Eine der häufigsten Fragen beim Immobilienverkauf: Soll ich vor dem Verkauf noch renovieren, oder verkaufe ich im aktuellen Zustand? Die Antwort ist nicht pauschal, aber es gibt klare Entscheidungshilfen.
Wann lohnt sich eine Renovation?
Eine Renovation vor dem Verkauf lohnt sich, wenn:
- Der Aufwand gering ist, der visuelle Effekt aber gross (frischer Anstrich, neue Armaturen, gereinigter Garten)
- Ein einzelner Mangel den Gesamteindruck stark beeinträchtigt (z. B. eine stark veraltete Küche in einer ansonsten modernen Wohnung)
- Die Massnahme die GEAK-Klasse verbessert und damit den Kreis potenzieller Käufer erweitert
- Der lokale Markt ein gepflegtes Objekt deutlich besser honoriert als ein renovationsbedürftiges
Wann lohnt es sich nicht?
Eine Renovation vor dem Verkauf lohnt sich oft nicht, wenn:
- Eine Gesamtrenovation nötig wäre – die Kosten sind hoch und die Wertschöpfung liegt selten über 70 Prozent
- Das Objekt ohnehin für einen Käufer mit eigenen Umbauplänen attraktiv ist (z. B. Grundstück mit Abbruchobjekt)
- Die Renovation dem persönlichen Geschmack entspricht, aber nicht dem Markt
- Der Zeitdruck beim Verkauf keine Bauverzögerung erlaubt
Die Faustregel
Kosmetische Massnahmen (unter 10'000 Franken) lohnen sich fast immer. Mittlere Massnahmen (10'000 bis 50'000 Franken) lohnen sich, wenn ein spezifischer Mangel den Preis überproportional drückt. Grosse Renovationen (über 50'000 Franken) lohnen sich vor dem Verkauf selten – es ist oft besser, den Preis anzupassen und dem Käufer die Gestaltungsfreiheit zu lassen.
Fazit: Gezielt investieren, nicht alles erneuern
Die beste Strategie vor dem Verkauf ist gezieltes Investieren in die grössten Schwachstellen und eine realistische Preisanpassung für den Rest. Eine professionelle Einschätzung hilft, die richtigen Prioritäten zu setzen.