Hedonische Bewertung, Vergleichswertmethode, Ertragswertmethode – was sind die Unterschiede?

Von Bastien Liebgott
Lesezeit: 1 Minuten
Immobilie bewerten

Die drei wichtigsten Bewertungsmethoden in der Schweiz unterscheiden sich grundlegend. Erfahren Sie, wann welche Methode zum Einsatz kommt.

Das Wichtigste in Kürze
  • Die hedonische Methode ist der Standard für Wohneigentum, die Ertragswertmethode für Renditeliegenschaften, die Vergleichswertmethode für die Plausibilisierung.
  • Unterschiede von 5 bis 15 Prozent zwischen den Methoden sind normal und erklärbar.
  • In der Praxis werden oft mehrere Methoden kombiniert, um ein robustes Ergebnis zu erhalten.

Marktwert ist nicht gleich Marktwert – je nach Methode kann das Ergebnis unterschiedlich ausfallen. Die drei Standardmethoden haben unterschiedliche Stärken und Einsatzgebiete.

Vergleich der Methoden

MethodeGrundlageEinsatzgebietStärkeSchwäche
HedonischStatistische Analyse realer TransaktionenWohnungen, EinfamilienhäuserGrosse Datenbasis, objektivSondermerkmale schwer abbildbar
VergleichswertDirekte VergleichsobjekteStandardobjekte mit vielen VergleichsdatenMarktnahe, nachvollziehbarAbhängig von Verfügbarkeit guter Vergleiche
ErtragswertKapitalisierte MieteinnahmenRenditeliegenschaften, MehrfamilienhäuserRenditeorientiert, für Investoren relevantFür Selbstnutzer wenig aussagekräftig

Wann kommt welche Methode zum Einsatz?

In der Praxis werden oft mehrere Methoden kombiniert:

  • Banken verwenden für die Belehnung von Wohneigentum primär die hedonische Methode.
  • Gutachter und Schätzer verwenden zusätzlich die Vergleichswertmethode, um die hedonische Schätzung zu plausibilisieren.
  • Bei Renditeliegenschaften steht die Ertragswertmethode im Vordergrund, ergänzt durch den Realwert (Landwert + Zeitbauwert).

Warum unterscheiden sich die Ergebnisse?

Jede Methode basiert auf anderen Annahmen und Daten. Die hedonische Methode bildet den Durchschnitt des Marktes ab, aber nicht die Besonderheiten eines einzelnen Objekts. Die Vergleichswertmethode hängt von der Qualität der Vergleichsobjekte ab. Die Ertragswertmethode hängt vom angenommenen Kapitalisierungssatz ab. Unterschiede von 5 bis 15 Prozent zwischen den Methoden sind normal.

Fazit: Die Methode muss zum Objekt passen

Keine Methode ist universell überlegen. Entscheidend ist, die richtige Methode für das jeweilige Objekt und den Bewertungszweck zu wählen – und bei Abweichungen die Gründe zu verstehen.

Bastien Liebgott
Bastien Liebgott
Digital Manager

Nach seinem Abschluss in Informatik und einem Master in Webmarketing hat Bastien mehrere Jahre Erfahrung bei einer Webagentur als Content-Manager gesammelt. Er schloss sich dem Marketing-Team an, um die Website von Neho zu optimieren und die Sichtbarkeit der Agentur auf den Suchmaschinen zu verbessern.

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