Wer eine Immobilie verkauft, setzt einen Angebotspreis – doch der tatsächliche Verkaufspreis weicht fast immer davon ab. In welche Richtung und um wie viel?
Typische Abweichung
In der Schweiz liegt der Verkaufspreis im Durchschnitt 3 bis 8 Prozent unter dem Angebotspreis. In gefragten städtischen Lagen mit knappem Angebot kann der Verkaufspreis aber auch auf oder über dem Angebotspreis liegen. In ländlichen Regionen oder bei Objekten mit langer Vermarktungsdauer ist der Abschlag tendenziell grösser.
Wovon hängt die Abweichung ab?
- Marktlage: In einem Verkäufermarkt (mehr Nachfrage als Angebot) ist der Verhandlungsspielraum klein oder negativ. In einem Käufermarkt ist er grösser.
- Preisgestaltung: Ein zu hoch angesetzter Angebotspreis führt zu einem grösseren Abschlag, ein realistischer Preis zu weniger Verhandlung.
- Objektqualität: Gepflegte, gut dokumentierte Objekte erzielen näher am Angebotspreis als renovationsbedürftige.
- Vermarktungsdauer: Je länger ein Objekt auf dem Markt ist, desto grösser wird der Verhandlungsspielraum.
Bieterverfahren: über dem Angebotspreis
In der Schweiz wird zunehmend das Bieterverfahren eingesetzt, bei dem der Angebotspreis bewusst als Mindestpreis gesetzt wird. Hier liegt der Verkaufspreis typischerweise 5 bis 15 Prozent über dem Angebotspreis, in Einzelfällen deutlich mehr.
Fazit: Der Angebotspreis ist der Startpunkt, nicht das Ergebnis
Die Differenz zwischen Angebots- und Verkaufspreis ist in der Schweiz normal und hängt von Markt, Preisstrategie und Objekt ab. Verkäufer sollten den Angebotspreis realistisch setzen und sich auf Verhandlungen einstellen.