Eine Immobilie, die monatelang inseriert ist, verliert an Attraktivität. Doch ab wann wird die Vermarktungsdauer wirklich zum Preisproblem?
Die kritische Schwelle
In der Schweiz gilt als Faustregel: Nach 3 bis 4 Monaten auf dem Markt beginnen Kaufinteressenten zu fragen, warum das Objekt noch nicht verkauft ist. Nach 6 Monaten ist das Objekt für viele «verbrannt» – der Verdacht, dass etwas nicht stimmt, wächst. Der Druck auf den Preis nimmt mit jedem Monat zu.
Wie gross ist der Effekt?
Erfahrungswerte zeigen, dass eine Immobilie nach 6 bis 12 Monaten Vermarktungsdauer typischerweise 5 bis 15 Prozent weniger erzielt als bei einem Verkauf innerhalb der ersten 3 Monate. Der Effekt ist nicht linear: Die ersten Wochen kosten wenig, aber jeder weitere Monat nach der kritischen Schwelle kostet überproportional viel.
Warum verliert ein langes Inserat an Wert?
- Käufer vermuten versteckte Mängel
- Das Objekt erscheint in der Suche als «schon lange gesehen» – der Neuheitseffekt fehlt
- Makler und Portale priorisieren neue Inserate
- Der Verkäufer gerät unter Zeitdruck und akzeptiert tiefere Angebote
Was können Verkäufer tun?
Die wichtigste Massnahme ist ein marktgerechter Angebotspreis von Anfang an. Wenn der Preis nach 8 bis 12 Wochen nicht zu Besichtigungen führt, sollte er angepasst werden. Alternativ kann das Inserat vorübergehend vom Markt genommen und mit neuen Fotos, einer angepassten Beschreibung und einem überarbeiteten Preis neu lanciert werden.
Fazit: Schnell und richtig ist besser als langsam und teuer
Eine lange Vermarktungsdauer kostet Geld – oft mehr als eine anfängliche Preisreduktion. Verkäufer sollten den Preis frühzeitig anpassen, statt monatelang auf den Wunschpreis zu warten.