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Fassadensanierung – Was lohnt sich und was ist zu beachten?

Von Benjamin Steiner
Lesezeit: 7 Minuten

Die Fassade ist als äussere Gebäudehülle die primäre Schutzschicht gegen Witterungseinflüsse wie Wind, Regen und Temperatur. So ist es normal, dass die Fassade im Laufe der Jahre zunehmend Abnutzungserscheinungen zeigt. Doch wann ist die Zeit für eine Fassadensanierung gekommen und welche Optionen hat man als Hauseigentümer?

Das Wichtigste in Kürze
  • Für die Fassadensanierung gibt es verschiedene Optionen je nach Zustand der Fassade und den gewünschten Verbesserungen, z.B. Reinigung, Neuanstrich oder Dämmung bis hin zu integrierten Systemen. 
  • Eine Fassadensanierung dauert je nach Art der Arbeiten von einigen Tagen für einen Anstrich bis zu einigen Wochen oder Monaten für eine Fassadenverkleidung mit Dämmung.
  • Für eine Fassadensanierung kann eine Baubewilligung erforderlich sein, wenn das Erscheinungsbild der Fassade durch die Sanierung erheblich verändert wird.

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Welche Arten von Fassadensanierung gibt es? 

Für die Fassadensanierung gibt es verschiedene Optionen, die je nach Zustand der Fassade und den gewünschten Verbesserungen ausgewählt werden können. Die Optionen weiter oben auf der Liste sind tendenziell weniger aufwändig und günstiger. Die Optionen weiter unten sind kostspieliger und aufwändiger. 

Reinigung und Ausbesserung:

  • Hochdruckreinigung: Entfernen von Schmutz, Algen und Moos.
  • Risssanierung: Füllen von Rissen mit geeigneten Füllstoffen, um weitere Schäden zu verhindern und das optische Erscheinungsbild aufzubessern. 

Anstrich und Beschichtung:

  • Neuanstrich: Auffrischung der Fassade mit wetterbeständiger Farbe.
  • Schutzbeschichtungen: Anwendung einer speziellen Beschichtung, die die Fassade vor Umwelteinflüssen schützt und die Lebensdauer verlängert.

Putz- und Mörtelsanierung:

  • Putzsanierung: Erneuerung des alten oder beschädigten Putzes.
  • Verfugung: Erneuerung der Fugen bei Mauerwerk, um die Struktur zu stabilisieren und Feuchtigkeitseintritt zu verhindern.

Dämmung:

  • Fassadendämmung: Entweder durch Anbringen einer Dämmung aussen (Wärmeverbundsystem, Vorhangfassade) oder zwischen den Mauerschalen (Einblasdämmung, Kerndämmung). Eine Fassadendämmung erhöht die thermische Isolation des Gebäudes und reduziert damit dessen Energieverbrauch. 
  • Innendämmung: Bei denkmalgeschützten Fassaden, wo eine Aussendämmung nicht möglich ist.

Erneuerung von Bauteilen

  • Austausch von Fassadenelementen: Ersetzen beschädigter oder veralteter Bauteile wie Fensterbänken oder Gesimsen.
  • Erneuerung der Fenster und Türen: Austausch alter Fenster und Türen zur Verbesserung der Energieeffizienz und Sicherheit. 

Modernisierung und Gestaltung:

  • Fassadenverkleidung/Vorhangfassade: Installation einer neuen Fassadenverkleidung aus Holz, Metall, Stein oder Kunststoff. 
  • Kombination mit Dämmung: Die Installation einer neuen Fassadenverkleidung lässt sich mit reduziertem Aufwand mit einer neuen Dämmung kombinieren. 

Integrierte Systeme:

  • Solarfassaden: Integration von Photovoltaik- oder Solarthermie-Systemen zur Energiegewinnung.
  • Begrünte Fassaden: Installation von vertikalen Gärten zur Verbesserung des Mikroklimas und der Ästhetik.

 

Wann ist eine Fassadensanierung nötig? 

Die Notwendigkeit und der Zeitpunkt einer Fassadensanierung hängen stark von den verwendeten Materialien, den Umwelteinflüssen und der Instandhaltung des Gebäudes ab. Hier sind einige allgemeine Richtlinien, wann eine Fassadensanierung sinnvoll ist: 

Wartung und Inspektion der Fassade alle 1–5 Jahre

Alle 1–5 Jahre sollte die Fassade inspiziert werden. Das Ziel ist,Schäden frühzeitig zu erkennen und kleinere Reparaturen durchzuführen. Dies kann das Abdichten von Rissen oder das Nachmalen von stark beanspruchten Bereichen umfassen.

Kleinere Fassadensanierung alle 10–15 Jahre

Das Auffrischen des Fassadenanstrichs ist besonders bei stark witterungsbeanspruchten Gebäuden notwendig. Dies schützt die Fassade vor Feuchtigkeit und UV-Strahlung. Ausserdem sollten Fenster- und Türdichtungen überprüft und bei Bedarf ersetzt werden, um die Energieeffizienz des Gebäudes zu erhalten.

Grössere Fassadensanierung alle 20–30 Jahre

Die Erneuerung der Fassadenverkleidung kann bei verputzten oder verkleideten Fassaden erforderlich sein, um deren Schutzfunktion und optische Qualität zu erhalten. Zudem sollte über eine nachträgliche Dämmung der Fassade nachgedacht werden, insbesondere bei älteren Gebäuden ohne ausreichende Wärmedämmung. Dies kann auch in Kombination mit der Erneuerung der Fassadenverkleidung erfolgen.

Umfassende Fassadensanierung alle 40 bis 50 Jahre

Eine komplette Fassadensanierung beinhaltet die Erneuerung der gesamten Fassade einschliesslich der Dämmung und Verkleidung. Diese Massnahme kann erforderlich sein, wenn die ursprüngliche Fassade das Ende ihrer Lebensdauer erreicht hat oder umfassende energetische Verbesserungen angestrebt werden. Auch der Austausch der Fenster kann sinnvoll sein, da moderne, energieeffiziente Fenster den Wärmeverlust erheblich reduzieren. 

Faktoren, die den Zeitpunkt für eine Fassadensanierung beeinflussen können

  • Klima: Gebäude in Regionen mit extremen Wetterbedingungen (z.B. starke Sonneneinstrahlung, häufige Frost-Tau-Wechsel) sind anfälliger für Schäden an der Fassade und benötigen unter Umständen öfters eine Fassadensanierung
  • Belastung durch Pflanzen: Fassaden, die von Kletterpflanzen bewachsen sind, können schneller beschädigt werden. 
  • Bauweise: Hochwertige Materialien und fachgerechte Ausführung können die Lebensdauer der Fassade verlängern. 
  • Baumaterialien: Die Art der verwendeten Baumaterialien beeinflusst die Haltbarkeit der Fassade. Materialien wie Holz oder Putz können schneller sanierungsbedürftig werden als beispielsweise Ziegel oder Naturstein. 

 

Wie teuer ist eine Fassadensanierung? 

Die Kosten für eine Fassadensanierung können erheblich variieren und hängen vor allem von den verwendeten Materialien, der zu sanierenden Fläche, der Höhe des Hauses und dem notwendigen Arbeitsaufwand ab. 

Für einen einfachen Anstrich kann pro Quadratmeter mit etwa 5 Franken gerechnet werden, plus der Kosten für das Gerüst. Teurer ist eine Fassadenverkleidung; hier beginnen die Preise etwa bei 150 Franken pro Quadratmeter für die einfachsten Lösungen. Sind Dämmungsmassnahmen involviert, können die Kosten schnell ein Vielfaches davon betragen. 

 

Warum ist eine Fassadensanierung sinnvoll? 

Eine Fassadensanierung kann aus verschiedenen Gründen sinnvoll und notwendig sein. Die Fassade dient als äußere Schutzhülle eines Gebäudes und ist ständig Witterungseinflüssen wie Regen, Schnee, Wind und UV-Strahlung ausgesetzt. Eine intakte Fassade schützt das Gebäude vor Feuchtigkeit und verhindert Schäden durch eindringendes Wasser, das die Bausubstanz angreifen und Schimmelbildung fördern kann. Durch regelmässige Sanierungen wird die Lebensdauer der Bausubstanz verlängert. Kleine Risse und Schäden können rechtzeitig behoben werden, bevor sie sich zu grösseren Problemen entwickeln, die dann aufwändigere und teurere Reparaturen erfordern.

Eine Fassadensanierung ist auch eine der wirkungsvollsten Methoden, die Dämmung des Gebäudes zu verbessern. Eine gute Wärmedämmung reduziert den Energieverlust, senkt die Heizkosten und trägt zur Reduktion des CO₂-Fussabdrucks bei, was ökologisch sinnvoll ist und für den Hauseigentümer langfristig Kosten spart. 

Darüber hinaus prägt die Fassade das Erscheinungsbild eines Gebäudes. Eine sanierte und gepflegte Fassade verbessert das äussere Erscheinungsbild und trägt zur Attraktivität des Gebäudes bei, was den Wert des Gebäudes erhöhen und die Zufriedenheit der Bewohner oder Nutzer steigern kann.

 

Wie viel Zeit benötigt eine Fassadensanierung? 

Die Zeit, die für eine Fassadensanierung benötigt wird, kann stark variieren und hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu zählen die Grösse und der Zustand des Gebäudes, die Art der durchzuführenden Arbeiten und die verwendeten Materialien.

Ein neuer Anstrich oder kleinere Reparaturen können in wenigen Tagen abgeschlossen sein. Grössere Projekte wie die komplette Erneuerung der Fassadenverkleidung oder umfangreiche Dämmungsarbeiten können mehrere Wochen bis Monate in Anspruch nehmen. Insbesondere wenn unterschiedliche Handwerksarbeiten nötig sind, wird ein solches Projekt schnell kompliziert und zeitaufwändig. 

Weitere zeitliche Faktoren sind die allfällige Bewilligungsverfahren und Verzögerungen durch versteckte Bauschäden oder ungünstige Witterungsbedingungen. 

 

Brauche ich eine Baubewilligung für eine Fassadensanierung?

Bei einer Fassadensanierung gilt grundsätzlich: Wenn die Aussenhülle des Gebäudes in der gleichen Art ersetzt oder saniert wird, ist keine Baubewilligung erforderlich. Wird hingegen die Substanz oder das Erscheinungsbild des Gebäudes verändert, ist meistens eine Baubewilligung erforderlich. 

 

Lohnt sich eine Fassadensanierung vor dem Hausverkauf?

Eine Fassadensanierung vor dem Hausverkauf kann sich lohnen, insbesondere wenn der Verkauf noch nicht unmittelbar ansteht. Eine frisch sanierte Fassade verbessert das äussere Erscheinungsbild des Hauses erheblich und schafft einen positiven ersten Eindruck bei potenziellen Käufern. Ein gepflegtes Äusseres zeigt, dass das Haus instand gehalten wurde, was das Vertrauen der Käufer in die allgemeine Bausubstanz des Hauses stärken kann. Mit einer Fassadensanierung machen Sie es dem Fotografen ausserdem einfacher, attraktive Bilder aufzunehmen – ein Plus im Hinblick auf die Inserierung auf den Immobilienportalen. 

Darüber hinaus kann eine Fassadensanierung den Wert eines Hauses nachhaltig steigern, insbesondere wenn energetische Sanierungsmassnahmen involviert sind. Eine gedämmte Fassade reduziert den Energieverbrauch und führt damit langfristig zu tieferen Betriebskosten. 

Vieles hängt jedoch vom Zeithorizont des Verkaufs ab. So ist es in vielen Fällen nicht sinnvoll, einen Hausverkauf nur wegen einer Sanierung hinauszuzögern. Insbesondere wenn ästhetische und nicht nur energetische Faktoren eine Rolle spielen – zum Beispiel die Wahl der Fassadenverkleidung –, kann es für die Käuferschaft sogar attraktiver sein, ein Haus zu einem etwas tieferen Preis zu erwerben und die Sanierung komplett in die eigenen Hände zu nehmen. 

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Benjamin Steiner
Benjamin Steiner
Marketing Content Specialist

Benjamin hat einen Masterabschluss an der Universität Zürich und viele Jahre Erfahrung in der Erstellung und Redaktion von Texten. Für Neho und Strike recherchiert er aktuelle Ereignisse und Entwicklungen in der Immobilienbranche und erklärt sie unseren Blog-Lesern auf verständliche Weise.

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Häufige Fragen

  • Reinigung und Ausbesserung: Hochdruckreinigung, Risssanierung
  • Anstrich und Beschichtung: Neuanstrich, Schutzbeschichtungen
  • Putz- und Mörtelsanierung: Putzsanierung, Verfugung
  • Dämmung: Aussendämmung (Wärmeverbundsystem, Vorhangfassade), Innendämmung
  • Erneuerung von Bauteilen: Austausch von Fassadenelementen, Erneuerung der Fenster und Türen
  • Modernisierung und Gestaltung: Fassadenverkleidung/Vorhangfassade, Kombination mit Dämmung
  • Integrierte Systeme: Solarfassaden, begrünte Fassaden

  • Regelmässige Wartung und Inspektion: Alle 1–5 Jahre
  • Kleinere Fassadensanierungen: Alle 10–15 Jahre (z.B. Auffrischen des Anstrichs)
  • Grössere Fassadensanierungen: Alle 20–30 Jahre (z.B. Erneuerung der Fassadenverkleidung)
  • Umfassende Fassadensanierungen: Alle 40–50 Jahre (z.B. komplette Erneuerung der Fassade inkl. Dämmung)
  • Einflussfaktoren: Klima, Belastung durch Pflanzen, Bauweise, verwendete Baumaterialien

  • Kostenfaktoren: Materialien, zu sanierende Fläche, Höhe des Hauses, notwendiger Arbeitsaufwand
  • Beispiele:
    • Einfache Anstriche: ca. 5 Franken pro Quadratmeter (plus Gerüstkosten)
    • Fassadenverkleidungen: ab ca. 150 Franken pro Quadratmeter
    • Dämmungsmassnahmen: oft ein Vielfaches der einfachen Lösungen

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