Minergie ist der bekannteste Energiestandard für Gebäude in der Schweiz. Doch zahlen Käufer tatsächlich mehr für ein zertifiziertes Gebäude?
Typischer Preisaufschlag
Studien zeigen, dass Minergie-zertifizierte Gebäude in der Schweiz einen Aufschlag von rund 3 bis 7 Prozent gegenüber vergleichbaren konventionellen Gebäuden erzielen. Der Aufschlag variiert je nach Label:
- Minergie: Grundstandard, Aufschlag ca. 3 bis 5 Prozent
- Minergie-P: Passivhausstandard, Aufschlag ca. 5 bis 7 Prozent
- Minergie-A: Plusenergiehaus, Aufschlag tendenziell am höchsten, aber wenig Marktdaten
Warum zahlen Käufer mehr?
Der Aufschlag erklärt sich durch tiefere Betriebskosten (Heizung, Kühlung, Warmwasser), höheren Wohnkomfort (kontrollierte Lüftung, weniger Zugluft) und eine bessere Zukunftsfähigkeit angesichts steigender Energiepreise und verschärfter Vorschriften. Hinzu kommt, dass Banken Minergie-Gebäude zum Teil günstiger finanzieren.
Einschränkungen
Der Aufschlag ist nicht in jedem Markt gleich hoch. In Regionen mit tiefen Energiekosten (z. B. günstiger Wasserkraft) ist der Spareffekt weniger spürbar. Zudem verliert das Label mit zunehmendem Gebäudealter an Relevanz, wenn die technischen Anlagen veralten oder nicht mehr dem aktuellen Standard entsprechen.
Fazit: Minergie zahlt sich beim Wiederverkauf aus
Ein Minergie-Label steigert den Wiederverkaufswert in der Schweiz messbar. Der Aufschlag von 3 bis 7 Prozent rechtfertigt in vielen Fällen die Mehrkosten beim Bau. Für Verkäufer ist das Label ein starkes Argument in der Vermarktung.