SNB-Zinsentscheid vom 12. Dezember 2025
Die SNB verzichtet auf eine Überraschung und belässt den Leitzins im Dezember 2025 bei 0 Prozent. Die SNB begründete den Zinsentscheid vom Dezember mit der praktisch unveränderten Inflationsprognose, die weiterhin im Bereich der Preisstabilität liegt. Bei Bedarf sei die Nationalbank weiterhin bereit, am Devisenmarkt aktiv zu sein.
Die Inflation, so die SNB, sei in den letzten Monaten tiefer ausgefallen als erwartet, wenngleich nur leicht. In der mittleren Frist sei der Inflationsdruck gegenüber der letzten Lagebeurteilung aber praktisch unverändert. Die aktuelle Geldpolitik trage dazu bei, die Inflation im Bereich der Preisstabilität zu halten, und stütze die Wirtschaftsentwicklung. Die Nationalbank werde aber die Lage weiter beobachten und die Geldpolitik wenn nötig anpassen, um die Preisstabilität sicherzustellen.
Inflation und Konjunktur vor dem Zinsentscheid vom Dezember 2025
Inflation
Der Zinsentscheid vom Dezember 2025 wurde ermöglicht, weil die Inflation im letzten Quartal leicht rückläufig war. So betrug die Teuerung im November 0 % im Vergleich zu den Preisen des Vorjahres. In den Vormonaten hatte sie leicht im positiven Bereich gelegen.
Die Inflation entwickelt sich seit über einem halben Jahr in einem sehr schmalen Band um 0 Prozent. Damit liegt sie am unteren Rand des SNB-Zielbands. Gemäss der SNB-Definition ist das Preisniveau stabil, wenn die Inflation zwischen 0 und 2 Prozent liegt.
Würde sich die Inflation anhaltend im negativen Bereich bewegen, wäre das ein wesentlicher Grund für die SNB, den Leitzins zu senken. Denn die Sicherung der Preisstabilität ist gemäss Gesetz der wichtigste Auftrag der Nationalbank. Die Entwicklung der Inflation ist daher das wichtigste Kriterium bei der geldpolitischen Lagebeurteilung. Im Zweifelsfall hat die Preisstabilität Vorrang gegenüber der Konjunktur und dem Frankenkurs.
Konjunktur
Die Schweizer Wirtschaft steht weiterhin unter erheblichem Druck. Höhere US-Zölle und ein starker Franken belasten die Exportindustrie. Das SECO erwartet gemäss der jüngsten Prognose ein Wachstum von 1,3 % im Jahr 2025 und eine Abschwächung auf 0,9 % im Jahr 2026.
Besonders herausfordernd ist das neue US-Zollregime. Die hohen Zölle, die die USA auf bestimmte Schweizer Importe erheben, schmälern die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Unternehmen. Das dürfte die Warenexporte im zweiten Halbjahr 2025 stark dämpfen. Gleichzeitig bremsen die Unsicherheiten rund um die US-Handelspolitik weitere Investitionen.
Für 2026 rechnet das SECO mit schwächeren Exporten, geringeren Ausrüstungsinvestitionen und einem moderaten Anstieg der Arbeitslosenquote auf 3,2 %. Die Unsicherheiten bleiben hoch, mit klaren Abwärtsrisiken.
Wie wird sich der Leitzins 2026 entwickeln?
Aktuell rechnen die meisten Experten damit, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) ihren Leitzins bis Ende 2026 unverändert bei 0 Prozent halten wird. Eine Minderheit erwartet Zinssenkungen unter Null.
Die Hürde für einen Leitzins unter 0 Prozent sind jedoch hoch. Laut SNB-Präsident Martin Schlegel würden negative Zinsen nur im Ausnahmefall in Betracht gezogen – eher werde man bei Bedarf am Devisenmarkt intervenieren.
Trotz der aktuell sehr niedrigen Inflation und der gedämpften Konjunkturentwicklung sehen Ökonomen damit aktuell keinen Anlass für eine Zinssenkung. Für die meisten gilt: Der Nullzins dürfte bis auf weiteres die geldpolitische Normalität bleiben.
Einfluss des Leitzinses auf die Hypothekarzinsen
Die Zinsen für Festhypotheken und SARON-Hypotheken bewegten sich im letzten Quartal seitwärts. Das Zinsniveau ist somit aktuell fast identisch im Vergleich zu vor 3 Monaten.
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SARON-Hypothek |
Fest 5 Jahre |
Fest 10 Jahre |
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Publizierte Zinssätze (Durchschnitt) |
1,06 % |
1,48 % |
1,81 % |
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Tiefster Zins im Angebot bei Strike |
0,66 % |
1,12 % |
1,43 % |
Die Zinssätze für Festhypotheken setzen sich aus den Swapsätzen plus einer Marge zusammen. Die Swapsätze widerspiegeln die Zinserwartungen, das heisst, wie die Banken annehmen, dass sich das Zinsniveau über die Laufzeit (z.B. 2, 5 oder 10 Jahre) entwickeln wird. Die unveränderten Zinsen für Festhypotheken widerspiegeln daher auch die unveränderten Zinserwartungen der Marktteilnehmer.
Der Zinssatz einer SARON-Hypothek entspricht dem SARON – mindestens aber 0 Prozent bei negativen Zinsen – plus der im Vertrag vereinbarten Marge. Die Zinsen für SARON-Hypotheken würden sich daher erst wesentlich ändern, wenn die SNB einen Zinsschritt vornehmen würde.
Wann ist der nächste SNB-Zinsentscheid?
Der nächste SNB-Zinsentscheid wird am 19. März 2026 kommuniziert.
