Gas oder Wärmepumpe im Altbau: Vergleich, Kosten und die richtige Wahl in der Schweiz

Von Bastien Liebgott
Lesezeit: 3 Minuten
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Gas oder Wärmepumpe im Altbau: Kosten, Effizienz und CO₂-Bilanz im Vergleich – und warum die Wärmepumpe im Altbau fast immer die bessere Wahl ist.

Das Wichtigste in Kürze
  • Im Altbau ist die Wärmepumpe in den meisten Fällen die bessere Wahl als eine neue Gasheizung – die Betriebskosten sind um 30 bis 50 Prozent tiefer und die CO₂-Bilanz deutlich besser.
  • Die Investitionskosten einer Wärmepumpe im Altbau sind höher als bei einer Gasheizung (CHF 28'000–50'000 vs. CHF 15'000–25'000), werden aber durch Förderung, Steuerabzüge und tiefere Betriebskosten kompensiert.
  • Gas bleibt im Altbau nur in Ausnahmefällen sinnvoll: bei sehr hohem Wärmebedarf ohne Sanierungsoption, fehlendem Aussenplatz für die Wärmepumpe oder bei kurzfristigem Planungshorizont.

Gas oder Wärmepumpe: Welche Heizung passt zum Altbau?

Die Frage «Gas oder Wärmepumpe?» stellt sich in der Schweiz immer dann, wenn im Altbau die bestehende Heizung ersetzt werden muss – ob Öl oder Gas. Beide Systeme können einen Altbau beheizen, aber die Unterschiede in Kosten, Effizienz, CO₂-Bilanz und Zukunftssicherheit sind erheblich. Im aktuellen regulatorischen und preislichen Umfeld 2026 fällt die Empfehlung in den allermeisten Fällen zugunsten der Wärmepumpe aus.

Kostenvergleich: Investition und Betrieb

Eine neue Gas-Brennwertheizung kostet im Altbau CHF 15'000 bis 25'000 inklusive Installation und Kaminanpassung. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet CHF 28'000 bis 50'000. Die Investitionsdifferenz beträgt CHF 10'000 bis 25'000 – die Wärmepumpe ist deutlich teurer in der Anschaffung.

Bei den Betriebskosten dreht sich das Bild: Eine Gasheizung kostet bei aktuellem Gaspreis rund CHF 2'200 bis 3'800 pro Jahr (Einfamilienhaus, 20'000 kWh Heizwärmebedarf). Eine Wärmepumpe kostet bei einer JAZ von 3,0 bis 3,5 und aktuellem Strompreis rund CHF 1'200 bis 2'000 pro Jahr. Die jährliche Ersparnis der Wärmepumpe beträgt CHF 1'000 bis 1'800. Über 20 Jahre summiert sich das auf CHF 20'000 bis 36'000 – mehr als die Investitionsdifferenz. Hinzu kommt die grosszügige Förderung für Wärmepumpen (CHF 4'000 bis 15'000 kantonal) und der steuerliche Abzug, die bei Gasheizungen nicht oder nur eingeschränkt gewährt werden.

CO₂-Bilanz und Regulierung

Die Gasheizung stösst CO₂ aus – und wird deshalb regulatorisch zunehmend benachteiligt. Die CO₂-Abgabe auf fossile Brennstoffe steigt seit Jahren und verteuert den Gaspreis weiter. Mehrere Kantone haben den Einbau neuer fossiler Heizungen bei Sanierungen eingeschränkt oder verboten – der Trend geht klar in Richtung erneuerbarer Heizsysteme. Eine Gasheizung, die heute installiert wird, läuft 15 bis 20 Jahre – und wird in dieser Zeit immer teurer und regulatorisch unvorteilhafter.

Die Wärmepumpe erzeugt keine direkten CO₂-Emissionen. Der Strom für den Betrieb kommt in der Schweiz zu über 60 Prozent aus erneuerbaren Quellen (Wasserkraft) – und der Anteil steigt. In Kombination mit einer PV-Anlage auf dem eigenen Dach wird die Wärmepumpe weitgehend unabhängig vom Stromnetz.

Wann bleibt Gas sinnvoll?

Gas bleibt im Altbau in wenigen Fällen eine sinnvolle Option: wenn das Gebäude einen sehr hohen Wärmebedarf hat (über 200 kWh/m² pro Jahr) und eine Sanierung der Gebäudehülle nicht möglich ist (Denkmalschutz, fehlende Mittel), wenn kein Platz für eine Ausseneinheit der Wärmepumpe vorhanden ist (enge Innenstadtlage, Schallschutzauflagen), oder wenn der Planungshorizont kurz ist (Verkauf innert 5 Jahren geplant) und die tiefere Investition in die Gasheizung wirtschaftlich sinnvoller ist.

Hybridlösung: Wärmepumpe plus Gas als Übergangslösung

In Altbauten, die einen sehr hohen Wärmebedarf haben und kurzfristig nicht umfassend saniert werden können, bietet eine Hybridlösung einen Kompromiss: Eine Wärmepumpe deckt den Grundbedarf (80 bis 90 Prozent der Heizstunden im Jahr), ein bestehender Gaskessel übernimmt nur bei extremer Kälte den Spitzenbedarf. Die Wärmepumpe läuft die meiste Zeit im effizienten Bereich (tiefe Vorlauftemperatur), der Gaskessel springt nur an wenigen Tagen ein. Diese Lösung reduziert den Gasverbrauch um 60 bis 80 Prozent und kann als Übergangslösung dienen, bis die Gebäudehülle saniert ist und die Wärmepumpe den gesamten Bedarf allein decken kann.

Fazit

Im Altbau ist die Wärmepumpe in den allermeisten Fällen die bessere Wahl als eine neue Gasheizung. Die höhere Investition wird durch tiefere Betriebskosten, grosszügige Förderung und eine bessere CO₂-Bilanz mehr als kompensiert. Gas bleibt nur in Ausnahmefällen sinnvoll – bei sehr hohem Wärmebedarf ohne Sanierungsoption oder bei kurzem Planungshorizont. Lassen Sie sich von einem unabhängigen Energieberater beraten, bevor Sie entscheiden.

Bastien Liebgott
Bastien Liebgott
Digital Manager

Nach seinem Abschluss in Informatik und einem Master in Webmarketing hat Bastien mehrere Jahre Erfahrung bei einer Webagentur als Content-Manager gesammelt. Er schloss sich dem Marketing-Team an, um die Website von Neho zu optimieren und die Sichtbarkeit der Agentur auf den Suchmaschinen zu verbessern.

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