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Residualwert eines Grundstücks

Von Bastien Liebgott
Lesezeit: 2 Minuten

Erfahren Sie, wie Sie den Wert Ihres Grundstücks mit der Residualwertmethode bestimmen – ein zentrales Instrument, um bei einem Verkauf an einen Immobilienentwickler den richtigen Preis zu erzielen.

Das Wichtigste in Kürze
  • Die Residualwertmethode berechnet den Grundstückswert als Differenz zwischen dem Marktwert des fertigen Projekts und den Gesamtkosten der Realisierung.

  • Der Residualwert dient zur Bewertung von baureifen Grundstücken und zur Beurteilung der wirtschaftlichen Machbarkeit eines Bauprojekts.

  • Der Residualwert hilft Investoren, den maximal sinnvollen Kaufpreis zu ermitteln, und Verkäufern, einen marktgerechten Verkaufspreis zu argumentieren.

Was ist die Residualwertmethode?

Die Residualwertmethode wird verwendet, um den Wert von Grundstücken zu ermitteln, auf denen etwas gebaut werden soll. Sie basiert auf einem einfachen Prinzip:

Wert des Grundstücks = Marktwert nach Fertigstellung – Gesamtkosten der Investition

Anders ausgedrückt: Man beginnt mit dem geschätzten Marktwert des fertiggestellten Projekts und zieht sämtliche zur Realisierung erforderlichen Kosten ab (Baukosten, Honorare, Nebenkosten usw.). Der verbleibende Betrag entspricht dem Grundstückswert.

Diese Methode ermöglicht somit eine fundierte Einschätzung des Grundstückswerts unter Berücksichtigung der Projektkosten – als Grundlage für einen marktgerechten und begründbaren Verkaufspreis.

 

Ein praktisches Beispiel

Sie besitzen ein Grundstück, auf dem ein Mehrfamilienhaus errichtet werden kann:

  • Geschätzter Marktwert des fertigen Projekts: 2,5 Mio. CHF
  • Gesamtkosten der Projektrealisierung: 1,8 Mio. CHF

Residualwert des Grundstücks = 2,5 Mio. – 1,8 Mio. = 700'000 CHF

 

Nutzen der Residualwertmethode

Die Residualwertmethode dient nicht nur der Bewertung eines Grundstücks bei einem bereits bekannten Projekt. Sie kann auch für folgende Zwecke eingesetzt werden:

1. Wirtschaftliche Machbarkeit eines Projekts prüfen

Ein Bauträger oder Investor kann mithilfe der Residualwertmethode vorab klären, ob ein Bauvorhaben rentabel ist. Durch die Modellierung der Baukosten, Betriebskosten und erwarteten Erträge (Verkaufserlöse oder Mieteinnahmen) lässt sich feststellen, ob das Projekt eine ausreichende Marge verspricht.

2. Den maximalen Kaufpreis für ein Grundstück bestimmen

Für Kaufinteressenten dient die Methode dazu, den maximalen Preis zu berechnen, den sie für ein Grundstück zahlen können, damit das Projekt noch rentabel ist. Das sichert die Investition ab und bietet eine fundierte Basis für Preisverhandlungen.

3. Szenarien gemäss lokaler Bauvorschriften simulieren

Je nach den Vorschriften am Standort (z. B. Ausnützungsziffer, Überbauungsziffer, zulässige Höhe, Nutzungsart etc.) kann ein Grundstück unterschiedlich entwickelt werden: als Mehrfamilienhaus, Eigentumswohnungen oder Gewerbeflächen. Die Anwendung der Residualwertmethode auf verschiedene Entwicklungsszenarien hilft, das wirtschaftlich sinnvollste Projekt zu identifizieren – oder jenes, das den Grundstückswert am meisten einschränkt. Das ist nicht nur für Entwickler nützlich, sondern auch für Gemeinden im Rahmen der Stadtplanung.

 

Warum sollte man einen Experten für die Immobilienbewertung hinzuziehen?

Die Residualwertmethode ist ein leistungsstarkes Instrument, hängt jedoch stark ab von:

  • den lokalen Bauvorschriften
  • realistischen Kostenannahmen
  • fundierter Marktkenntnis

Daher ist es sehr empfehlenswert, einen Immobilienexperten beizuziehen, um Fehleinschätzungen zu vermeiden und den Wert Ihres Grundstücks zu maximieren.

Bastien Liebgott
Bastien Liebgott
Digital Manager

Nach seinem Abschluss in Informatik und einem Master in Webmarketing hat Bastien mehrere Jahre Erfahrung bei einer Webagentur als Content-Manager gesammelt. Er schloss sich dem Marketing-Team an, um die Website von Neho zu optimieren und die Sichtbarkeit der Agentur auf den Suchmaschinen zu verbessern.

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Häufige Fragen

Die Residualwertmethode eignet sich insbesondere dann, wenn ein Grundstück über Entwicklungspotenzial verfügt – etwa für einen Neubau – und man seinen Wert ermitteln möchte, um den finanziellen Spielraum für Kauf oder Verkauf korrekt einzuschätzen.

Zur Bestimmung des Residualwerts müssen sämtliche Projektkosten einkalkuliert werden: darunter fallen Baukosten, Architekten- und Planungshonorare, Baunebenkosten, Bewilligungsgebühren, Finanzierungskosten sowie eine realistische Marge für den Entwickler oder Investor.

Da der Residualwert stark von Annahmen über Baukosten, Marktentwicklung und lokal geltenden Bauvorschriften abhängt, empfiehlt es sich, einen erfahrenen Immobilienbewerter oder Bauexperten hinzuzuziehen, um fundierte und belastbare Resultate zu erzielen.

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