Südseite oder Nordseite – die Ausrichtung einer Wohnung gehört zu den Faktoren, die Käufer sofort wahrnehmen. Doch wie gross ist der Preisunterschied wirklich, und welche Rolle spielt die Himmelsrichtung bei der Bewertung?
Typischer Preisunterschied nach Ausrichtung
In der Schweiz liegt der Preisunterschied zwischen einer reinen Südausrichtung und einer reinen Nordausrichtung bei vergleichbaren Wohnungen typischerweise zwischen 5 und 10 Prozent. Dabei gilt: Süd- und Südwestausrichtung erzielen die höchsten Preise, gefolgt von West und Ost. Reine Nordlagen werden am tiefsten bewertet.
Warum ist die Südseite mehr wert?
Die Zahlungsbereitschaft hängt direkt mit dem Tageslicht zusammen. Eine nach Süden ausgerichtete Wohnung bietet:
- Deutlich mehr Sonnenstunden pro Tag, besonders im Winter
- Geringere Heizkosten dank passiver Sonneneinstrahlung
- Hellere Wohnräume und ein angenehmeres Raumklima
- Einen Balkon oder eine Terrasse, die tatsächlich nutzbar ist
Im Sommer kann eine reine Südlage allerdings auch zu Überhitzung führen, insbesondere bei grossen Fensterflächen ohne Beschattung.
Nordausrichtung: nicht immer ein Nachteil
Eine reine Nordlage ist vor allem dann ein Problem, wenn die Hauptwohnräume – Wohnzimmer und Balkon – nach Norden zeigen. In Durchgangswohnungen mit Fenstern auf beiden Seiten relativiert sich der Nachteil, weil zumindest Teile der Wohnung Sonne erhalten. Auch in sehr heissen Sommern kann eine Nordlage als angenehm empfunden werden.
Besonderheiten in der Schweiz
In der Schweiz spielt die Ausrichtung eine besonders grosse Rolle, weil die Topografie den Sonnenstand stark beeinflusst. In einem engen Tal oder an einem Nordhang kann selbst eine nach Süden ausgerichtete Wohnung im Winter kaum Sonne erhalten. Umgekehrt profitiert eine Wohnung an einem Südhang mit freier Sicht überproportional. Die Kombination aus Himmelsrichtung und Topografie ist deshalb in der Schweiz wichtiger als in flachen Regionen.
Fazit: Die Ausrichtung zählt, aber im Kontext
Die Himmelsrichtung beeinflusst den Wohnungspreis in der Schweiz um bis zu 10 Prozent. Der tatsächliche Effekt hängt aber stark von der Topografie, der Verbauung und der Grundrissgestaltung ab. Eine professionelle Bewertung berücksichtigt all diese Faktoren im Zusammenspiel.