Um ehrlich zu sein: In Ihrer Haut möchte ich nicht stecken. Ein Eigentümer, der seine Immobilie verkaufen möchte, da stehen Sie vor einem wahren Dschungel! Und das nicht ohne Grund: Der lukrative Immobiliensektor hat viele interessierte Akteure angezogen und deswegen haben wir heute einen solchen Überfluss an Maklern. Aber die Verkäufer begreifen langsam, dass sie eigentlich keinen Grund haben, all diese Leute zu bezahlen.
Die klassische Maklerprovision steht unter Druck und der Kampf wird zu einem Kampf ums Überleben. Und in einem solchen Kampf ist kein Mittel zu heilig.
Hier ist ein praktischer Leitfaden in vier Schritten, um Ihnen den Weg aus diesem Dschungel zu erleichtern.
1. Vermeiden Sie Mittelsmänner
Damit sind Plattformen gemeint, die nur dazu da sind, Leads zu generieren, um sie an Partneragenturen zu verkaufen. Dabei verdienen sie zwischen 30 und 50 % der Provision. Auch wenn diese Plattformen sich damit rechtfertigen, den Kunden aufzuklären, zeigen sie nur einen Teil der möglichen Lösungen auf. Sie behaupten, neutral und objektiv zu sein, aber wenn Sie genau hinschauen, werden Sie erkennen, dass diese Plattformen nur mit Agenturen arbeiten, die bereit sind, ihnen viel Geld für die Vermittlung eines Interessenten zu bezahlen. Und das ist auch verständlich, denn irgendwie müssen sie ihren Lebensunterhalt ja verdienen.
2. Holen Sie sich Schätzungen von mehreren Profis ein
Aber an wen sollen Sie sich wenden? Jemand aus Ihrem Bekanntenkreis hat vielleicht schon eine gute Erfahrung mit der einen oder dem anderen Agentur gemacht. Das ist immer ein guter Ausgangspunkt. Dann gehen Sie am besten auf eines der grossen Immobilienportale wie Homegate oder Immoscout24, suchen nach Immobilien in einem Radius von 5-10 Kilometern um Ihren Standort und notieren sich, welche Agenturen in den Suchergebnissen erscheinen. Besuchen Sie ihre Websites, um ein Gefühl dafür zu erhalten, wie sie ihre Immobilien präsentieren. Wählen Sie die 2 oder 3 aus, die ihre Immobilien am besten zur Schau stellen, und fordern Sie von diesen eine Schätzung vor Ort an. Das ist die Gelegenheit für Sie, den Service zu beurteilen: Erstkontakt, Pünktlichkeit, Fachkenntnis, menschliche Qualitäten und zwischenmenschliche Fähigkeiten, zügige Antwort beim Schätzungsbericht, Qualität des Berichts, Proaktivität beim Nachfassen, usw. Mit diesem Berg an Hinweisen sollte Ihnen die Entscheidung leicht fallen.
3. Informieren Sie sich über den Prozess und die Vertragsbedingungen
Das ist nämlich die Krux bei der Sache: Wie beabsichtigt die Agentur, Interesse an Ihrer Immobilie zu generieren? Wie aktiviert sie ihre Käuferbasis? Auf welchen Portalen veröffentlicht sie Ihre Immobilie? Wie lange dauert das Ganze? Wie werden Sie während des Prozesses auf dem Laufenden gehalten? Zögern Sie auch nicht, weitere Fragen zu stellen. Sie haben die einzigartige Gelegenheit, sich in die Position des Rekrutierenden zu begeben – nutzen Sie das aus! Und vor allem: Überlegen Sie, ob die Antworten Sie wirklich überzeugen können. Die Transparenz des Angebots ist ein weiterer essentieller Punkt. Welche Dienstleistungen sind darin inbegriffen und wie viel kosten mich diese? Und was passiert, wenn ich nicht zufrieden bin?
4. Nehmen Sie sich Bedenkzeit
Ich habe Ihnen vor allem Fragen, aber nur wenige Antworten geliefert. Aber hoffentlich sehen Sie, wie der Prozess aussehen könnte – jetzt liegt es an Ihnen, Ihren Weg zu gehen. Und ja, das wird ein wenig Zeit in Anspruch nehmen, aber es ist gut investierte Zeit. Denn der Aufwand bei der Wahl der Agentur lohnt sich allemal.

