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SARON Zinssatz aktuell: Was der Schweizer Referenzzinssatz für Ihre Hypothek bedeutet

Von Benjamin Steiner
Lesezeit: 8 Minuten

SARON Zinssatz aktuell im Überblick: Wie sich der Schweizer Referenzzinssatz entwickelt, was er für Ihre Hypothek bedeutet und wie Sie clever profitieren.

Das Wichtigste in Kürze
  • Der SARON Zinssatz liegt aktuell (20.05.2026) bei -0.05 %. .
  • Der SARON Zinssatz aktuell liegt deutlich unter dem Niveau der Festhypotheken – seit den jüngsten Leitzinssenkungen der SNB ist die Differenz wieder klar spürbar.
  • Eine SARON-Hypothek bietet maximale Flexibilität bei tiefen Kosten, verlangt aber eine bewusste Haltung gegenüber Zinsschwankungen.

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Wie hoch ist der SARON-Zinssatz aktuell 2026? 

Der SARON Zinssatz liegt Stand 20.05.2026 bei -0.05 %. 

Die günstigsten SARON-Hypothekarzinsen liegen aktuell bei rund 0.65 %. 

Der SARON Zinssatz bewegt sich aktuell seit den jüngsten geldpolitischen Lockerungen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) auf einem Niveau nahe null bis leicht positiv. Nach dem Hochpunkt von rund 1,7 Prozent in den Jahren 2023/2024 hat die SNB den Leitzins schrittweise gesenkt – mit direkten Auswirkungen auf den SARON.

Was ist der SARON und warum betrifft er Schweizer Eigenheimbesitzer?

Der SARON (Swiss Average Rate Overnight) ist der offizielle Schweizer Referenzzinssatz für besicherte Übernachtgeschäfte am Geldmarkt und dient seit dem 1. Januar 2022 als verbindliche Grundlage für variable Hypotheken in Schweizer Franken. Er ersetzt den früheren LIBOR und wird täglich von der SIX Swiss Exchange basierend auf realen Transaktionen am besicherten Repo-Markt berechnet.

Damit unterscheidet sich der SARON fundamental vom alten LIBOR: Während LIBOR auf den Einschätzungen einzelner Banken beruhte, basiert der SARON auf tatsächlich abgeschlossenen Geschäften. Das macht ihn deutlich manipulationssicherer und transparenter – ein wichtiger Punkt, der nach den LIBOR-Skandalen der 2010er-Jahre zur Reform des gesamten Referenzzinssystems führte.

Für Sie als Eigenheimbesitzer oder Verkäufer ist der SARON Zinssatz vor allem in zwei Situationen relevant: Wenn Sie eine bestehende SARON-Hypothek halten oder wenn Sie über die Finanzierung einer Liegenschaft nachdenken – sei es beim Kauf einer neuen Immobilie nach dem Verkauf oder beim Refinanzieren einer auslaufenden Hypothek.

Die Entwicklung im Überblick

Um die aktuelle Lage einzuordnen, lohnt sich ein Blick auf die jüngere Geschichte. 2021 lag der SARON noch im negativen Bereich um -0,7 Prozent. Mit der Zinswende ab Juni 2022 stieg er rasant und erreichte 2023 Werte über 1,7 Prozent. Seit Anfang 2024 sinkt der SARON wieder kontinuierlich, getrieben von den Leitzinssenkungen der SNB als Reaktion auf die nachlassende Inflation.

Der entscheidende Mechanismus: Der SARON folgt sehr eng dem SNB-Leitzins. Wenn die Nationalbank den Leitzins senkt oder erhöht, schlägt sich das innerhalb weniger Tage im SARON nieder. Wer eine SARON-Hypothek hält, spürt geldpolitische Entscheide also unmittelbar im Portemonnaie – im Guten wie im Schlechten.

Compounded SARON: Das ist wirklich relevant für Ihre Hypothek

Wenn Sie den SARON Zinssatz für Ihre Hypothek verstehen wollen, müssen Sie zwischen dem Tages-SARON und dem Compounded SARON unterscheiden. Banken verwenden für Hypotheken den sogenannten Compounded SARON – also einen über einen Zeitraum (typischerweise drei Monate) aufgezinsten Durchschnittswert. Dieser Wert ist die effektive Berechnungsgrundlage Ihrer Zinsbelastung.

Auf den Compounded SARON schlägt die Bank ihre individuelle Marge auf. Diese Marge liegt in der Regel zwischen 0,7 und 1,2 Prozent, abhängig von Bonität, Belehnung und Verhandlungsgeschick. Der effektive Hypothekarzins ist also: Compounded SARON + Bankmarge.

SARON-Hypothek versus Festhypothek: Was lohnt sich beim aktuellen Zinssatz?

Bei der Wahl zwischen SARON- und Festhypothek geht es nicht nur um den aktuellen Zinsvorteil, sondern um Ihre persönliche Risikoneigung und finanzielle Belastbarkeit. Der SARON Zinssatz liegt aktuell klar unter den Sätzen langjähriger Festhypotheken – das ist die typische Konstellation bei einer normalen Zinskurve.

Die strukturellen Unterschiede

Eine Festhypothek fixiert den Zins über die gesamte Laufzeit, üblicherweise zwischen zwei und fünfzehn Jahren. Sie zahlen für diese Sicherheit eine Prämie – die Bank lässt sich das Zinsrisiko bezahlen. Eine SARON-Hypothek hingegen bewegt sich mit dem Marktzins. Steigt der SARON, steigt Ihre Zinsbelastung. Fällt er, profitieren Sie direkt.

Konkret bedeutet das beim aktuellen SARON Zinssatz: Wer heute auf eine SARON-Hypothek setzt, zahlt in der Regel einen tieferen effektiven Zins als bei einer zehnjährigen Festhypothek. Diese Differenz kann bei einer Hypothek von 800'000 Franken durchaus mehrere Tausend Franken pro Jahr ausmachen.

Wann eignet sich welche Variante?

Die SARON-Hypothek passt zu Eigentümern mit finanzieller Reserve, die Schwankungen aussitzen können, einer mittel- bis langfristig erwarteten Stabilität oder Sinken der Zinsen und einem aktiven Umgang mit der eigenen Finanzierung.

Die Festhypothek ist sinnvoll für Eigentümer mit knapper Tragbarkeit, die Planungssicherheit brauchen, in einer Phase steigender Zinserwartungen oder vor grösseren Lebensereignissen, bei denen Stabilität wichtig ist.

Viele Eigenheimbesitzer kombinieren die beiden Modelle bewusst: Ein Teil der Hypothek wird als Festhypothek mit langer Laufzeit abgeschlossen, ein anderer Teil läuft als SARON-Hypothek. Diese Tranchenstrategie reduziert das Klumpenrisiko und nutzt die Vorteile beider Welten.

Wie wird der SARON Zinssatz konkret berechnet?

Die Berechnung des SARON folgt einem klar definierten Verfahren. Täglich werden am Schweizer Repo-Markt besicherte Übernachtgeschäfte abgewickelt – also Geschäfte, bei denen Geld gegen Wertpapiere als Sicherheit verliehen wird. Aus dem volumengewichteten Durchschnitt dieser Transaktionen entsteht der tagesaktuelle SARON.

Dieser tägliche Wert allein ist für Hypothekarkunden jedoch wenig aussagekräftig. Entscheidend ist der Compounded SARON über die jeweilige Zinsperiode. Bei einer dreimonatigen Abrechnungsperiode wird der SARON über alle Tage dieser drei Monate zusammengezinst. Das Resultat ist Ihr Referenzzins für diese Periode.

Vorteile des Compounded-Ansatzes

Der grosse Vorteil dieser nachträglichen Berechnung: Tagesspitzen werden geglättet. Ein einzelner Ausreisser nach oben oder unten wirkt sich kaum auf den Quartalszins aus. Das macht die SARON-Hypothek deutlich stabiler, als der reine Tagesblick vermuten lässt.

Allerdings hat dieser Ansatz auch eine Konsequenz: Sie erfahren den definitiven Zins für eine Periode immer erst am Ende dieser Periode. Banken bieten deshalb häufig sogenannte indikative Zinssätze an, mit denen Sie eine grobe Planung vornehmen können.

SARON Zinssatz aktuell: Prognose und Markterwartung

Wer eine Hypothek abschliesst, will wissen, wohin sich der SARON Zinssatz aktuell und in den kommenden Quartalen bewegt. Eine seriöse Prognose ist schwierig – aber bestimmte Treiber lassen sich klar identifizieren.

Die wichtigsten Einflussfaktoren

Erstens: Die Inflation. Solange die Teuerung in der Schweiz im Zielband der SNB von 0 bis 2 Prozent bleibt, gibt es keinen Druck auf die Notenbank, den Leitzins anzuheben. Die Schweizer Inflation hat sich nach den hohen Werten von 2022/2023 deutlich beruhigt und bewegt sich seit längerem im moderaten Bereich.

Zweitens: Die Frankenstärke. Ein zu starker Franken bremst die Exportwirtschaft und drückt die importierte Inflation. Die SNB nutzt den Leitzins als eines der Werkzeuge, um die Frankenbewertung zu steuern. Tiefe Zinsen machen den Franken tendenziell weniger attraktiv für Anleger.

Drittens: Das internationale Zinsumfeld, insbesondere die Geldpolitik der EZB und der US-Notenbank Fed. Auch wenn die SNB eigenständig agiert, ist sie nicht im luftleeren Raum unterwegs.

Was bedeutet das für Eigenheimbesitzer?

Ein abruptes Hochschiessen des SARON ist beim aktuellen Umfeld unwahrscheinlich. Ein moderater Anstieg bei wirtschaftlicher Erholung oder steigender Inflation ist hingegen möglich. Wer eine SARON-Hypothek hält, sollte deshalb stets eine Reserve einplanen – die meisten Banken rechnen die Tragbarkeit ohnehin mit einem kalkulatorischen Zinssatz von 5 Prozent, was ein gewisses Polster mitbringt.

Was beim Verkauf einer Liegenschaft mit SARON-Hypothek zu beachten ist

Wer seine Immobilie verkauft und eine SARON-Hypothek darauf hat, kommt in der Regel deutlich glimpflicher davon als bei einer langjährigen Festhypothek. SARON-Hypotheken haben üblicherweise eine Rahmenkreditlaufzeit von zwei bis drei Jahren, lassen sich aber meist mit einer Frist von wenigen Monaten kündigen oder übertragen.

Übertragung auf neue Liegenschaft

Die meisten Banken bieten an, eine bestehende SARON-Hypothek auf eine neue Liegenschaft zu übertragen, sofern Tragbarkeit und Belehnung weiterhin passen. Das spart Kosten und Aufwand. Wichtig: Klären Sie diese Option möglichst frühzeitig mit Ihrer Bank, idealerweise schon bevor Sie konkret in den Verkaufsprozess einsteigen.

Vorfälligkeitsentschädigung

Bei Festhypotheken kann eine vorzeitige Auflösung eine empfindliche Vorfälligkeitsentschädigung auslösen – bei tiefen aktuellen Marktzinsen oft fünfstellige Beträge. Bei SARON-Hypotheken fällt eine solche Entschädigung in der Regel nicht oder nur in deutlich geringerem Umfang an. Das macht die SARON-Hypothek auch zur flexibleren Wahl für Eigentümer, die einen Verkauf in absehbarer Zeit in Betracht ziehen.

Verhandlungsspielraum bei der Bankmarge

Beim SARON Zinssatz konzentriert sich vieles auf den Referenzzins selbst. Tatsächlich ist die Bankmarge aber genauso entscheidend – und hier haben Sie als Kunde echten Verhandlungsspielraum.

Marge-Unterschiede von 0,2 bis 0,3 Prozentpunkten sind zwischen verschiedenen Banken keine Seltenheit. Auf eine Hypothek von einer Million Franken gerechnet ergibt das eine Differenz von 2'000 bis 3'000 Franken pro Jahr – kumuliert über zehn Jahre also 20'000 bis 30'000 Franken.

Holen Sie daher immer Offerten von mehreren Anbietern ein: nicht nur Ihrer Hausbank, sondern auch von Kantonalbanken, Versicherungen und Pensionskassen. Letztere bieten bei guter Bonität oft sehr attraktive Konditionen.

Fazit: SARON Zinssatz aktuell richtig einordnen

Der aktuelle SARON Zinssatz zeigt das tatsächliche Zinsniveau im Schweizer Geldmarkt und ist damit ein zentrales Steuerungselement für Hypothekarkunden. Wer eine SARON-Hypothek hält oder erwägt, sollte den SARON nicht als Spekulationsobjekt verstehen, sondern als nüchternes Instrument: Es bietet maximale Flexibilität und in normalen Marktphasen einen Kostenvorteil gegenüber Festhypotheken – verlangt aber eine bewusste Risikohaltung und finanzielle Reserve.

Für Eigenheimbesitzer und Verkäufer lohnt sich der genaue Blick auf drei Punkte: die aktuelle SARON-Höhe inklusive Bankmarge, das eigene Risikoprofil und die individuellen Pläne mit der Liegenschaft. Wer verkaufen will, profitiert oft von der Flexibilität einer SARON-Hypothek. Wer langfristig wohnen bleibt, sollte SARON- und Festhypotheken bewusst gegeneinander abwägen oder kombinieren.

Eine pauschale Antwort auf die Frage «SARON oder Festhypothek» gibt es nicht. Es gibt aber eine fundierte Entscheidung – und die beginnt mit dem Verständnis des SARON, seiner Mechanik und seiner Stellung im aktuellen Schweizer Zinsumfeld.

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Benjamin Steiner
Benjamin Steiner
Marketing Content Specialist

Benjamin hat einen Masterabschluss an der Universität Zürich und viele Jahre Erfahrung in der Erstellung und Redaktion von Texten. Für Neho und Strike recherchiert er aktuelle Ereignisse und Entwicklungen in der Immobilienbranche und erklärt sie unseren Blog-Lesern auf verständliche Weise.

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