Versteigerungen in St. Gallen: Immobilien bei Zwangsversteigerungen und Ganten im Kanton kaufen

Von Bastien Liebgott
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Versteigerungen St. Gallen: Wo Sie Termine finden, wie die Zwangsversteigerung abläuft und was Sie beim Kauf einer Immobilie an der Gant beachten müssen.

Das Wichtigste in Kürze
  • Versteigerungen in St. Gallen werden von den Betreibungsämtern durchgeführt und mindestens einen Monat im Voraus im Amtsblatt des Kantons St. Gallen publiziert.
  • Bei Versteigerungen in St. Gallen kann jeder mitbieten, der die Steigerungsbedingungen akzeptiert und die Finanzierung des Kaufpreises gesichert hat.
  • Immobilien an Versteigerungen in St. Gallen werden im Ist-Zustand ohne Gewährleistung verkauft – eine gründliche Prüfung des Lastenverzeichnisses vor dem Biettermin ist unverzichtbar.

Wie funktionieren Immobilien-Versteigerungen in St. Gallen?

Immobilien-Versteigerungen im Kanton St. Gallen sind Zwangsversteigerungen (Ganten), die von den zuständigen Betreibungsämtern durchgeführt werden. Sie finden statt, wenn Immobilienbesitzer ihre finanziellen Verpflichtungen – typischerweise Hypothekarzinsen oder andere Schulden – nicht mehr erfüllen können und der Gläubiger die Verwertung des Grundpfands beantragt hat. Im Kanton St. Gallen, mit seiner Mischung aus Stadt, Agglomeration und ländlichen Gebieten, kommen Versteigerungen regelmässig vor – wenn auch seltener als in den ganz grossen Kantonen.

Wo finden Sie Versteigerungstermine?

Die Versteigerungstermine im Kanton St. Gallen werden an mehreren Stellen publiziert. Das Amtsblatt des Kantons St. Gallen (online abrufbar unter amtsblatt.sg.ch) ist die offizielle Quelle. Ergänzend werden die Termine im Schweizerischen Handelsamtsblatt (SHAB) publiziert. Einzelne Betreibungsämter veröffentlichen die Termine zusätzlich auf ihren Websites. Online-Plattformen, die Zwangsversteigerungen schweizweit aggregieren, erleichtern die Suche.

Die Publikation erfolgt mindestens einen Monat vor dem Versteigerungstermin und enthält Angaben zum Objekt (Adresse, Grundbuchnummer, Beschreibung), zum amtlichen Schätzungswert, zu den Steigerungsbedingungen und zum genauen Ort und Zeitpunkt der Versteigerung.

Ablauf einer Versteigerung in St. Gallen

Der Ablauf folgt dem eidgenössischen SchKG (Schuldbetreibungs- und Konkursgesetz) und ist damit im Kern in allen Kantonen gleich. Vor der Versteigerung legt das Betreibungsamt die Steigerungsbedingungen und das Lastenverzeichnis auf. Interessenten können diese Unterlagen vor Ort einsehen und sollten dies unbedingt tun: Das Lastenverzeichnis zeigt alle bestehenden Belastungen der Immobilie (Grundpfandrechte, Dienstbarkeiten, Grundlasten, Vormerkungen), die auch nach der Versteigerung bestehen bleiben.

Am Versteigerungstag werden die Gebote mündlich abgegeben. Der Zuschlag erfolgt an den Meistbietenden, sofern das Gebot die gesetzlichen Mindestanforderungen erfüllt. Beim ersten Steigerungstermin muss das Höchstgebot mindestens die vorgehenden Pfandrechte plus Betreibungskosten decken. Wird dieser Betrag nicht erreicht, kann ein zweiter Termin angesetzt werden – dort gibt es kein Mindestgebot.

Nach dem Zuschlag muss der Kaufpreis innert 20 Tagen bezahlt werden. Die Finanzierung muss deshalb vor der Versteigerung gesichert sein. Die meisten Banken sind bereit, eine bedingte Finanzierungszusage für den Fall eines erfolgreichen Zuschlags zu erteilen – sprechen Sie frühzeitig mit Ihrer Bank.

Chancen und Risiken

Die Chance bei Versteigerungen in St. Gallen liegt im Preis: Immobilien werden teilweise 10 bis 25 Prozent unter dem Marktwert zugeschlagen. Allerdings hängt der tatsächliche Zuschlagspreis von der Anzahl der Bieter ab. In beliebten Lagen (Stadt St. Gallen, Rorschach, Wil) kann die Konkurrenz gross sein und die Preise nahe an den Marktwert treiben. In ländlicheren Gebieten (Toggenburg, Werdenberg) sind die Chancen auf einen günstigen Zuschlag oft besser.

Die Risiken sind bei jeder Zwangsversteigerung dieselben: Das Objekt wird im Ist-Zustand verkauft – ohne Gewährleistung und oft ohne die Möglichkeit einer Innenbesichtigung. Versteckte Mängel gehen vollständig zulasten des Käufers. Bestehende Dienstbarkeiten und Grundlasten bleiben auch nach dem Zuschlag bestehen. Und die kurze Zahlungsfrist lässt keinen Spielraum für nachträgliche Finanzierungsabklärungen.

Tipps für Bieter in St. Gallen

Studieren Sie das Lastenverzeichnis und die Steigerungsbedingungen vor dem Termin – lassen Sie die Unterlagen bei komplexen Verhältnissen von einem Anwalt prüfen. Besichtigen Sie die Immobilie von aussen und recherchieren Sie die Umgebung. Klären Sie die Finanzierung vorab mit Ihrer Bank und holen Sie eine bedingte Zusage ein. Setzen Sie sich ein klares Preislimit und halten Sie es ein – im Bieterfieber wird schnell überzahlt. Und rechnen Sie einen Renovationsbudget ein: Versteigerungsobjekte sind oft sanierungsbedürftig.

Fazit

Versteigerungen in St. Gallen bieten echte Chancen auf einen günstigen Immobilienkauf – aber nur für gut vorbereitete Bieter. Die Publikation im Amtsblatt, die Prüfung der Steigerungsbedingungen und die gesicherte Finanzierung sind die drei Voraussetzungen. Wer diese Schritte sorgfältig durchläuft, kann im Kanton St. Gallen ein gutes Geschäft machen.

Bastien Liebgott
Bastien Liebgott
Digital Manager

Nach seinem Abschluss in Informatik und einem Master in Webmarketing hat Bastien mehrere Jahre Erfahrung bei einer Webagentur als Content-Manager gesammelt. Er schloss sich dem Marketing-Team an, um die Website von Neho zu optimieren und die Sichtbarkeit der Agentur auf den Suchmaschinen zu verbessern.

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