In der Schweiz mit ihrer Topografie spielen Wintersonne und Höhenlage eine besondere Rolle für den Immobilienwert. Was in flachen Regionen kaum ein Thema ist, kann in Bergtälern den Preis um zweistellige Prozentwerte beeinflussen.
Warum Wintersonne?
In den kurzen Wintertagen bestimmt die Topografie, welche Lagen Sonne erhalten und welche im Schatten liegen. Ein Haus am Südhang eines Tals kann auch im Dezember mehrere Stunden Sonne geniessen, während ein Haus am Nordhang desselben Tals wochenlang im Schatten liegt. Dieser Unterschied ist in Bergregionen so fundamental, dass er seit Jahrhunderten die Besiedlungsmuster beeinflusst.
Höhenlage: über dem Nebelmeer
In der Schweiz gibt es einen Effekt, der in flachen Ländern nicht existiert: Lagen oberhalb der Nebelgrenze (typisch ab 700 bis 1'000 Metern über Meer) geniessen im Winter deutlich mehr Sonnenstunden als Lagen im Mittelland. Dieses «Wohnen über dem Nebelmeer» ist ein bewusstes Standortargument und steigert die Attraktivität solcher Lagen messbar.
Wie gross ist der Preiseffekt?
In Bergregionen kann der Unterschied zwischen einer besonnten und einer schattigen Lage 10 bis 20 Prozent betragen. Im Mittelland ist der Effekt geringer, aber Lagen oberhalb der Nebelgrenze erzielen tendenziell 5 bis 10 Prozent mehr als vergleichbare Lagen im Nebel.
Fazit: Sonne ist in der Schweiz ein Luxusgut
Wintersonne und Höhenlage sind in der Schweiz echte Werttreiber, die in der Bewertung und der Vermarktung gezielt eingesetzt werden sollten.