In der Schweiz variieren die Steuern von Gemeinde zu Gemeinde erheblich. Der Steuerfuss – also der kommunale Faktor auf die Kantons- und Bundessteuern – beeinflusst die Attraktivität einer Gemeinde und damit die Immobilienpreise.
Wie gross ist der Effekt?
Studien zeigen, dass ein um 10 Prozentpunkte tieferer Steuerfuss die Immobilienpreise in der betreffenden Gemeinde um rund 3 bis 5 Prozent steigert. Der Zusammenhang ist gut belegt und zeigt sich insbesondere an den Grenzen benachbarter Gemeinden mit unterschiedlichen Steuerfüssen: Dieselbe Strasse, dieselbe Infrastruktur – aber unterschiedliche Immobilienpreise.
Warum wirkt der Steuerfuss so stark?
Der Steuerfuss beeinflusst die laufenden Kosten des Wohnens. Eine Familie mit einem steuerbaren Einkommen von 150'000 Franken kann durch einen Wechsel von einer Gemeinde mit Steuerfuss 120 Prozent in eine mit 80 Prozent mehrere Tausend Franken pro Jahr sparen. Diese Ersparnis wird über die Laufzeit des Wohneigentums kapitalisiert und schlägt sich im Immobilienpreis nieder.
Einschränkungen
Der Steuerfuss ist nicht alles. Eine Gemeinde mit tiefem Steuerfuss, aber schlechter Infrastruktur, langer Pendeldistanz oder fehlenden Schulen kann trotzdem tiefere Immobilienpreise haben. Umgekehrt kann eine Gemeinde mit hohem Steuerfuss, aber ausgezeichneter Lage und Infrastruktur hohe Preise erzielen. Der Steuerfuss ist ein Faktor unter vielen – aber ein messbarer.
Fazit: Der Steuerfuss ist ein stiller Preistreiber
Gemeinden mit tiefem Steuerfuss erzielen höhere Immobilienpreise. Verkäufer in steuergünstigen Gemeinden sollten diesen Vorteil im Verkaufsdossier hervorheben.