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Eigenkapitalrendite bei Immobilien berechnen und verstehen

Von Benjamin Steiner
Lesezeit: 5 Minuten

Erfahren Sie, wie Sie die Eigenkapitalrendite von Immobilien berechnen und was sie über Ihre Investition aussagt.

Das Wichtigste in Kürze
  • Berechnung der Eigenkapitalrendite: Die Eigenkapitalrendite entspricht dem Verhältnis zwischen dem Nettoertrag und dem eingesetzten Eigenkapital. 
  • Bedeutung der Eigenkapitalrendite: Die Eigenkapitalrendite macht eine Immobilieninvestition mit anderen Anlageformen vergleichbar. 
  • Einsatz und Vorteile: Die Finanzierung mit Fremdkapital ermöglicht höhere Renditen dank Hebelwirkung. 

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Für Immobilieninvestoren ist die Eigenkapitalrendite eine entscheidende Kennzahl, um die Rentabilität einer Immobilie realistisch zu bewerten. Sie zeigt, wie effizient das eingesetzte Eigenkapital arbeitet und wie hoch der erzielte Gewinn im Verhältnis zum Eigenkapital ist. Gerade bei Immobilieninvestitionen, die meistens zum Teil über Fremdkapital finanziert werden, ist die Eigenkapitalrendite besonders aufschlussreich. In diesem Artikel erklären wir, wie die Eigenkapitalrendite berechnet wird, welche Faktoren sie beeinflussen und wie sie sich von anderen Renditekennzahlen unterscheidet.

 

Was ist die Eigenkapitalrendite?

Die Eigenkapitalrendite misst, wie rentabel das eingesetzte Eigenkapital bei einer Investition ist. Sie zeigt den Gewinn, den eine Investition im Verhältnis zum eigenen Kapitalanteil generiert, und berücksichtigt dabei sowohl die Einnahmen als auch die Fremdfinanzierungskosten. Bei Immobilieninvestitionen ergibt sich der Vorteil, dass eine Immobilie durch die Aufnahme von Fremdkapital (z. B. Hypotheken) mit weniger Eigenkapital erworben werden kann, wodurch die Eigenkapitalrendite oft wesentlich höher ausfällt als die Nettorendite.

Warum ist die Eigenkapitalrendite wichtig?

Die Eigenkapitalrendite ist insbesondere für Investoren relevant, die mit Fremdkapital arbeiten, da sie zeigt, wie effizient das eigene Kapital „arbeitet“. Je höher die Eigenkapitalrendite, desto attraktiver ist die Investition für den Investor. Sie wird oft als zentrale Kennzahl für die Bewertung von Immobilien herangezogen, da sie eine realistische Einschätzung der Rentabilität bietet.

 

Berechnung der Eigenkapitalrendite

Die Eigenkapitalrendite lässt sich mit folgender Formel berechnen:

Eigenkapitalrendite (%) = (Nettoertrag : Eigenkapital) * 100

Schritt-für-Schritt-Beispiel zur Berechnung der Eigenkapitalrendite

Angenommen, eine Immobilie wird zu einem Kaufpreis von CHF 1'000'000 erworben und generiert jährlich einen Nettoertrag (nach Kosten) von CHF 40'000. Der Investor bringt CHF 400'000 Eigenkapital ein und finanziert den Rest durch eine Hypothek. 

  • Jährlicher Nettoertrag = CHF 40'000
  • Eingesetztes Eigenkapital = CHF 400'000

Die Berechnung der Eigenkapitalrendite lautet:

Eigenkapitalrendite = 40'000 CHF : 400'000 CHF = 10 %

In diesem Fall beträgt die Eigenkapitalrendite 10 %, was auf eine sehr profitable Nutzung des Eigenkapitals hinweist. Ohne Fremdfinanzierung läge die Rendite niedriger, da mehr Eigenkapital eingesetzt werden müsste.

 

Unterschied zur Bruttorendite und Nettorendite

Die Eigenkapitalrendite unterscheidet sich deutlich von der Brutto- und Nettorendite, da sie nur den Teil des Kapitals berücksichtigt, den der Investor selbst eingebracht hat.

Bruttorendite

Die Bruttorendite setzt den gesamten Bruttoertrag ins Verhältnis zum Kaufpreis und gibt nur eine grobe Orientierung der Rentabilität ohne Berücksichtigung der Kosten.

Nettorendite

Die Nettorendite geht einen Schritt weiter und zieht alle laufenden Kosten vom Bruttoertrag ab, bietet jedoch keine Unterscheidung zwischen Eigen- und Fremdkapital. Sie zeigt, wie rentabel eine Immobilie im Verhältnis zum Kaufpreis ist, lässt aber die Finanzierungsstruktur unberücksichtigt.

Kennzahl

Definition

Formel

Bruttorendite

Verhältnis Bruttoertrag zu Kaufpreis

(Bruttoertrag / Kaufpreis) x 100

Nettorendite

Verhältnis Nettoertrag (nach Kosten) zu Kaufpreis

(Nettoertrag / Kaufpreis) x 100

Eigenkapitalrendite

Verhältnis Nettoertrag zu eingesetztem Eigenkapital

(Nettoertrag / Eigenkapital) x 100

 

Welche Aussagekraft hat die Eigenkapitalrendite?

Die Eigenkapitalrendite zeigt an, wie effizient das eingesetzte Eigenkapital investiert ist und hilft dabei, Investitionen in Bezug auf ihre Rentabilität zu vergleichen. Ein hoher Wert bedeutet, dass das Eigenkapital besonders effektiv eingesetzt wird. Für Investoren, die Fremdkapital nutzen, ist die Eigenkapitalrendite oft besonders aufschlussreich, da sie die Hebelwirkung (Leverage) der Finanzierung aufzeigt.

Typische Richtwerte für die Eigenkapitalrendite bei Immobilieninvestitionen:

  • 10–15 %: Eigenkapitalrendite gilt als gut
  • Über 15 %: Eigenkapitalrendite gilt als sehr gut

Es ist jedoch zu beachten, dass ein höheres Fremdkapital zu einer höheren Eigenkapitalrendite führen kann, aber auch das Risiko erhöht. Je nach Risikoaffinität des Investors ist daher eine angemessene Finanzierung und Eigenkapitalquote entscheidend.

 

Vorteile der Eigenkapitalrendite und Fremdfinanzierung bei Immobilieninvestitionen

Die Eigenkapitalrendite bietet einige Vorteile, die sie zu einer der wichtigsten Kennzahlen für Immobilieninvestoren macht:

  • Hebelwirkung (Leverage): Durch den Einsatz von Fremdkapital wird das Eigenkapital gehebelt, sodass eine kleinere Investition eine hohe Rendite erzielen kann. Das bedeutet, dass bereits mit wenig Eigenkapital attraktive Renditen möglich sind.
  • Realitätsnahe Einschätzung der Rentabilität: Die Eigenkapitalrendite gibt ein realistisches Bild darüber, was tatsächlich an Rendite aus dem eigenen Kapital erzielt wird, und ist damit aussagekräftiger als die Bruttorendite.
  • Vergleichbarkeit: Die Eigenkapitalrendite ermöglicht einen besseren Vergleich unterschiedlicher Investitionsmöglichkeiten, da sie die Finanzierungsstruktur der Immobilie berücksichtigt.

 

Nachteile und Risiken der Eigenkapitalrendite

Trotz ihrer Vorteile hat die Eigenkapitalrendite auch einige Einschränkungen und Risiken, die beachtet werden sollten:

  1. Zinsrisiko bei Fremdkapital: Da die Eigenkapitalrendite durch den Einsatz von Fremdkapital gesteigert wird, kann sie bei steigenden Zinsen sinken, da die Finanzierungskosten ansteigen. 
  2. Abhängigkeit von konstanten Einnahmen: Für eine stabile Eigenkapitalrendite ist es wichtig, dass die Mieteinnahmen konstant bleiben. Leerstände oder Zahlungsausfälle der Mieter können die Rendite deutlich mindern.
  3. Erhöhtes Risiko durch hohe Fremdfinanzierung: Eine hohe Eigenkapitalrendite durch eine geringe Eigenkapitalquote geht mit einem erhöhten Risiko einher, da bei sinkendem Nettoertrag die Rückzahlung der Fremdkapitalzinsen zur Belastung werden kann.
  4. Keine Berücksichtigung von Wertsteigerungen: Die Eigenkapitalrendite basiert ausschliesslich auf den jährlichen Erträgen und Kosten und lässt potenzielle Wertsteigerungen der Immobilie ausser Acht.

Vergleich der Vor- und Nachteile der Finanzierung mit Fremdkapital

Vorteil

Nachteil

Effektive Hebelwirkung durch Fremdkapital

Höheres Risiko durch Zinskosten und Fremdfinanzierung

Realitätsnahe Rentabilitätseinschätzung

Abhängigkeit von stabilen Mieteinnahmen

Vergleichbare Kennzahl für Investitionen

Keine Berücksichtigung von Wertsteigerungen

 

Fazit

Die Eigenkapitalrendite ist eine äusserst wichtige Kennzahl zur Bewertung der Rentabilität von Immobilieninvestitionen, wenn Fremdkapital zum Einsatz kommt. Sie zeigt an, wie gut das eigene Kapital arbeitet und gibt damit eine realistische Einschätzung zur Effizienz der Investition. Für Immobilieninvestoren, die von der Hebelwirkung profitieren möchten, ist die Eigenkapitalrendite daher eine unerlässliche Kennzahl. Gleichzeitig sollten Investoren die mit hoher Fremdfinanzierung verbundenen Risiken und die Abhängigkeit von stabilen Einnahmen berücksichtigen. In Kombination mit anderen Kennzahlen wie der Nettorendite bietet die Eigenkapitalrendite eine solide Grundlage zur Bewertung der Attraktivität einer Immobilieninvestition.

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Benjamin Steiner
Benjamin Steiner
Marketing Content Specialist

Benjamin hat einen Masterabschluss an der Universität Zürich und viele Jahre Erfahrung in der Erstellung und Redaktion von Texten. Für Neho und Strike recherchiert er aktuelle Ereignisse und Entwicklungen in der Immobilienbranche und erklärt sie unseren Blog-Lesern auf verständliche Weise.

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Häufige Fragen

Die Eigenkapitalrendite bezeichnet das Verhältnis zwischen Nettoertrag und dem eingesetzten Eigenkapital, während die Nettorendite das Verhältnis zwischen Nettoertrag und Gesamtkaufpreis der Immobilie darstellt. Die Eigenkapitalrendite ist die aussagekräftigere Kennzahl, wenn eine Immobilie mit Fremdkapitalanteil finanziert wird. 

Die Eigenkapitalrendite zeigt, wie effizient das eigene Kapital in einer Immobilie investiert ist, und bietet eine aussagekräftige Kennzahl, um die Rentabilität einer Immobilie zu beurteilen, wenn die Immobilie zu einem Teil fremdfinanziert ist. 

 

Die Eigenkapitalrendite wird berechnet, indem der jährliche Nettoertrag durch das eingesetzte Eigenkapital geteilt und mit 100 multipliziert wird. 

 

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