Hochspannungsleitung oder Mobilfunkantenne in der Nähe – verliert mein Haus an Wert?

Von Bastien Liebgott
Lesezeit: 1 Minuten
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Hochspannungsleitungen und Mobilfunkantennen in der Nähe können den Immobilienwert senken. So gross ist der Einfluss in der Schweiz.

Das Wichtigste in Kürze
  • Hochspannungsleitungen in unmittelbarer Nähe können den Immobilienwert um 5 bis 10 Prozent senken, vor allem bei direkter Sichtbarkeit und weniger als 100 Metern Abstand.
  • Mobilfunkantennen haben einen geringeren und weniger konsistenten Preiseffekt von rund 2 bis 5 Prozent bei direkter Sichtbarkeit.
  • Mit zunehmendem Abstand nimmt der Einfluss in beiden Fällen rasch ab und ist ab 200 bis 300 Metern kaum noch nachweisbar.

Hochspannungsleitungen und Mobilfunkantennen lösen bei vielen Käufern Bedenken aus. Doch wie gross ist der tatsächliche Einfluss auf den Immobilienwert – und was davon ist messbar?

Hochspannungsleitungen: sichtbar und preisrelevant

Studien aus der Schweiz und Europa zeigen, dass die unmittelbare Nähe zu einer Hochspannungsleitung den Immobilienwert um rund 5 bis 10 Prozent senken kann. Der Effekt ist am stärksten bei:

  • Direkter Sichtbarkeit der Masten und Leitungen vom Grundstück oder von der Wohnung aus
  • Einem Abstand von weniger als 100 Metern
  • Freileitungen mit hohem Spannungsniveau (220 kV oder 380 kV)

Mit zunehmendem Abstand nimmt der Effekt ab. Ab etwa 200 bis 300 Metern – je nach Sichtbarkeit und Topografie – ist der Einfluss in der Regel nicht mehr statistisch nachweisbar. Der Bund fördert die Verkabelung von Hochspannungsleitungen in bestimmten Gebieten, was langfristig die Belastung reduzieren dürfte.

Mobilfunkantennen: emotional, aber schwer messbar

Mobilfunkantennen sind ein häufiger Diskussionspunkt, aber der messbare Preiseffekt ist geringer als bei Hochspannungsleitungen. Studien zeigen widersprüchliche Ergebnisse:

  • Die direkte Sichtbarkeit einer Antenne auf dem Nachbardach kann den Preis um 2 bis 5 Prozent drücken.
  • Eine Antenne in der Umgebung ohne direkte Sichtbarkeit hat oft keinen nachweisbaren Effekt.
  • Die Wahrnehmung variiert stark: In manchen Käufergruppen ist die Antenne ein Ausschlusskriterium, bei anderen spielt sie keine Rolle.

Rechtliche Situation in der Schweiz

Die Grenzwerte für nichtionisierende Strahlung (NIS) sind in der Schweiz durch die NISV geregelt und gehören zu den strengsten weltweit. Ein Anspruch auf Entschädigung wegen Wertminderung durch eine Mobilfunkantenne besteht in der Regel nicht, solange die Grenzwerte eingehalten werden. Bei Hochspannungsleitungen kann unter bestimmten Umständen eine Enteignungsentschädigung geltend gemacht werden.

Was Verkäufer tun können

Der Einfluss lässt sich nicht beseitigen, aber Verkäufer können die Situation sachlich einordnen: Messbare Strahlungswerte vorlegen, auf die Einhaltung der Grenzwerte hinweisen und den tatsächlichen Abstand dokumentieren. Transparenz hilft, irrationale Ängste bei potenziellen Käufern zu reduzieren.

Fazit: Sichtbarkeit ist der Schlüssel

Hochspannungsleitungen in Sichtweite senken den Immobilienwert um bis zu 10 Prozent. Bei Mobilfunkantennen ist der Effekt geringer und stärker von der Wahrnehmung abhängig. In beiden Fällen nimmt der Einfluss mit dem Abstand rasch ab.

Bastien Liebgott
Bastien Liebgott
Digital Manager

Nach seinem Abschluss in Informatik und einem Master in Webmarketing hat Bastien mehrere Jahre Erfahrung bei einer Webagentur als Content-Manager gesammelt. Er schloss sich dem Marketing-Team an, um die Website von Neho zu optimieren und die Sichtbarkeit der Agentur auf den Suchmaschinen zu verbessern.

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