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Checkliste und Ablauf eines Hauskaufs in der Schweiz

Von Benjamin Steiner
Lesezeit: 8 Minuten

Checkliste Hauskauf Schweiz – Tipps zur Finanzierung, Immobiliensuche und Kaufabwicklung für einen reibungslosen Immobilienerwerb.

Das Wichtigste in Kürze
  • Frühzeitige Finanzierungszusage ist entscheidend: Klären Sie Ihr Budget vor der Immobiliensuche mit der Bank. Nur so können Sie schnell zuschlagen, wenn Sie Ihre Wunschimmobilie finden.
  • Gezielte Immobiliensuche spart Zeit: Definieren Sie Ihre Suchkriterien genau, um unnötige Besichtigungen zu vermeiden und sich auf passende Objekte zu konzentrieren.
  • Schnell handeln, aber besonnen entscheiden: Eine gut vorbereitete Kaufstrategie ermöglicht es Ihnen, überzeugend aufzutreten, ohne überstürzt eine unpassende oder zu teure Immobilie zu kaufen.

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1. Einleitung: Warum ein Hauskauf gut geplant sein will

Der Kauf eines Hauses ist eine weitreichende Entscheidung mit langfristigen finanziellen Konsequenzen. In der Schweiz sind Immobilienpreise hoch und als Käufer konkurriert man in den meisten Fällen mit zahlreichen anderen Interessenten. Käufer, die sich frühzeitig und gründlich vorbereiten, haben deshalb einen entscheidenden Vorteil: Sie können schneller handeln, überzeugen den Verkäufer mit einer gesicherten Finanzierung und vermeiden Verzögerungen im Kaufprozess.

Diese Checkliste zeigt Ihnen, wie Sie sich optimal auf den Hauskauf vorbereiten, wie Sie Ihre Wunschimmobilie finden und welche Schritte notwendig sind, um sich von anderen Käufern positiv abzuheben. 

 

2. Finanzielle Planung: Wie viel Haus kann ich mir leisten?

Bevor die Suche nach einer passenden Immobilie beginnt, muss eine realistische Einschätzung der finanziellen Möglichkeiten erfolgen. Die Schweizer Banken und Hypothekargeber haben klare Vorgaben zur Tragbarkeit einer Immobilie. 

  • Eigenkapital: Mindestens 20 Prozent des Kaufpreises müssen als Eigenkapital vorhanden sein. Davon müssen mindestens 10 Prozent aus eigenen Ersparnissen stammen. Die restlichen 10 Prozent können unter bestimmten Voraussetzungen aus der Pensionskasse (2. Säule) entnommen werden.
  • Tragbarkeit der Hypothek: Die monatlichen Wohnkosten (Hypothekarzinsen, Amortisation und Nebenkosten) dürfen maximal 33 Prozent des Bruttoeinkommens betragen. Banken rechnen oft mit einem kalkulatorischen Zinssatz von rund fünf Prozent, auch wenn die aktuellen Hypothekarzinsen tiefer sind.
  • Hypothekarmodell wählen: Die Hypothek kann als Festhypothek mit einem fixen Zinssatz für mehrere Jahre oder als SARON-Hypothek mit flexiblen Zinsen abgeschlossen werden. Auch eine Kombination mehrerer Modelle ist möglich. 

 

3. Immobiliensuche – Kriterien festlegen

Bevor Sie Immobilien besichtigen oder Anfragen stellen, sollten Sie sich über Ihre Wünsche und Bedürfnisse im Klaren sein. Dabei helfen folgende Fragen:

Lage: Wo soll die Immobilie stehen?

  • Wie weit darf der Arbeitsweg sein?
  • Welche Verkehrsanbindungen sind nötig (ÖV, Autobahn)?
  • Gibt es Schulen, Einkaufsmöglichkeiten und Ärzte in der Nähe?
  • Ist die Umgebung ruhig oder eher lebendig?

Immobilientyp: Was passt zu meiner Lebenssituation?

  • Möchte ich ein freistehendes Einfamilienhaus oder eine Eigentumswohnung?
  • Brauche ich einen Garten, eine Terrasse oder einen Balkon?
  • Sind Treppen problematisch, oder ist ein Lift nötig?

Zustand der Immobilie: Neubau oder Altbau?

  • Bin ich bereit, in eine Sanierung zu investieren?
  • Welche Renovationskosten könnte ich übernehmen?
  • Sind energetische Sanierungen nötig, um Heizkosten zu senken?

Grösse und Raumaufteilung: Wie viel Platz benötige ich?

  • Wie viele Zimmer brauche ich?
  • Ist ein Büro für Homeoffice erforderlich?
  • Gibt es genug Stauraum (Keller, Estrich, Garage)?

Budgetrahmen: Was kann ich mir leisten?

  • Wie hoch darf der Kaufpreis maximal sein?
  • Welche Nebenkosten (Unterhalt, Steuern, Gebühren) kommen dazu?
  • Wie viel kann ich in Umbauten oder Modernisierungen investieren?

Viele Kaufinteressenten haben vage Vorstellungen und merken erst während der Suche, dass sie sich mit den falschen Objekten beschäftigen. Eine klare Liste an Muss-Kriterien spart Zeit und verhindert unnötige Besichtigungen.

 

4. Welche Suchkanäle sind am effektivsten?

Wenn die Anforderungen feststehen, geht es an die aktive Immobiliensuche. Wer hier strategisch vorgeht, findet schneller die passenden Angebote.

Online-Plattformen und Immobilienportale nutzen

Die meisten Angebote finden sich auf bekannten Schweizer Immobilienplattformen wie:

  • Homegate
  • Immoscout24
  • Newhome
  • Comparis
  • Neho

Um keine Gelegenheit zu verpassen, sollte man sich Suchabonnements einrichten, die passende Objekte sofort per E-Mail melden.

Direkt bei Banken und Pensionskassen nachfragen

Einige Banken und Pensionskassen bieten Immobilien an, die nur intern gelistet sind. Ein Gespräch mit einem Berater kann dazu führen, dass man Angebote erhält, bevor sie auf den grossen Portalen erscheinen.

Immobilienmakler aktiv kontaktieren

Viele Immobilien werden über Makler verkauft, bevor sie online erscheinen. Wer sich frühzeitig bei lokalen Maklern registrieren lässt und seine Suchkriterien hinterlegt, hat oft einen Informationsvorsprung.

Netzwerk nutzen: Private Angebote entdecken

Manche Immobilien werden gar nicht öffentlich angeboten, sondern über Bekannte oder lokale Kontakte vermittelt. Es kann sich lohnen:

  • Im Freundes- und Bekanntenkreis nachzufragen
  • Soziale Netzwerke (z. B. Facebook-Gruppen, LinkedIn) zu nutzen
  • In der Wunschregion auf Anzeigen in lokalen Geschäften oder Gemeindeportalen zu achten

Bauprojekte und Neubauten direkt bei Bauträgern erfragen

Wer Interesse an einem Neubau hat, kann sich direkt bei Bauunternehmen und Projektentwicklern informieren. Manche Wohnungen oder Häuser sind noch in Planung und werden lange vor der Fertigstellung reserviert.

 

5. Besichtigungstermine richtig vorbereiten

Viele Interessenten begehen den Fehler, unvorbereitet zu Besichtigungen zu gehen und erst vor Ort zu überlegen, ob die Immobilie passt. Wer gut vorbereitet ist, erkennt schneller, ob das Objekt geeignet ist und kann dem Verkäufer signalisieren, dass er ein ernsthafter Kandidat ist.

Was sollte man zur Besichtigung mitnehmen?

  • Diese Checkliste mit den wichtigsten Kriterien
  • Ein Massband oder eine Laser-Distanzmessung
  • Notizblock oder Smartphone für Fotos und Notizen
  • Liste mit Fragen zur Immobilie (Renovationen, Eigentümerstruktur, Energiekosten)

Worauf sollte man achten?

  • Bausubstanz und Zustand: Gibt es Feuchtigkeit, Risse oder Schimmel?
  • Lärmpegel: Wie laut ist die Umgebung? Strassenverkehr? Nachbarn?
  • Lichtverhältnisse: Sind die Räume hell genug?
  • Energieeffizienz: Wie hoch sind die Heizkosten? Ist die Dämmung ausreichend?
  • Renovationsbedarf: Welche Kosten könnten in den nächsten Jahren anfallen?

Tipp: Falls Sie unsicher sind, lassen Sie eine zweite Besichtigung mit einem Experten (Bausachverständiger oder Architekt) durchführen.

 

6. Schnell handeln, aber besonnen bleiben

Besonders in stark nachgefragten Regionen ist Schnelligkeit gefragt. Manche Immobilien sind innerhalb weniger Tage reserviert. Trotzdem sollte man nicht unüberlegt zuschlagen.

Strategie für schnelle, aber überlegte Entscheidungen:

  1. Finanzen im Vorfeld klären – So kann man sofort zusagen, wenn eine passende Immobilie gefunden wird.
  2. Kriterienliste immer zur Hand haben – So erkennt man direkt, ob ein Objekt passt.
  3. Bereits vor der Besichtigung die wichtigsten Dokumente prüfen – Grundbuchauszug, Nebenkosten, Renovationen.
  4. Mit einem Bausachverständigen zusammenarbeiten – Falls Unsicherheiten bestehen, kann eine Expertenmeinung helfen, eine fundierte Entscheidung zu treffen.
  5. Verkäufer überzeugen – Wer eine Finanzierungszusage vorlegen kann und flexibel bei der Übergabe ist, wird oft bevorzugt.

Vorteil für vorbereitete Käufer: Verkäufer wählen in der Regel nicht nur den Höchstbietenden, sondern einen Käufer, bei dem die Finanzierung gesichert ist und der den Kauf schnell und unkompliziert abschliessen kann.

 

7. Der Kaufprozess im Detail: Vom Angebot bis zum Vertrag

Kaufangebot abgeben

Nachdem eine passende Immobilie gefunden und das Objekt besichtigt wurde, wird ein Kaufangebot abgegeben. In der Schweiz geschieht dies meist schriftlich und kann folgende Punkte beinhalten:

  • Kaufpreisangebot
  • Finanzierungsnachweis
  • Bedingung zur Prüfung der Immobilie und des Vertrags

Der Verkäufer kann das Angebot annehmen, ablehnen oder eine Gegenofferte stellen.

Prüfung der Immobilie und Vertragsdetails

Bevor der Kaufvertrag unterschrieben wird, sollte die Immobilie genau geprüft werden. Wichtige Punkte sind:

  • Einsicht in das Grundbuch (Dienstbarkeiten, Hypotheken)
  • Kontrolle des Zonenplans und allfälliger Bauprojekte in der Umgebung
  • Einsicht in die Nebenkostenabrechnungen
  • Bei Eigentumswohnungen: Einsicht in das Reglement der Stockwerkeigentümergemeinschaft und Rücklagen des Erneuerungsfonds
  • Bei vermieteten Immobilien: Einsicht in den Mieterspiegel und die Mieteinnahmen

Notarielle Beurkundung des Kaufvertrags

In der Schweiz muss ein Kaufvertrag für eine Immobilien von einem Notar beurkundet werden. Der Notar stellt sicher, alle rechtlichen Vorgaben erfüllt sind und der Vertrag später nicht wegen Formmängeln angefochten werden kann. Je nach Kanton ist das Grundbuchamt in der Funktion als Amtsnotar oder ein freiberuflich tätiger Notar zuständig. 

  • Der Notar erstellt den Kaufvertrag basierend auf den Vereinbarungen zwischen Käufer und Verkäufer.
  • Beide Parteien unterzeichnen den Vertrag vor dem Notar.
  • Die Bank des Käufers übermittelt die Finanzierungsbestätigung an den Notar.
  • Der Notar leitet die Anmeldung des Eigentumswechsels beim Grundbuchamt ein.

Erst mit der Eintragung des neuen Eigentümers im Grundbuch erfolgt die Eigentumsübertragung.

 

8. Nach dem Kauf: Übergabe und Formalitäten

Zahlung des Kaufpreises und Grundbucheintrag

Nach der notariellen Beurkundung wird der Kaufpreis gemäss den vertraglichen Bedingungen bezahlt. 

Übergabe der Immobilie

Der Verkäufer übergibt die Immobilie zum vertraglich vereinbarten Zeitpunkt. Es kann ein Übergabeprotokoll erstellt werden, in dem alle Zählerstände (Strom, Wasser, Gas), Schlüsselübergabe und eventuelle Mängel dokumentiert werden.

Versicherungen und Ummeldungen

Nach dem Kauf müssen verschiedene organisatorische Schritte erledigt werden:

  • Hausratversicherung anpassen
  • Adresse bei Gemeinde, Post, Banken und Versicherungen aktualisieren
  • Energieversorger, Internetanbieter und weitere Dienstleister über den Eigentümerwechsel informieren
  • Handänderungssteuer, Grundbuch- und Notariatsgebühren begleichen

 

Fazit: Wer vorbereitet ist, kauft erfolgreicher

Die richtige Immobilie zu finden, ist nicht nur eine Frage des Glücks. Gut vorbereitete Käufer haben einen enormen Vorteil, weil sie schneller reagieren können und beim Verkäufer einen positiven Eindruck hinterlassen. 

Die drei wichtigsten Erfolgsfaktoren bei der Immobiliensuche:

  • Frühzeitige Finanzierungszusage: Klären Sie Ihr Budget mit der Bank, bevor Sie mit der Suche beginnen.
  • Klare Suchkriterien: Wissen Sie genau, was Sie wollen, um keine Zeit mit ungeeigneten Objekten zu verlieren.
  • Schnelles, aber gut überlegtes Handeln: Bereiten Sie sich auf Besichtigungen vor, prüfen Sie Unterlagen frühzeitig und seien Sie bereit, sofort zuzugreifen.

Mit der richtigen Vorbereitung haben Sie nicht nur bessere Chancen, Ihr Wunschobjekt zu bekommen, sondern vermeiden auch teure Fehler und unerwartete Überraschungen.

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Benjamin Steiner
Benjamin Steiner
Marketing Content Specialist

Benjamin hat einen Masterabschluss an der Universität Zürich und viele Jahre Erfahrung in der Erstellung und Redaktion von Texten. Für Neho und Strike recherchiert er aktuelle Ereignisse und Entwicklungen in der Immobilienbranche und erklärt sie unseren Blog-Lesern auf verständliche Weise.

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Häufige Fragen

Eine Checkliste hilft Ihnen, den Hauskauf strukturiert und effizient anzugehen. Sie stellt sicher, dass Sie nichts übersehen, finanziell gut vorbereitet sind und bei der Immobiliensuche gezielt vorgehen. Dadurch erhöhen Sie Ihre Chancen, Ihre Wunschimmobilie schneller und ohne teure Fehler zu erwerben.

In der Schweiz benötigen Sie mindestens 20 % Eigenkapital des Kaufpreises, wovon mindestens 10 % aus eigenen Ersparnissen stammen müssen. Zudem darf die monatliche Belastung durch Hypothekarzinsen, Amortisation und Nebenkosten maximal 33 % des Bruttoeinkommens betragen. Ein Finanzierungsnachweis kann Ihre Position gegenüber Verkäufern stärken.

Eine klare Liste mit Muss-Kriterien hilft, gezielt zu suchen. Nutzen Sie Immobilienplattformen, registrieren Sie sich bei Maklern, fragen Sie Banken nach internen Angeboten und aktivieren Sie Ihr persönliches Netzwerk. So erfahren Sie oft früher von passenden Objekten und erhöhen Ihre Chancen auf den Zuschlag.

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