Direkter Blick auf die Nachbarn – ab wann senkt das den Wohnungspreis?

Von Bastien Liebgott
Lesezeit: 1 Minuten
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Wer direkt auf die Nachbarn blickt, muss beim Verkauf mit einem Abschlag rechnen. So wirkt sich fehlende Privatsphäre auf den Immobilienwert aus.

Das Wichtigste in Kürze
  • Ein direkter Einblick auf oder von den Nachbarn kann den Wohnungspreis um rund 3 bis 8 Prozent senken.
  • Bei Fensterabständen unter 10 bis 15 Metern empfinden die meisten Käufer den Einblick als störend.
  • In dichten Stadtquartieren wird enger Gegenüber eher akzeptiert als in der Agglomeration oder auf dem Land.

Privatsphäre ist ein zentrales Bedürfnis beim Wohnen. Wenn die Fenster direkt auf die Nachbarliegenschaft blicken oder umgekehrt der Nachbar freie Sicht in die eigene Wohnung hat, wirkt sich das auf den Preis aus. Doch ab wann wird es wirklich preisrelevant?

Ab welcher Distanz wird es zum Problem?

Eine feste Grenze gibt es nicht, aber als Richtwert gilt: Bei einem Abstand von weniger als 10 bis 15 Metern zwischen den Fensterfronten empfinden die meisten Käufer einen direkten Einblick als störend. In dichten städtischen Quartieren – etwa in Zürich, Basel oder Genf – sind solche Abstände allerdings üblich und werden teilweise akzeptiert. In Vororts- oder Landgemeinden, wo grössere Abstände die Norm sind, fällt ein enger Gegenüber stärker ins Gewicht.

Wie gross ist der Preisabschlag?

Ein konkreter Prozentsatz lässt sich schwer isolieren, weil die Privatsphäre in hedonischen Modellen nicht als einzelne Variable erfasst wird. Sie fliesst indirekt über Faktoren wie Aussicht, Ausrichtung, Lage und Bebauungsdichte ein. Erfahrungswerte zeigen aber, dass ein stark eingeschränkter Blick – etwa direkt auf eine Brandmauer oder ein gegenüberliegendes Schlafzimmerfenster – den Preis um rund 3 bis 8 Prozent drücken kann, verglichen mit einer ansonsten vergleichbaren Wohnung mit freierem Blick.

Was können Eigentümer tun?

Vor dem Verkauf kann es sich lohnen, die Situation zu verbessern:

  • Sichtschutz durch Pflanzen, Lamellen oder Folien
  • Innenarchitektonische Lösungen wie transluzente Vorhänge oder Milchglas
  • Aufwertung anderer Qualitäten der Wohnung, um vom Einblick abzulenken

Solche Massnahmen lösen das Grundproblem nicht, können aber das Empfinden bei der Besichtigung positiv beeinflussen.

Fazit: Einblick senkt den Preis, aber im Kontext

Ein direkter Blick auf die Nachbarn ist vor allem dann preisrelevant, wenn er die Hauptwohnräume oder den Aussenbereich betrifft und der Abstand deutlich unter dem Üblichen liegt. In städtischen Zentren wird das Problem eher toleriert als in der Agglomeration oder auf dem Land.

Bastien Liebgott
Bastien Liebgott
Digital Manager

Nach seinem Abschluss in Informatik und einem Master in Webmarketing hat Bastien mehrere Jahre Erfahrung bei einer Webagentur als Content-Manager gesammelt. Er schloss sich dem Marketing-Team an, um die Website von Neho zu optimieren und die Sichtbarkeit der Agentur auf den Suchmaschinen zu verbessern.

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