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Gebühren beim Hausverkauf in der Schweiz: Mit diesen Kosten müssen Sie rechnen

Von Benjamin Steiner
Lesezeit: 3 Minuten

Der Verkauf eines Hauses ist für viele Eigentümer ein bedeutender Schritt. Neben dem Verkaufspreis spielen dabei die anfallenden Gebühren eine zentrale Rolle. Wer die effektiven Kosten im Voraus kennt, kann den Nettoerlös realistisch einschätzen und unangenehme Überraschungen vermeiden. In diesem Artikel erfahren Sie detailliert, welche Gebühren beim Hausverkauf in der Schweiz anfallen, wie sich diese zusammensetzen und wo Optimierungspotenzial besteht.

Das Wichtigste in Kürze
  1. Die Grundstückgewinnsteuer ist in der Schweiz häufig der grösste Kostenfaktor beim Hausverkauf.

  2. Maklerprovisionen liegen in der Regel zwischen 2 % und 3 % des Verkaufspreises.

  3. Notariats- und Grundbuchgebühren sind kantonal geregelt und oft verhandelbar.

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1. Maklerprovision: Die häufigste Verkaufsgebühr

Wenn Sie eine Immobilienmaklerin oder einen Immobilienmakler beauftragen, fällt in der Regel eine Provision an. Diese Gebühr wird beim Hausverkauf meist als Prozentsatz des Verkaufspreises berechnet.

Übliche Höhe der Maklerprovision

  • In der Schweiz: ca. 2 % bis 3 % des Verkaufspreises

  • Je nach Region und Dienstleistungsumfang unterschiedlich

  • Meist nur im Erfolgsfall geschuldet

Bei einem Verkaufspreis von CHF 1'200'000 entspricht eine Provision von 2.5 % beispielsweise CHF 30'000.

Was ist in der Provision enthalten?

Seriöse Maklerleistungen umfassen in der Regel:

  • Marktwertanalyse

  • Erstellung professioneller Verkaufsdokumentation

  • Vermarktung (Online-Portale, Netzwerk, Exposé)

  • Organisation und Durchführung von Besichtigungen

  • Preisverhandlungen

  • Begleitung bis zum Notartermin

Ein professioneller Verkaufsprozess kann den Verkaufspreis deutlich optimieren – was die Gebühr relativieren kann.


2. Notariats- und Grundbuchgebühren

Jeder Immobilienverkauf in der Schweiz muss öffentlich beurkundet werden. Dafür fallen Gebühren an.

Notariatskosten

  • Abhängig vom Kanton

  • Häufig prozentual vom Kaufpreis oder nach Aufwand berechnet

  • Typisch: 0.1 % bis 0.5 % des Verkaufspreises

Grundbuchgebühren

  • Ebenfalls kantonal geregelt

  • Meist im ähnlichen Rahmen wie Notariatskosten

Wer trägt diese Kosten?

In vielen Kantonen werden:

  • Notariats- und Grundbuchkosten zwischen Käufer und Verkäufer geteilt

  • Oder vollständig vom Käufer übernommen

  • In manchen Kantonen kann die Aufteilung auch verhandelt werden. 

Die Regelung sollte klar im Kaufvertrag festgehalten werden.


3. Grundstückgewinnsteuer: Der grösste Kostenfaktor

Die Grundstückgewinnsteuer ist in der Schweiz häufig die bedeutendste Abgabe beim Hausverkauf. Von allen Steuern und Gebühren macht sie meistens den grössten Teil aus. 

Wie wird sie berechnet?

Besteuert wird der realisierte Gewinn, also:

Verkaufspreis
– ursprünglicher Kaufpreis
– wertvermehrende Investitionen
– Verkaufsnebenkosten
= steuerbarer Gewinn

Wichtige Einflussfaktoren

  • Besitzdauer (je länger Sie Eigentümer waren, desto tiefer der Steuersatz)

  • Höhe des Gewinns

  • Kantonale Steuersätze

In vielen Kantonen gibt es eine Progression: Hohe Gewinne werden im Verhältnis stärker besteuert.

Steueraufschub möglich?

Ein Aufschub ist möglich, wenn:

  • Sie das Haus verkaufen und innerhalb einer bestimmten Frist selbstgenutztes Wohneigentum erwerben

  • Es sich um einen Erbfall oder eine Schenkung handelt

Die Steuer wird dann nicht erlassen, sondern lediglich aufgeschoben.


4. Vorfälligkeitsentschädigung bei Hypotheken

Falls Ihre Hypothek noch läuft, kann beim Hausverkauf eine weitere Gebühr anfallen, die sogenannte Vorfälligkeitsentschädigung.

Diese Gebühr entsteht, wenn:

  • Eine Festhypothek vor Ablauf gekündigt wird

  • Der Käufer die bestehende Hypothek nicht übernimmt

Je nach Zinssituation kann diese Entschädigung mehrere zehntausend Franken betragen. Eine frühzeitige Abklärung mit Ihrer Bank ist daher essenziell.


5. Weitere mögliche Kosten

Neben den grossen Kostenpunkten können beim Hausverkauf weitere Gebühren entstehen:

  • Energieausweis (GEAK), falls erforderlich

  • Löschung von Grundpfandrechten

  • Unterlagenbeschaffung (Kataster, Pläne, Dokumente)

  • Wertgutachten

  • Kosten für kleinere Renovationen oder Verkaufsaufbereitung (Home Staging)

Diese Kosten sind individuell, können jedoch die Verkaufsattraktivität deutlich steigern.


Beispielrechnung: Welche Gebühren fallen beim Hausverkauf konkret an?

Angenommen, Sie verkaufen Ihr Haus für CHF 1'000'000.

Position Beispielbetrag
Maklerprovision (2.5 %) CHF 25'000
Notariat & Grundbuch CHF 5'000
Grundstückgewinnsteuer abhängig vom Gewinn
Sonstige Kosten CHF 2'000 – 10'000

Je nach Gewinn und Kanton kann die Grundstückgewinnsteuer den grössten Anteil ausmachen.


Fazit: Frühzeitig planen erhöht Ihren Nettoerlös

Die Gebühren beim Hausverkauf in der Schweiz variieren stark je nach Kanton, Besitzdauer und individueller Situation. Besonders die Grundstückgewinnsteuer und eine mögliche Vorfälligkeitsentschädigung sollten frühzeitig berechnet werden.

Eine professionelle Verkaufsstrategie hilft nicht nur, rechtliche und steuerliche Risiken zu minimieren, sondern kann auch den effektiven Verkaufserlös steigern.

Wer alle Kosten realistisch einkalkuliert, verkauft souverän und mit klarer finanzieller Planung.

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Benjamin Steiner
Benjamin Steiner
Marketing Content Specialist

Benjamin hat einen Masterabschluss an der Universität Zürich und viele Jahre Erfahrung in der Erstellung und Redaktion von Texten. Für Neho und Strike recherchiert er aktuelle Ereignisse und Entwicklungen in der Immobilienbranche und erklärt sie unseren Blog-Lesern auf verständliche Weise.

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Häufige Fragen

In der Regel fallen an Gebühren Maklerprovision, Grundstückgewinnsteuer, allfällige Vorfälligkeitsentschädigung sowie anteilige Notariats- und Grundbuchkosten an.

Die Höhe hängt vom Gewinn, der Besitzdauer und dem Kanton ab. Je länger Sie die Immobilie gehalten haben, desto tiefer ist meist der Steuersatz.

Ja. Eine strategische Verkaufsplanung, steuerliche Optimierung, Verhandlung der Kostenverteilung sowie die Wahl des passenden Verkaufsmodells können die Gesamtkosten deutlich reduzieren.

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