Immobilien aus den 1960er- und 1970er-Jahren gehören zu den am häufigsten gehandelten Objekten in der Schweiz. Gleichzeitig stehen sie vor spezifischen Herausforderungen, die den Wert drücken können.
Asbest: ein bekanntes Risiko
In der Schweiz wurde Asbest bis 1990 in Baumaterialien verwendet, besonders intensiv in den 1960er- und 1970er-Jahren. Typische Fundstellen sind Bodenbeläge (Vinyl-Asbest-Platten), Fassadenverkleidungen, Rohrisolierungen und Fliesenkleber. Asbest ist erst dann ein Gesundheitsrisiko, wenn er freigesetzt wird – also bei Renovationen oder Abbrucharbeiten.
Kosten einer Asbestsanierung
Die Sanierungskosten hängen stark vom Umfang ab. Für eine Wohnung liegen sie typischerweise bei 10'000 bis 40'000 Franken, bei einem ganzen Gebäude können es deutlich mehr sein. Diese Kosten werden bei der Bewertung als Abzugsposten berücksichtigt.
Dämmung und Energieeffizienz
Gebäude aus dieser Epoche wurden ohne oder mit minimaler Wärmedämmung erstellt. Die Heizkosten sind entsprechend hoch, und die Energiebilanz ist schlecht. Eine energetische Sanierung (Fassade, Fenster, Dach) kann 50'000 bis 150'000 Franken oder mehr kosten, je nach Gebäude. Ohne Sanierung erhalten solche Gebäude in der Regel eine GEAK-Klasse E, F oder G.
Wie gross ist der Preisabschlag?
Unsanierte Gebäude aus den 1960er- und 1970er-Jahren erfahren gegenüber vergleichbaren renovierten Objekten typischerweise einen Abschlag von 15 bis 30 Prozent. Der Abschlag setzt sich zusammen aus dem erwarteten Sanierungsaufwand, der schlechteren Energieeffizienz und dem weniger attraktiven Ausbaustandard (kleine Bäder, geschlossene Küchen, niedrige Raumhöhen).
Fazit: Potenzial und Risiko liegen nahe beieinander
Gebäude aus den 60er- und 70er-Jahren können nach einer umfassenden Sanierung attraktive Wohnungen bieten. Ohne Sanierung ist der Abschlag aber erheblich. Käufer und Verkäufer sollten die Sanierungskosten realistisch kalkulieren und bei der Preisfindung berücksichtigen.