Wann sollte man die Bodenheizung sanieren?
Die Entscheidung, wann man eine Bodenheizung sanieren sollte, hängt stark vom Baujahr und den verwendeten Materialien ab. Ein wichtiges Entscheidungskriterium ist, ob die Heizung vor oder nach 1990 installiert wurde. Bodenheizungen, die nach 1990 installiert wurden, verwenden in der Regel gasdichte Rohre, was die Heizung weniger anfällig für Korrosion und Verschlammung macht. Ältere Bodenheizungen verwenden häufig gasdurchlässige Kunststoffrohre. Mit der Zeit kann Sauerstoff in die Rohre eindringen, was zu Beschädigungen führen kann und Verschlammung begünstigt. Früher wurde ausserdem nicht immer speziell aufbereitetes Wasser verwendet, was Kalkablagerungen begünstigt.
Lebensdauer einer Bodenheizung
Die Lebensdauer einer Bodenheizung beträgt etwa 30–50 Jahre. Der Schweizerische Ingenieur- und Architektenverein SIA nennt als erwartete Lebensdauer 30 Jahre, die EMPA sogar 50 Jahre. Damit liegt die Lebensdauer einer Bodenheizung etwas höher als bei Heizungen mit Radiatoren.
Die längere Lebensdauer einer Bodenheizung hat mehrere Gründe. Zum einen sind die Radiatoren bei einer Bodenheizung besser geschützt vor mechanischer Beanspruchung und Beschädigungen. Den Hauptunterschied macht aber die geringere thermische Belastung aus: Bodenheizungen können im Vergleich zu Radiatoren mit einer wesentlich tieferen Vorlauftemperatur betrieben werden (ca. 30–40° statt 60–70°), was die Heizungsrohre schont und deren Lebensdauer verlängert.
Entscheidungskriterien beim Sanieren der Bodenheizung
- Zustand der Heizrohre: Ein Heizungsinstallateur kann den Zustand der Rohre und Anschlüsse beurteilen.
- Wirtschaftlichkeit: Eine Kosten-Nutzen-Analyse der Sanierung der Bodenheizung im Vergleich zu den laufenden Kosten und möglichen Reparaturen zeigt auf, welche Art der Sanierung sich lohnt.
- Aufwand: Wenn es nicht unbedingt nötig ist, möchte man als Eigentümer meist eine Komplettsanierung vermeiden.
Bodenheizung sanieren – welche Optionen hat man?
- Prüfung: Ein Heizungsinstallateur prüft die Bodenheizung auf Funktion.
- Spülen: Ein Heizungsinstallateur spült die Rohre mit Granulat, um Ablagerungen zu entfernen. Anschliessend werden die Innenwände mit Harz versiegelt.
- Molchreinigung: Ein Heiungsinstallateur führt ein Reinigungsgerät – den sogenannten Molch – durch die Rohre, um sie von innen zu reinigen.
- Bodenheizung komplett sanieren: Eine Bodenheizung komplett zu sanieren ist sehr aufwändig, da der Fussboden entfernt werden muss.
- Bodenheizung austauschen: Der Ersatz der Bodenheizung durch Radiatoren ist kostengünstiger als die Komplettsanierung, aber für viele Eigentümer weniger attraktiv.
Wie teuer ist es, eine Bodenheizung zu sanieren?
- Aufwand: Der Aufwand variiert stark je nach Umfang der Arbeiten. Eine der Bodenheizung komplett zu sanieren ist wesentlich aufwändiger als eine Spülung oder Molchreinigung, da der Fussboden bei einer Sanierung entfernt werden muss.
- Dauer: Eine Spülung oder Molchreinigung kann in einigen Stunden abgeschlossen sein, während einekomplette Sanierung der Bodenheizung schnell mehrere Wochen in Anspruch nehmen kann.
- Kosten: Die Kosten hängen von der Art und Dauer der Sanierung der Bodenheizung, dem Arbeitsaufwand und den Materialkosten ab. Eine Spülung kostet etwa 600 bis 2'500 Franken. Eine Komplettsanierung ist wesentlich teurer und kann mehrere Zehntausend Franken kosten.
Bodenheizung sanieren vor dem Hausverkauf?
Eine neue oder sanierte Bodenheizung kann ein Haus potenziell für Käufer attraktiver machen. Eine Bodenheizung punktet mit grösserer Energieeffizienz im Vergleich mit Radiatoren, was sich positiv auf die Heizkosten auswirkt.
Als Eigentümer sollte man jedoch immer die Investitionskosten im Verhältnis zur möglichen Wertsteigerung des Hauses betrachten. Die Kosten für die Sanierung oder den Einbau einer neuen Bodenheizung können erheblich sein. Es gilt daher, sorgfältig abzuwägen, ob diese Ausgaben durch den erhöhten Verkaufspreis gedeckt werden können.
