immobilie und dem Ziel der Bewertung kommen unterschiedliche Methoden zum Einsatz. In diesem Artikel erfahren Sie, wie der Wert einer Liegenschaft ermittelt wird und welche Bewertungsverfahren in der Praxis am häufigsten verwendet werden.

Das Wichtigste in Kürze
  • In der Schweiz sind vier Methoden bei der Bewertung von Liegenschaften besonders verbreitet: hedonische Bewertung, Realwertmethode, Ertragswertmethode und Discounted-Cashflow-Methode (DCF).
  • Wohnliegenschaften wie Einfamilienhäuser oder Eigentumswohnungen werden meist mit der hedonischen Methode bewertet.
  • Eine professionelle Bewertung von Liegenschaften schafft Sicherheit über den Marktwert und bildet die Grundlage für fundierte Entscheidungen bei Verkauf, Finanzierung oder Investition.

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Warum eine präzise Bewertung der Liegenschaft so wichtig ist

Der Marktwert – auch Verkehrswert genannt – beschreibt den Preis, der bei einem Verkauf am freien Markt typischerweise erzielt werden könnte. Er hängt von zahlreichen Faktoren ab: Lage, Baujahr, Zustand, Grösse, Ausstattung und Nachfrage.

Ein korrekt ermittelter Marktwert ist entscheidend, um eine Liegenschaft erfolgreich zu verkaufen. Liegt der Angebotspreis zu hoch, bleiben Interessenten aus; liegt er zu tief, droht ein Verkauf unter Wert. Auch für Finanzierungen ist der Marktwert zentral, da Banken in der Schweiz nur bis zu einem bestimmten Prozentsatz des Marktwerts belehnen dürfen (80 % bei Wohneigentum als Hauptwohnsitz, 75 % bei Renditeobjekten, rund 60 % bei Ferienwohnungen).

Die Bewertung einer Liegenschaft liefert also nicht nur eine Orientierung über den Preis, der realistischerweise erzielt werden kann, sondern stellt auch sicher, dass der Käufer die Liegenschaft tatsächlich finanzieren kann. 

 

Bewertungsmethoden im Überblick

Bewertungsmethode

Vorteile

Nachteile

Typische Anwendung

Hedonische Bewertung

marktnah, schnell, datenbasiert

setzt Vergleichsdaten voraus

Wohnliegenschaften

Realwertmethode

praxisnah, auch für Spezialimmobilien

berücksichtigt den Markt kaum

Spezial- oder Luxusobjekte

Ertragswertmethode

verständlich, praxisbewährt

konstante Erträge vorausgesetzt

vermietete Liegenschaften

DCF-Methode

bildet dynamische Erträge ab, institutionell anerkannt

komplex, datenintensiv

Renditeobjekte, Projekte

 

Bewertung von Liegenschaften mit der hedonischen Methode

Die hedonische Methode ist das am weitesten verbreitete Verfahren zur Bewertung von Liegenschaften. Sie basiert auf einem Vergleichswertmodell, bei dem der Wert einer Liegenschaft aus statistischen Analysen vergangener Transaktionen abgeleitet wird.

Zu den wichtigsten Anbietern hedonischer Modelle zählen IAZI und Wüest Partner. Ihre Datenbanken werden von fast allen Banken und Maklern genutzt – auch Online-Bewertungstools wie dasjenige von Neho basieren auf dieser Methode. Das Modell berechnet, welcher Preis für eine Liegenschaft mit vergleichbaren Eigenschaften auf dem Markt realistisch ist. 

 

Bewertung von Liegenschaften mit der Realwertmethode (Sachwertmethode, Substanzwertmethode)

Bei der Realwertmethode steht nicht der Markt, sondern die Substanz der Liegenschaft im Vordergrund. Der Wert ergibt sich aus den Wiederbeschaffungskosten – also den Kosten, die entstehen würden, um dieselbe Liegenschaft an derselben Lage neu zu errichten.

Der Realwert setzt sich aus dem Landwert und dem Bauwert zusammen. Der Bauwert entspricht dem Neuwert des Gebäudes abzüglich Altersentwertung, während der Landwert den Wert des Bodens abbildet. 

Diese Methode ist besonders nützlich bei einzigartigen oder schwer vergleichbaren Liegenschaften, etwa historischen Gebäuden, Luxusimmobilien oder Industrieobjekten. Da sie Marktfaktoren wie Angebot und Nachfrage nur begrenzt berücksichtigt, eignet sie sich eher zur internen Wertermittlung oder als Ergänzung zu anderen Verfahren.

 

Bewertung von Liegenschaften mit der Ertragswertmethode

Die Ertragswertmethode wird verwendet, wenn eine Liegenschaft zur Erzielung von Einkommen dient – also bei Mietobjekten oder Gewerbeliegenschaften. Der Wert ergibt sich aus dem Verhältnis der nachhaltigen Nettomieteinnahmen zu einem Kapitalisierungssatz, der das Risiko und die Lage widerspiegelt.

Formel: 

Ertragswert = Nettomietertrag / Kapitalisierungssatz

Ein tieferer Kapitalisierungssatz (z. B. aufgrund geringer Risiken oder stabiler Lage) führt zu einem höheren Wert. 

Diese Methode liefert ein gutes Bild über den wirtschaftlichen Nutzen einer Liegenschaft und wird häufig von Investoren und Banken verwendet, um Renditeliegenschaften zu bewerten.

 

Bewertung von Liegenschaften mit der Discounted-Cashflow-Methode (DCF)

Die Discounted-Cashflow-Methode ist ein weiterentwickeltes Verfahren zur Bewertung von Liegenschaften, das vor allem bei institutionellen Investoren beliebt ist. Im Unterschied zur Ertragswertmethode berücksichtigt sie veränderliche Erträge und Kosten über mehrere Jahre hinweg.

Der Wert ergibt sich aus der Summe der erwarteten zukünftigen Zahlungsströme (Cashflows), abgezinst mit einem Diskontsatz, der die Risiken und Marktbedingungen reflektiert.

Vorteilhaft ist, dass mit dieser Methode komplexe Entwicklungen und langfristige Investitionsstrategien abgebildet werden können. Sie ist daher ideal für komplexe Renditeobjekte oder Immobilienprojekte.

 

Fazit: Welche Methode eignet sich für die Bewertung Ihrer Liegenschaft?

Welche Bewertungsmethode angewendet wird, hängt von der Art der Liegenschaft und dem Ziel der Bewertung ab:

  • Für Wohnliegenschaften: hedonische Bewertung.
  • Für vermietete Objekte: Ertragswert- oder DCF-Methode.
  • Für besondere oder individuelle Liegenschaften: Realwertmethode.

Eine professionelle Bewertung Ihrer Liegenschaft liefert Ihnen nicht nur Sicherheit über den aktuellen Marktwert, sondern auch eine fundierte Entscheidungsgrundlage für Verkauf, Finanzierung oder Investition.

Mit dem kostenlosen Online-Bewertungstool von Neho können Sie Ihre Liegenschaft in wenigen Minuten einschätzen lassen – schnell, datenbasiert und nach anerkannten Methoden der Schweizer Liegenschaftsbewertung.

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Benjamin Steiner
Benjamin Steiner
Marketing Content Specialist

Benjamin hat einen Masterabschluss an der Universität Zürich und viele Jahre Erfahrung in der Erstellung und Redaktion von Texten. Für Neho und Strike recherchiert er aktuelle Ereignisse und Entwicklungen in der Immobilienbranche und erklärt sie unseren Blog-Lesern auf verständliche Weise.

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Häufige Fragen

Eine genaue Bewertung ist entscheidend, um den realistischen Marktwert einer Immobilie zu kennen. Sie hilft Eigentümern, einen fairen Verkaufspreis festzulegen, Käufern, überteuerte Angebote zu vermeiden, und Banken, die Finanzierung korrekt zu bemessen.

Die gängigsten Verfahren sind die hedonische Bewertung, die Realwertmethode, die Ertragswertmethode und die Discounted-Cashflow-Methode (DCF). Welche Methode geeignet ist, hängt von der Art der Immobilie und dem Zweck der Bewertung ab.

Der einfachste Weg ist eine Online-Bewertung über ein anerkanntes Tool wie das von Neho. Es nutzt hedonische Modelle, um auf Basis von Marktdaten schnell und zuverlässig den aktuellen Wert Ihrer Immobilie zu ermitteln.

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