Eigenmittel Hauskauf: Welche Quellen akzeptiert werden und wie Sie die 20-Prozent-Hürde meistern

Von Bastien Liebgott
Lesezeit: 3 Minuten
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Eigenmittel Hauskauf: Harte und weiche Eigenmittel, akzeptierte Quellen, praktische Tipps und wie Sie die 20-Prozent-Hürde in der Schweiz überwinden.

Das Wichtigste in Kürze
  • Eigenmittel beim Hauskauf bezeichnen den Anteil, den der Käufer selbst aufbringt – in der Schweiz mindestens 20 Prozent des Kaufpreises, aufgeteilt in harte (10 %) und weiche (10 %) Eigenmittel.
  • Harte Eigenmittel beim Hauskauf stammen aus Sparkonten, Säule 3a, Wertschriften, Schenkungen oder Erbvorbezügen – weiche Eigenmittel aus der Pensionskasse (2. Säule).
  • Wer die Eigenmittel für den Hauskauf systematisch aufbaut – über Säule 3a, Sparpläne und allenfalls familiäre Unterstützung –, kann die 20-Prozent-Hürde auch ohne hohes Einkommen meistern.

Was sind Eigenmittel beim Hauskauf?

Eigenmittel beim Hauskauf – im Bankenjargon synonym mit Eigenkapital – sind die Mittel, die der Käufer aus eigenen Quellen für die Finanzierung aufbringt. In der Schweiz ist die Eigenmittelanforderung klar definiert: Mindestens 20 Prozent des Kaufpreises müssen aus eigenen Mitteln stammen, die restlichen 80 Prozent werden über eine Hypothek finanziert.

Diese 20-Prozent-Regel ist der Schweizer Standard und wird von der FINMA als aufsichtsrechtlicher Mindeststandard durchgesetzt. Sie dient dem Schutz des Finanzsystems: Der Eigenmittelpuffer stellt sicher, dass ein Preisrückgang von bis zu 20 Prozent die Bank nicht in eine Verlustposition bringt. Für den Käufer bedeutet sie: Ohne genügend Eigenmittel kein Hauskauf.

Harte und weiche Eigenmittel: Der Unterschied

Die Eigenmittel beim Hauskauf werden in zwei Kategorien unterteilt: harte und weiche Eigenmittel. Diese Unterscheidung ist zentral, weil die Schweizer Regulierung vorschreibt, dass mindestens die Hälfte der Eigenmittel (10 Prozent des Kaufpreises) «hart» sein muss.

Harte Eigenmittel sind alle Vermögenswerte, die frei verfügbar sind und nicht aus der beruflichen Vorsorge stammen: Bankguthaben, Wertschriften, Säule-3a-Guthaben, Erbvorbezüge, Schenkungen und Rückkaufswerte von Versicherungen. Weiche Eigenmittel sind Pensionskassenguthaben (2. Säule), die entweder vorbezogen oder verpfändet werden können.

Der Grund für die Unterscheidung: Pensionskassenguthaben dienen der Altersvorsorge. Würden Käufer ihr gesamtes PK-Guthaben einsetzen, riskierten sie Vorsorgelücken und im Invaliditäts- oder Todesfall gekürzte Leistungen. Die 10-Prozent-Härteklausel schützt daher nicht nur die Bank, sondern auch den Käufer selbst.

Eigenmittel beim Hauskauf: Quellen im Überblick

Sparguthaben

Die naheliegendste Quelle für Eigenmittel beim Hauskauf sind die eigenen Ersparnisse auf Spar-, Lohn- und Privatkonten. Sie sind sofort verfügbar, vollständig als harte Eigenmittel anrechenbar und ohne steuerliche Folgen einsetzbar.

Säule 3a

Guthaben aus der gebundenen Vorsorge (Säule 3a) zählen als harte Eigenmittel und sind eine der wichtigsten Quellen beim Hauskauf. Der jährliche Maximalbetrag liegt 2026 bei CHF 7'258 (mit Pensionskasse). Seit 2026 können Lücken aus früheren Jahren rückwirkend eingezahlt werden (für Lücken ab 2025), was den Aufbau beschleunigt. Der Bezug der Säule 3a löst eine Kapitalleistungssteuer aus, die jedoch zu einem reduzierten Satz erhoben wird.

Erbvorbezug und Schenkung

Erbvorbezüge und Schenkungen von Eltern oder Verwandten gelten als harte Eigenmittel – unter der Voraussetzung, dass sie unwiderruflich sind und keine Rückzahlungspflicht besteht. Die Bank verlangt in der Regel einen schriftlichen Nachweis. Ein Erbvorbezug wird bei der späteren Erbteilung an den Pflichtteil angerechnet – klären Sie die erbrechtlichen Konsequenzen mit allen Beteiligten.

Pensionskasse (2. Säule)

Die Pensionskasse als weiche Eigenmittelquelle kann bis zu 10 Prozent des Kaufpreises beisteuern. Beim Vorbezug wird das Geld ausbezahlt und die Hypothek sinkt. Bei der Verpfändung bleibt das Geld in der Kasse und dient der Bank als Sicherheit – die Hypothek kann dafür unter Umständen auf bis zu 90 Prozent steigen. Die Verpfändung ist die schonendere Variante für die Altersvorsorge.

Eigenmittel aufbauen: Praktische Tipps

Der Aufbau der Eigenmittel für den Hauskauf braucht Zeit – planen Sie mindestens 5 bis 10 Jahre ein. Zahlen Sie konsequent in die Säule 3a ein und nutzen Sie die steuerlichen Abzüge. Führen Sie mehrere 3a-Konten, um beim Bezug die Steuerprogression zu brechen. Legen Sie Ersparnisse mit langem Horizont in diversifizierte Anlagen an statt auf dem Sparkonto. Und prüfen Sie frühzeitig, ob ein Erbvorbezug oder eine Schenkung möglich ist – je früher das Gespräch stattfindet, desto besser lässt sich planen.

Fazit

Die Eigenmittel sind beim Hauskauf die grösste Hürde – und gleichzeitig die Grundlage für eine solide Finanzierung. 20 Prozent des Kaufpreises müssen aufgebracht werden, davon mindestens 10 Prozent als harte Eigenmittel. Die Säule 3a, Ersparnisse und familiäre Unterstützung sind die wichtigsten Quellen. Wer frühzeitig und systematisch spart, kann die Hürde auch ohne ausserordentlich hohes Einkommen meistern.

Bastien Liebgott
Bastien Liebgott
Digital Manager

Nach seinem Abschluss in Informatik und einem Master in Webmarketing hat Bastien mehrere Jahre Erfahrung bei einer Webagentur als Content-Manager gesammelt. Er schloss sich dem Marketing-Team an, um die Website von Neho zu optimieren und die Sichtbarkeit der Agentur auf den Suchmaschinen zu verbessern.

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