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Energiebewertung: Alles über den Gebäude­energieausweis der Kantone (GEAK)

Von Yann Girardet , 27. Juni 2022

Seit dem 1. Januar 2017 muss bei jedem Verkauf einer Immobilie oder dem Austausch eines Heizsystems in verschiedenen Kantonen zwingend ein kantonaler Energieausweis für Gebäude (Der Gebäude­energieausweis der Kantone - GEAK) vorgelegt werden. In einigen Kantonen ist er noch fakultativ und dient der Information. Woraus besteht dieses Dokument und wie erhält man es?

Was ist der GEAK?

Der Gebäudeenergieausweis der Kantone ist ein vorgeschriebenes Dokument, dessen Format und Inhalt standardisiert sind. Er ist in der ganzen Schweiz anerkannt und hat eine Gültigkeitsdauer von zehn Jahren ab Ausstellungsdatum. Wie der Name schon sagt, gibt der Energieausweis Auskunft über die Energieeffizienz eines Gebäudes.

Die Energieeffizienz wird anhand von zwei verschiedenen Etiketten dargestellt, die jeweils auf einer offiziellen Skala von A bis G bewertet werden. Das erste Etikett gibt die Effizienz der Gebäudehülle an, das zweite die Gesamtenergieeffizienz. Anhand der Noten kann sich der zukünftige Eigentümer einer zum Verkauf stehenden Immobilie ein Bild von seinen zukünftigen Heizkosten machen. Dies kann auch eine Einschätzung ermöglichen, ob eine Wärmedämmung notwendig ist oder nicht.

GEAK Tabelle

Wie wird der GEAK erstellt?

Die Energieeffizienz eines Gebäudes wird mithilfe des GEAK von einem unabhängigen und zugelassenen Experten festgestellt - Experten kann man sich aus einer Liste auf der geak.ch Webseite aussuchen. Der Experte führt dann eine Reihe von Messungen durch, um das Gebäude nach den beiden oben genannten Skalen zu klassifizieren.

 

Durchführung der Messungen und Sammlung der Daten

Eine vor Ort Besichtigung ist notwendig, um alle Daten zu sammeln, die für die Erstellung eines Berichts benötigtwerden. Dazu gehören der Verbrauch von Heizung, Warmwasser und Strom in den letzten drei Jahren, sofern diese Daten verfügbar sind. Ausserdem führt der GEAK Experte eine Reihe von Messungen und Beobachtungen in Bezug auf die Heizungsanlage und das Gebäude (Alter, Typ, Fläche...) durch.

 

Die Ausstellung des Berichts und der Energieetiketten

Mithilfe eines Online-Rechners kann der Experte dann seinen vierseitigen Bericht erstellen, der unter anderem die beiden Energieetiketten enthält. Das erste Etikett heisst "Effizienz der Gebäudehülle" und bezieht sich auf den Wärmeverlust der Bausubstanz. Dieses Kriterium steht also in direktem Zusammenhang mit der Isolierung der Wände, des Daches, des Bodens und der Fenster und berücksichtigt das Vorhandensein von Wärmebrücken.

Das zweite Etikett mit dem Titel "Gesamtenergieeffizienz" basiert sowohl auf dem Energieverlust als auch auf der Art der installierten Heizung. Insgesamt werden bei dieser Bewertung moderne Heizungsanlagen und erneuerbare Energiequellen bevorzugt.

 

Kosten und was beim GEAK zu beachten ist

Die Preise variieren je nach Stundensatz der einzelnen Experten und der Grösse der zu untersuchenden Immobilie. In einigen Kantonen können auch Zuschüsse beantragt werden. Die Kosten belaufen sich in der Regel auf mehrere hundert Schweizer Franken. Die Erstellung mehrerer Kostenvoranschläge im Vorfeld ist daher eine gute Strategie, um den Experten zu bestimmen, der mit dieser Aufgabe betraut werden soll. 

Eine Liste der Experten finden Sie auf der Website des GEAK: www.GEAK.ch.

Wenn der Ausweis obligatorisch ist, wie dies im Kanton Freiburg der Fall ist, ist es wichtig, eine Erstellung im Hinblick auf einen Verkauf gut zu antizipieren. Wenn das Ergebnis nämlich ein Gebäude mit hohen Heizkosten ausweist, muss der Kaufpreis wahrscheinlich nach unten korrigiert werden, um sowohl die hohen Energiekosten für den zukünftigen Käufer als auch die geplanten thermischen Renovierungsarbeiten zu kompensieren.

Bei einer Wohnung, die Teil eines Gebäudekomplexes ist, der mehreren Eigentümern gehört, müssen alle Eigentümer zustimmen, damit der GEAK erstellt werden kann. Es ist wichtig, dass die Energiediagnose für das gesamte Gebäude und nicht nur für eine einzelne Wohnung erstellt wird. Daher werden die Kosten für den Ausweis proportional zur Größe des Gebäudes sein.

 

Die Erstellung des GEAK ist zwar aufwändig, aber für den Verkauf einer Immobilie unerlässlich, insbesondere im Kanton Freiburg, wo der GEAK mittlerweile obligatorisch ist. Seine Zusammenfassung in Form einer Energieetikette hat den Vorteil, dass sie leicht und schnell zu lesen ist, zumal dieses Format in den Köpfen der Verbraucher bereits gut verankert ist, insbesondere bei Haushaltsgeräten und Autos.

 


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