Immobilienkauf: Was Sie vor dem Kauf einer Immobilie wissen und prüfen müssen

Von Bastien Liebgott
Lesezeit: 3 Minuten
Immobilie bewerten

Immobilienkauf: Die wichtigsten Schritte, häufigsten Fehler und entscheidenden Prüfpunkte, bevor Sie in der Schweiz eine Immobilie kaufen.

Das Wichtigste in Kürze
  • Beim Immobilienkauf sind drei Prüfungen entscheidend: die finanzielle Machbarkeit (Eigenkapital und Tragbarkeit), die Objektprüfung (Zustand und Rechtslage) und die vertragliche Absicherung (Kaufvertrag beim Notar).
  • Die häufigsten Fehler beim Immobilienkauf sind die Unterschätzung der Nebenkosten, die fehlende Prüfung des Erneuerungsfonds bei Stockwerkeigentum und die emotionale Überbewertung des Objekts.
  • Ein Immobilienkauf ist die grösste Investition des Lebens – wer sich sorgfältig vorbereitet, schützt sich vor kostspieligen Fehlern und findet das passende Objekt zum richtigen Preis.

Was müssen Sie vor dem Immobilienkauf wissen?

Ein Immobilienkauf ist für die meisten Menschen die grösste finanzielle Entscheidung ihres Lebens. Entsprechend hoch ist das Fehlerpotenzial – und die Konsequenzen sind weitreichend. Wer sich vor dem Kauf gründlich informiert, die richtigen Fragen stellt und die Finanzierung sorgfältig plant, legt den Grundstein für ein gutes Geschäft.

Finanzielle Prüfung: Können Sie sich den Kauf leisten?

Vor dem Immobilienkauf steht die nüchterne Rechnung. Sie brauchen mindestens 20 Prozent Eigenkapital, davon 10 Prozent aus harten Eigenmitteln. Die kalkulatorische Tragbarkeit muss erfüllt sein: Die Wohnkosten (gerechnet mit 5 Prozent Hypothekarzins, 1 Prozent Nebenkosten und Amortisation) dürfen ein Drittel des Bruttoeinkommens nicht übersteigen. Und Sie brauchen zusätzlich 1 bis 3 Prozent des Kaufpreises für Nebenkosten – Notar, Grundbuch, allenfalls Handänderungssteuer.

Ein häufiger Fehler beim Immobilienkauf ist die Planung auf Kante: Wer das gesamte Eigenkapital in den Kauf investiert und keine Reserven behält, gerät bei einer unvorhergesehenen Reparatur oder einem Einkommensausfall in Schwierigkeiten. Planen Sie eine Liquiditätsreserve von mindestens CHF 20'000 bis 50'000 ein.

Objektprüfung: Was müssen Sie vor Ort prüfen?

Die Besichtigung einer Immobilie ist mehr als ein Augenschein. Prüfen Sie den baulichen Zustand systematisch: Dach (Alter, Zustand, letzte Sanierung), Fassade und Fenster (Isolation, Zustand, GEAK-Klasse), Heizung (Alter, Typ, Energieeffizienz), Elektrik und Sanitär (Alter, Zustand, Normenkonformität) und bei Stockwerkeigentum den Zustand des Gemeinschaftseigentums (Treppenhaus, Lift, Tiefgarage, Heizung).

Prüfen Sie die rechtliche Situation: Grundbuchauszug (Eigentum, Pfandrechte, Dienstbarkeiten), Zonenplan (erlaubte Nutzung, Ausnützung, geplante Änderungen), Erneuerungsfonds bei Stockwerkeigentum (Höhe, geplante Sanierungen, Protokolle) und allfällige Altlasten oder Bauverbote. Ein Baufachmann oder Gutachter kann versteckte Mängel erkennen, die dem Laien entgehen.

Besichtigung mit Fachmann: Investition, die sich auszahlt

Gerade bei älteren Objekten lohnt sich die Begleitung durch einen unabhängigen Baufachmann oder Architekten. Er erkennt versteckte Mängel – Feuchtigkeit hinter Wandverkleidungen, schadhafte Elektroinstallationen, mangelhafte Abdichtungen –, die dem Laien entgehen. Die Kosten von CHF 500 bis 1'500 für eine fachkundige Begehung stehen in keinem Verhältnis zu den Folgekosten, die ein übersehener Mangel verursachen kann. Bei Stockwerkeigentum sollte der Fachmann auch das Gemeinschaftseigentum (Dach, Fassade, Heizung, Tiefgarage) beurteilen – Sanierungen an diesen Bauteilen werden über Sonderbeiträge finanziert, die schnell CHF 20'000 bis 50'000 pro Eigentümer betragen können.

Timing und Markteinschätzung

Der richtige Kaufzeitpunkt hängt weniger vom Markt als von der persönlichen Situation ab. Wer die Finanzierung gesichert hat und das passende Objekt findet, sollte zugreifen – «Market Timing» funktioniert bei Immobilien selten. Im aktuellen Umfeld 2026 (tiefe Zinsen, moderates Preiswachstum von rund 3 Prozent) sind die Bedingungen für Käufer grundsätzlich gut. Allerdings sollten Sie nie unter Zeitdruck kaufen: Nehmen Sie sich die Zeit für eine gründliche Prüfung, auch wenn der Verkäufer Druck macht.

Die häufigsten Fehler beim Immobilienkauf

Emotionaler Kauf: Sie verlieben sich in ein Objekt und übersehen objektive Mängel oder überbezahlen. Bleiben Sie sachlich und holen Sie eine zweite Meinung ein. Fehlende Prüfung des Erneuerungsfonds: Ein unterdotierter Fonds bei Stockwerkeigentum kann Sonderbeiträge von CHF 20'000 bis 50'000 und mehr nach sich ziehen. Unterschätzte Nebenkosten: Die Kaufnebenkosten plus Umzug, erste Renovationen und Einrichtung können leicht CHF 30'000 bis 50'000 zusätzlich kosten. Keine Finanzierungsbestätigung: Wer ein Kaufangebot ohne Finanzierungsbestätigung abgibt, riskiert, dass der Verkäufer den ernsthafteren Bieter vorzieht.

Fazit

Ein Immobilienkauf will vorbereitet sein. Klären Sie die Finanzen, bevor Sie suchen. Prüfen Sie jedes Objekt systematisch – Zustand, Rechtslage und Finanzen der Stockwerkeigentümergemeinschaft. Und vermeiden Sie die typischen Fehler, die in der Hitze des Gefechts passieren. Wer nüchtern und strukturiert vorgeht, findet das richtige Objekt zum richtigen Preis.

Bastien Liebgott
Bastien Liebgott
Digital Manager

Nach seinem Abschluss in Informatik und einem Master in Webmarketing hat Bastien mehrere Jahre Erfahrung bei einer Webagentur als Content-Manager gesammelt. Er schloss sich dem Marketing-Team an, um die Website von Neho zu optimieren und die Sichtbarkeit der Agentur auf den Suchmaschinen zu verbessern.

Haben Sie diese Artikel schon gelesen?

Kontaktieren Sie Ihr Team vor Ort

Wir stehen für Fragen, Beratung und Unterstützung bei Ihrem Verkauf zu Ihrer Verfügung.