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Kosten nach dem Hauskauf: Was Eigentümer wirklich erwartet

Von Benjamin Steiner
Lesezeit: 4 Minuten

Welche Kosten nach dem Hauskauf wirklich anfallen: Erfahren Sie alles über Nebenkosten, Unterhalt, Renovationen und steuerliche Folgen für Eigentümer.

Das Wichtigste in Kürze
  • Beim Hauskauf fallen neben dem Kaufpreis erhebliche Kosten an, darunter Handänderungssteuern, Notariats- und Grundbuchgebühren sowie Finanzierungskosten.
  • Eigentümer sollten sich auf laufende Kosten nach dem Hauskauf wie Unterhalt, Versicherungen und Betriebskosten einstellen.
  • Oft übersehene Kosten nach dem Hauskauf sind Rücklagen für künftige Sanierungen. 

Einleitung: Kosten nach dem Hauskauf

Der Kauf eines Eigenheims ist für viele Menschen ein Lebenstraum – aber auch eine erhebliche finanzielle Investition. Wer sich nur auf den Kaufpreis konzentriert, übersieht leicht zusätzliche Ausgaben, die im Zuge des Erwerbs und danach entstehen. In diesem Artikel geben wir Ihnen einen umfassenden Überblick über alle Kosten nach dem Hauskauf – von den Nebenkosten beim Erwerb, über die laufenden Unterhaltskosten, bis hin zu den Kosten beim Verkauf einer bestehenden Immobilie.

 

1. Nebenkosten nach dem Hauskauf: Mehr als nur der Kaufpreis

Beim Kauf einer Immobilie entstehen zusätzliche Kosten, die nicht im Kaufpreis enthalten sind. Diese variieren je nach Kanton und Situation, sollten aber bei der Finanzplanung keinesfalls vernachlässigt werden.

Handänderungssteuer

Die Handänderungssteuer wird in vielen Schweizer Kantonen erhoben, sobald eine Immobilie den Besitzer wechselt. Sie beträgt meist zwischen 1% und 3% des Kaufpreises. In einigen Kantonen wird sie nur vom Käufer getragen, in anderen anteilig von beiden Parteien.

🔍 Beispiel: Bei einem Kaufpreis von 800'000 CHF können je nach Kanton bis zu 24'000 CHF Handänderungssteuer fällig werden.

Notariatsgebühren

Der Notar ist für die Beurkundung des Kaufvertrags zuständig. Die Gebühren richten sich in den meisten Kantonen nach dem Kaufpreis und liegen in der Regel zwischen 0.1% und 0.3%.

Grundbuchgebühren

Für die Eintragung des neuen Eigentümers im Grundbuch fallen ebenfalls Gebühren an – meist im Bereich von 0.1% bis 0.2% des Kaufpreises.

Finanzierungskosten

  • Gebühren für die Hypothek (z. B. Schätzungen, Vertragsabschluss)
  • Amortisation: Rückzahlung der Hypothek
  • Zinskosten: abhängig vom Zinssatz und der Laufzeit

 

2. Laufende und einmalige Kosten nach dem Hauskauf 

Mit dem Besitz einer Immobilie ist es nicht getan. Es entstehen dauerhaft laufende Kosten und je nach Zustand des Hauses auch einmalige Investitionen. Hier die wichtigsten Posten:

Unterhalt und Renovationen

Regelmässiger Unterhalt

Als Faustregel gilt: Eigentümer sollten nach dem Hauskauf jährlich etwa 1% des Immobilienwerts für Unterhalt und kleinere Reparaturen einplanen.

🧰 Dazu gehören z. B. Heizungswartung, Ersatz von Geräten, Gartenpflege oder kleinere Instandsetzungen.

Grössere Renovationen (optional, aber oft notwendig)

Nicht jede Immobilie muss sofort renoviert werden. Doch über die Jahre fallen oft grössere Kosten  an, z. B.:

  • Heizungsersatz (z. B. Umstieg auf Wärmepumpe)
  • Neue Küche oder Badezimmer
  • Dachsanierung
  • Fenstererneuerung

💡 Kostenbeispiel: Eine neue Küche kann schnell zwischen 20'000 und 40'000 CHF kosten.

Rückstellungen für langfristige Investitionen

Selbst wenn keine sofortige Renovation nötig ist, sollte man nach dem Hauskauf Rücklagen für spätere Investitionen bilden:

  • Fassadensanierung (ca. alle 30–40 Jahre)
  • Dachsanierung (20–40 Jahre je nach Material)
  • Elektroinstallationen erneuern
  • Heizungsersatz (Lebensdauer 15–25 Jahre)

💡 Empfehlung: Monatlich gezielt einen Betrag für solche Investitionen zurücklegen (z. B. 200–500 CHF/Monat, je nach Objektgrösse und Alter).

Energetische Optimierung & Nachhaltigkeit

Viele Käufer investieren nach dem Hauskauf in Energieeffizienz:

  • Dämmung von Wänden oder Dach
  • Austausch alter Fenster
  • Installation einer Photovoltaikanlage
  • Umstieg auf Wärmepumpe oder Pelletheizung
  • Ladeinfrastruktur für E-Autos

Diese Investitionen verbessern die Energiebilanz und senken langfristig Betriebskosten, verursachen aber kurzfristig zusätzliche Ausgaben.

Versicherungen

  • Gebäudeversicherung (obligatorisch in den meisten Kantonen)
  • Hausrat- und Privathaftpflichtversicherung
  • Optional: Erdbeben- oder Elementarschadenversicherungen

Nebenkosten für Betrieb und Verbrauch

  • Heizkosten
  • Wasser, Abwasser
  • Strom
    Abfallgebühren
  • Hauswartung (bei Stockwerkeigentum)

Beiträge an Erneuerungsfonds 

Falls Sie Stockwerkeigentum besitzen, kommen monatliche Beiträge für den Unterhalt der gemeinsamen Teile (Dach, Treppenhaus, Lift, usw.) hinzu. Diese können je nach Gebäudezustand stark variieren.

 

3. Steuerliche Auswirkungen eines Immobilienkaufs

Der Hauskauf verändert die steuerliche Situation des neuen Eigentümers: 

  • Der Eigenmietwert wird als Einkommen versteuert
  • Hypothekarzinsen und Unterhaltskosten sind steuerlich abzugsfähig
  • Wer investiert, sollte steueroptimiert renovieren, z. B. durch gestaffelte Massnahmen über mehrere Jahre
     

4. Verkauf der bisherigen Immobilie: Welche Kosten entstehen?

Viele Käufer verkaufen gleichzeitig ihre alte Immobilie. Auch hier fallen Kosten an, die in die Kalkulation einbezogen werden sollten.

Immobilienbewertung und Verkaufsinserate

Eine professionelle Schätzung oder Immobilienbewertung ist oft sinnvoll, um den Marktwert realistisch zu bestimmen.

Maklergebühren

Wer den Verkauf nicht selbst abwickeln will, beauftragt einen Immobilienmakler. Die üblichen Provisionen liegen zwischen 2% und 4% des Verkaufspreises. Alternativ greift man zu einem Festpreisangebot

Steuerliche Folgen

  • Grundstückgewinnsteuer: Sie wird auf den Gewinn zwischen Kauf und Verkauf erhoben. Die Höhe variiert stark je nach Kanton und Haltefrist.
  • Bei vorzeitiger Auflösung einer Festhypothek kann eine Vorfälligkeitsentschädigung entstehen.

Notar- und Grundbuchkosten beim Verkauf

Wie beim Kauf entstehen auch beim Verkauf wieder Gebühren für den Notar und die Umschreibung im Grundbuch. In einigen Kantonen trägt der Verkäufer diese, in anderen der Käufer.

 

Fazit: Gut geplant ist halb gewonnen

Wer ein Haus kauft, sollte sich nicht allein vom Kaufpreis leiten lassen. Die gesamten Kosten – sowohl einmalig nach dem Kauf als auch laufend im Besitz – können mehrere zehntausend Franken zusätzlich ausmachen. Eine realistische Planung und der Einbezug von Fachpersonen (z. B. Steuerberater oder Immobilienexperten) hilft, böse Überraschungen zu vermeiden.

 

Checkliste: Kosten beim Hauskauf im Überblick

Kostenart

Einmalig / Laufend

Ungefähre Höhe

Handänderungssteuer

Einmalig

1–3 % des Kaufpreises

Notariats- und Grundbuchgebühren

Einmalig

ca. 0.3–0.5 %

Hypothekarnebenkosten

Einmalig

ca. 1’000–2’000 CHF

Unterhalt

Laufend

ca. 1 % des Objektwerts

Renovationen

Situativ

variabel

Versicherungen

Laufend

einige 100 CHF/Jahr

Nebenkosten (Betrieb)

Laufend

mehrere 100 CHF/Monat

Verkaufskosten

Einmalig

2–4 % des Verkaufspreises oder Festpreis + Steuern

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Benjamin Steiner
Benjamin Steiner
Marketing Content Specialist

Benjamin hat einen Masterabschluss an der Universität Zürich und viele Jahre Erfahrung in der Erstellung und Redaktion von Texten. Für Neho und Strike recherchiert er aktuelle Ereignisse und Entwicklungen in der Immobilienbranche und erklärt sie unseren Blog-Lesern auf verständliche Weise.

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Häufige Fragen

Neben Hypothekarzinsen müssen Eigentümer mit Ausgaben für Unterhalt, Versicherungen, Strom, Wasser und im Fall von Stockwerkeigentum den Beiträgen an den Erneuerungsfonds rechnen. 

Als Faustregel gilt, jährlich rund 1 % des Immobilienwerts für den Unterhalt zurückzulegen – grössere Renovationen erfordern zusätzlich gezielte Rückstellungen.

Ja, der Eigenmietwert wird als Einkommen versteuert, während Hypothekarzinsen und werterhaltende Unterhaltskosten vom steuerbaren Einkommen abziehbar sind.

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